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Gustav Bruce

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Gustav M. Bruce (1924)

Gustav Marius Bruce (* 11. Februar 1879 in Christiania, Norwegen; † 12. Oktober 1963 in Mankato, Minnesota) war ein US-amerikanischer lutherischer Theologe und Hochschullehrer. Er lehrte am Red Wing Seminary und später am Luther Seminary. Darüber hinaus hatte er eine Reihe von Ehrenämtern in den norwegischen lutherischen Kirchen seiner Zeit inne.

Geboren im heutigen Oslo wanderte Bruce 1884 mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten aus. Er nahm 1899 ein Studium an der Normalschule in Fremont auf. Noch während er dort studierte, trat er 1902 in das Red Wing Seminary, das theologische Seminar der Hauge-Synode, ein. In Fremont erwarb er 1904 zwei Bachelorabschlüsse (B. Sc. und B. Ped.), im Folgejahr bestand er das theologische Examen als cand. theol. in Red Wing. Nach seinem Abschluss arbeitete er ein Jahr lang als Lehrer am Jewell College in Iowa, bevor er 1906 als Pfarrer der Hauge-Synode ordiniert wurde. Seine erste Pfarrstelle trat er in Hooker und Dell Rapids an, wo er bis 1910 blieb. Zugleich setzte Bruce seine Studien an der Universität von Süddakota fort und erwarb dort 1907 einen Bachelorabschluss (B. A.) und 1909 mit einer Arbeit über das Verhältnis von Bildung und Kriminalität einen Masterabschluss (M. A.). 1911 ging er als Pfarrer nach Pontiac in Illinois, wurde jedoch noch im selben Jahr als Professor für Praktische Theologie an seine Alma Mater, das Red Wing Seminary, berufen. Am College, das dem Seminar angeschlossen war, unterrichtete er Soziologie und Politikwissenschaften. Während er diese Professur innehatte, erwarb er 1914 einen theologischen Bachelor (B. Div.) an der Temple University und wurde dort 1916 mit einer Dissertation zur christlichen Ethik promoviert (S.T.D.).[1][2]

Am Red Wing Seminary studierte und lehrte Gustav Bruce.

Als das Red Wing Seminary 1917 in das Luther Seminary in St. Paul eingegliedert wurde, wechselte auch Bruce dorthin. Er lehrte dort Neutestamentliche Exegese, Ethik und Soziologie. Auch während seiner Lehrtätigkeit in St. Paul bildete sich Bruce weiterhin fort und erwarb 1927 einen zweiten Doktorgrad (Ph.D.) am Hartford Seminary mit einer Arbeit zu Martin Luther als Lehrer. Schon 1928 promovierte (D.D.) er zum dritten Mal, nun mit einer Arbeit zu Ehe und Scheidung, die er an der Lutherischen Theologischen Schule in Chicago vorlegte. Von 1944 bis zu seiner Emeritierung 1949 war er Vizepräsident des Luther Seminary.[2]

Neben seiner akademischen Tätigkeit hatte Bruce eine Vielzahl von kirchlichen Ehrenämtern inne. So vertrat er, teils über mehrere Jahre, Pfarrstellen in Faribault, an der Immanuel Lutheran Church und der Trinity Lutheran Church in St. Paul, in Petersburg und Nerstrand. In der Hauge-Synode hatte er von 1912 bis 1914 dem Ausschuss für die englischsprachige Arbeit angehört und war von 1915 bis 1917 Präsident ihrer Jugendorganisation. Er war ebenfalls Teil des Unionskomitees, das die Gründung der NLCA vorbereitete. In der neu entstandenen Kirche war er bis 1922 Vizepräsident der Luther Leage, ihrer Jugendorganisation, und gehörte von 1920 bis 1930 ihrem Bildungsausschuss an. Von 1926 bis 1948 war er zweiter Vizepräsident der Kirche und nahm in dieser Funktion auch am Treffen des Lutherischen Weltkonvents 1929 in Kopenhagen teil. Er hatte darüber hinaus auch Funktionen beim National Lutheran Council und weiteren lutherischen Einrichtungen in den Vereinigten Staaten inne.[2][1]

Weiterhin war er im bürgerlichen Ehrenamt Funktionär verschiedener Abstinenzbewegungen, gehörte mehreren norwegischen Kultur- und Heimatvereinen und der Republikanischen Partei an.[1]

1902 heiratete er Minnie Jensen.[2] Gemeinsam mit seiner Frau stiftete Bruce einen nach ihnen benannten dotierten Preis für neutestamentliche Arbeiten am Luther Seminary. Er starb im Oktober 1963 in Mankato und wurde in Roseville begraben.

Schriften (Auswahl)

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Bruce war von 1911 bis 1914 Herausgeber und Redakteur des Lutheran Intelligencer und später Redakteur von Little Folks (1922–31), einer Wochenzeitschrift für Sonntagsschulen, des Lutheran Teacher (1926–31) und des Journal of Theology of the American Lutheran Conference (1940–41). Neben zahlreichen Beiträgen in norwegischen und englischen Zeitschriften seiner Zeit, publizierte Bruce auch mehrere Bücher.[1]

  • G. M. Bruce: A brief History of the China Mission of Hauge‘s Norw. Ev. Luth. Synod of America. Chicago 1916 (englisch).
  • G. M. Bruce: Luther as an Educator. Augsburg Publishing House, Minneapolis 1928 (englisch, archive.org Dissertation am Hartford Seminary).
  • G. M. Bruce: Marriage and Divorce. A sociological and theological study. Augsburg Publishing House, Minneapolis 1930 (englisch, Dissertation an der LTS Chicago).
  • G. M. Bruce: The Lutheran Church in the new social order. Augsburg Publishing House, Minneapolis 1935 (englisch).
  • G. M. Bruce: The Apostolic Church. T. S. Denison & Co., Minneapolis 1963 (englisch, archive.org).

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 Who Was Who in America. Band VI. Marquis Who’s Who, Chicago 1976, S. 58 (englisch, archive.org).
  2. 1 2 3 4 John Peterson / Olaf Lysnes / Gerald Giving: A biographical Directory of Pastors of the Evangelical Lutheran Church. Augsburg Publishing House, Minneapolis 1952, S. 84 (englisch, archive.org).