Grunddoche
Grunddoche war eine mittelalterliche Siedlung nördlich von Bad Belzig, deren Feldmark später vollständig in der Stadtfeldmark Belzig aufging.[1] Die Gemarkung liegt im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.
Geografische Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Wüstung lag östlich der späteren Heilstätte; archäologische Funde belegen dort eine frühdeutsche Besiedlung. Ein Flurname Landwehr markiert die Grenze zwischen Grund- und Wenddoche; der dortige Weg liegt erhöht und war mit Dornen und wilden Rosen bewachsen. Ein typisches Bild für alte Grenz und Schutzanlagen, wie auch Hutloff in seinen Arbeiten über brandenburgische Wüstungen hervorhebt.[1]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die frühesten schriftlichen Erwähnungen nennen Grunddoche im Jahr 1420 als Czu Gruntdochow. Bereits 1426/1427 wurde der Ort ausdrücklich als wüst bezeichnet (Gruntdochow deserta). Eine spätere Erwähnung aus dem Jahr 1842 nennt den Flurnamen Vorderdoche, der ebenfalls auf den Ort zurückgeht. Verwaltungsgeschichtlich gehörte Grunddoche vor 1426 bis etwa 1550/1552 zur Vogtei bzw. Pflege oder zum Amt Belzig und anschließend bis ins 18. Jahrhundert zum Amt Belzig‑Rabenstein.
Im Jahr 1419/1420 wurde Grunddoche genannt, ohne dass eine konkrete Hufenzahl angegeben wird; lediglich der Lehnmann Schiricke verfügte damals über zwei Hufen. 1426 ist der Ort definitiv wüst. 1506 zinsten zwei Einwohner in Belzig von Hufen zu Grunddoche, einer davon von vier Hufen. 1542 nutzten drei Belziger Einwohner sechs Hufen des wüsten Ortes in der Aufteilung 4, 1 und 1 Hufe; weitere Hufen dürften in den neun sogenannten „Docher“-Hufen (Wenddoche, Grunddoche) enthalten gewesen sein. Um 1550 bestanden zehn Hufen, die der Stadt Belzig gehörten. Für das Jahr 1591 sind 11½ wüste Grunddocher Hufen belegt, ebenfalls aufgeteilt zwischen Einliegern der Stadt: im Brandenburger Viertel hielten drei Einwohner 1½ und zweimal eine Hufe; im Wiesenburger Viertel verfügten zwei Einwohner über zwei bzw. eine Hufe; im Sandbergschen Viertel hielten drei Einwohner zwei und zweimal eine Hufe: in der Summe 10½ Hufen, wie die Quelle ausdrücklich anmerkt. Im Jahr 1718 wurden erneut zehn wüste Grunddocher Hufen genannt. Im Jahr 1764 hatte die Wüstung zehn Hufen; sie wurden von 16 Belziger Einwohnern genutzt (viermal eine Hufe, zwölfmal eine halbe Hufe). Die Aussaat betrug pro Hufe zehn Dresdner Scheffel und drei Metzen sowie zusätzlich sechs Kabel und zwei Wörter; zudem gehörten 18 Morgen Wiese zum Besitz. Grunddoche ging vollständig in der Stadtfeldmark Belzig auf und wurde nicht wieder besiedelt.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 98)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 98)