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Guémar

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Guémar
Guémar (Frankreich)
Guémar (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin / Europäische Gebietskörperschaft Elsass (68)
Arrondissement Colmar-Ribeauvillé
Kanton Sainte-Marie-aux-Mines
Gemeindeverband Pays de Ribeauvillé
Koordinaten 48° 11′ N, 7° 24′ OKoordinaten: 48° 11′ N, 7° 24′ O
Höhe 172–193 m
Fläche 18,22 km²
Einwohner 1.490 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 82 Einw./km²
Postleitzahl 68970
INSEE-Code
Website www.ville-guemar.fr

Rathaus (Hôtel de ville)

Guémar (deutsch Gemar) ist eine französische Kleinstadt mit 1.490 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Arrondissement Colmar-Ribeauvillé im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie ist Mitglied des Gemeindeverbandes Pays de Ribeauvillé.

Guémar liegt in der Oberrheinebene zwischen Colmar (14 km südlich) und Sélestat (10 km nördlich) und knapp 6 km östlich von Ribeauvillé am Fluss Fecht und einigen seiner Zuflüsse, darunter der Strengbach. Im Osten von Guémar fließt die Ill. Im Gemeindegebiet kreuzen sich die Autoroute A35 (Anschlussstelle 20 – Guémar) und die Départementsstraße D 106. Zwischen Ribeauvillé und Guémar liegt der Weiler Ribeauvillé Gare. Dort verläuft die Eisenbahnstrecke Straßburg–Colmar der SNCF.

Guémar ist vermutlich aus einer römischen Siedlung hervorgegangen.[1] Der Ort wurde als Ghermari erstmals 768 in einer Urkunde von Pippin dem Jüngeren erwähnt.[2] Im 8. Jahrhundert gehörte das Dorf den Widonen. Im Mittelalter gab es zwei um jeweils einen Dinghof angesiedelte Orte: Ober- und Nieder-Guémar. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche des Oberdorfes zerstört und daraufhin das weniger bedeutende Oberdorf in das seit 1340 befestigte Niederdorf eingegliedert. 1369 erhielt der Ort das Stadtrecht.

Seit dem Mittelalter wurde hier Fischerei betrieben. 1298 wird ein Hafen (ein "Ladhof") an der Fecht erwähnt, der 1479 zugunsten eines Hafens an der Ill aufgegeben wurde.

Die Herren von Rappoltstein erbauten im 13. Jahrhundert die später mehrmals umgebaute Molkenburg, in deren Besitz sie bis zur Revolution blieben. Überreste des Baubestandes des späten 16. Jahrhunderts sind noch in der Südwestecke des Ortes erhalten (am Ende der Rue du Château).

Während der Zugehörigkeit des Elsass zum Deutschen Reich 1871–1918 schrieb sich die Gemeinde Gemar – gesprochen hört sich der Ortsname in beiden Sprachen nahezu identisch an. Im Jahr 1885 hatte Gemar 1219 Einwohner und war Teil des Landkreises Rappoltsweiler (Ribeauvillé).

Im Dezember 1944 wurden 70 % des Orts durch schweren Beschuss der Alliierten zerstört. Guémar und Illhäusern spielten im Januar 1945 bei den 12-tägigen Kämpfen um den von den Deutschen hartnäckig verteidigten Kessel von Colmar eine wichtige Rolle.

Bevölkerungsentwicklung

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Jahr 1885 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2017
Einwohner 1219 841 847 1002 1051 1162 1314 1356 1384
Quellen: Cassini und INSEE

Sehenswürdigkeiten

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  • Die Kirche Saint-Léger: Der Turm mit gewölbter Erdgeschosshalle, von der Vorgängerkirche beibehalten, ist spätmittelalterlich. Die Turmhaube stammt von 1772. Das 1741 erbaute Langhaus ist eine dreischiffige Halle. Beachtenswerte barocke Innenausstattung. Kanzel des 18. Jahrhunderts mit Evangelistensymbolen und Statue des Hlg. Michael. Aus dem 16. Jahrhundert auf einem klassizistischen Retabel die Statue des Heiligen Maximin.
  • Das Obertor (La Porte Haute) mit Buckelquadersockel und Pechnase wurde im Zuge der Stadtbefestigung im 14. Jahrhundert erbaut, im 17. Jahrhundert verstärkt und zu Beginn des 21. Jahrhunderts restauriert. Im August 2009 waren die Arbeiten beendet.
  • Reste der Stadtbefestigung: Türme, Stadtmauer.
  • Steinernes Haus an der Rue de Jeanne d' Arc Nr.3: Von den Rappoltsteinern erbaut. Spätgotisch gekehlte Fensterrahmungen und -pfosten, eine einfach profilierte Spitzbogentüre. Eckquader. Datum an einem Türsturz im Innern 1579.
  • Die Canardière (Entenweiher) war ursprünglich Jagdrevier der Herren von Rappoltstein (Wasservogeljagd zur Zeit des Vogelzugs).

Persönlichkeiten

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  • Leo Jud (1482–1542), Schweizer Reformator elsässischer Herkunft, in Guémar geboren
  • Friedrich Wilhelm Schmuck (1638–1721), Drucker, Verleger, in Gemar geboren, gestorben in Straßburg
Commons: Guémar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. W. Hotz: Handbuch der Kunstdenkmäler im Elsass und in Lothringen. Darmstadt 1965.
  2. Ludwig Oelsner: Jahrbücher der Deutschen Geschichte. Duncker und Humblot, Berlin 1871, S. 424.