Govdigital
govdigital e.G. ist ein bundesweit ausgerichtetes öffentliches Unternehmen in der Rechtsform einer Genossenschaft.[1]
Ziel und Governance
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ziel der Genossenschaft ist es, sichere digitale Infrastrukturen für die Aufgaben der Verwaltung und der Daseinsvorsorge zu schaffen.[2][3] Mitglieder können juristische Personen des öffentlichen Rechts werden oder eine von ihnen getragene Einrichtung oder eine privatrechtliche Gesellschaft, an der ausschließlich juristische Personen des öffentlichen Rechts beteiligt sind. Beispielsweise hat der neueste Genosse mobil ISC die Rechtsform einer GmbH, Gesellschafter sind mehrere Krankenkassen und die Knappschaft-Bahn-See.[4]
Die Mitglieder der Govdigital müssen willens und in der Lage sein, einen positiven Beitrag zur Erreichung des Genossenschaftszwecks zu leisten.[5] Der Fokus liegt dabei auf der gemeinsamen Entwicklung, Implementierung und dem gemeinsamen Betrieb von IT-Systemen. Dazu zählen vor allem der Aufbau und der Betrieb von rechenzentrums-übergreifenden und cloudbasierten Infrastrukturen.[6]
govdigital hat einen Vorstand, der aus Torsten Koß, Martin Schallbruch und Rudolf Schleyer besteht. Daneben gibt es einen Aufsichtsrat, in dem William Schmitt, Claudia Thamm und Matthias Drexelius die Geschäftsführung des Vorstands überwachen.[7] In der Vollversammlung sind alle Mitglieder vertreten. Dies sind AKDB, Bayerisches Staatsministerium für Digitales, BITBW, BITMARCK[8], ZIT BB, Bundesdruckerei, dataport, Digitalservice, d-NRW, DVZ MV, ekom21, FITKO, GovConnect, Governikus, HZD, InfoKom, ITEBO, ITDZ, IT-Niedersachsen, KDO, Komm.ONE, ldi, LECOS, LWL, IT NRW, OWLIT, ProVitako, regioIT, Stadt Köln, sit, ZENDIS und mobil ISC.[9] Im Mai 2026 gibt es damit 32 Genossen in der Govdigital[10]. In einer Drucksache des Abgeordnetenhauses Berlin ist die Entstehung beschrieben, bei der jeder Genosse einen Geschäftsanteil in Höhe von 10.000 € und ein Eintrittsgeld von 100.000 € zu entrichten hatte.[11]
Geschichte, Mitglieder und Tätigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 12. Dezember 2019 haben zehn öffentliche IT-Dienstleister – darunter die AKDB, die Kommunalen Datenverarbeitung Oldenburg (KDO), Dataport, die Bundesdruckerei, die ekom21, Governikus, die Stadt Köln, das krz Lemgo, die regio iT und SIT die govdigital e.G. gegründet.[12][13] govdigital hat im Jahr 2020 den digitalen Corona-Pass unterstützt.[14][15][16] Im Juni 2021 wurden digitale Schulzeugnisse von govdigital erprobt.[17] Hierzu gab es kritische Berichte.[18] govdigital ist im Lobbyregister eingetragen.[19]
Der IT-Planungsrat nahm am 22. Juni 2022 den Zwischenbericht des Projekts zur Kenntnis und bittete Hamburg, ein Konzept für Governance, Finanzierung und dauerhaften Betrieb des Marktplatzes durch govdigital ab 2023 vorzulegen.[20] Am 10. November 2022 erklärte er den Marktplatz govdigital zum Produkt des IT-Planungsrates.[21] Am 7. November 2022 beauftragte das Bundesministerium des Inneren govdigital mit einem minimal vialble product (MVP) für eine Koordinierungsstelle der Deutschen Verwaltungscloud (DVC) zu erproben und hierfür eine erste Fassung des Cloud-Service-Portals zu entwickeln.[22] Die Strategie zur Deutschen Verwaltungscloud erläutert das BMI insgesamt einschließlich der Deutschen Verwaltungscloud-Strategie (DVS).[23] Über den Produktivbetrieb berichtet der IT-Planungsrat im März 2025.[24][25][26] govdigital setzt für die öffentliche Verwaltung einen Cloud-Broker um.[27] Der IT-Planungsrat hat in seiner 46. Sitzung beim Marktplatz der Zukunft[28] der Govdigital eine maßgebliche Rolle gegeben.[29][30]
Das niedersächsische Ministerium für Inneres Sport und Digitalisierung berichtete über die Untestützung der Kommunen durch die govdigital e.G.[31] Der Normenkontrollrat informierte in seinem Bericht vom 3. Oktober 2024 über den govdigital-Marktplatz[32] als Produkt des IT-Planungsrates. Die STACKIT Cloud von Schwarz Digits wird über den gd.Cloud-Broker den Mitgliedern und Trägern der govdigital angeboten.[33]
Im Lobbyregister ist der Jahresbericht für 2024 hinterlegt, in dem govdigital eine Bilanzsumme von 51,5 Mio. € im Jahr 2024 ausweist, für die Jahre 2022 und 2023 waren dies weniger als 10 Mio. €. Die Umsatzerlöse sind mit 49,7 Mio. € für 2024, 17,3 Mio. € für 2023 und 11,3 Mio. € für 2022 ausgewiesen.[34]
Im März 2026 vereinbarte die govdigital eine Kooperation mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zur Verbesserung der Cybersicherheit, die unter anderem den Ausbau von Sensorik, Echtzeitanalysen und die Vernetzung von Security Operations Centern umfasst.[35][36]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ govdigital e.G.: Impressum der govdigital. In: govdigital eingetragen beim Amtsgericht Charlottenburg unter Registernummer: GnR 912 B. Abgerufen am 9. März 2026.
- ↑ DGRV – Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V.: Gründung von govdigital eG. In: Homepage DGRV – Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. DGRV – Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V., 12. Dezember 2019, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Die Genossenschaft. In: govdigital. Abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Daten & Fakten. In: Mobil ISC GmbH. Abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ Unsere Mitglieder. In: govdigital. Abgerufen am 9. März 2026.
- ↑ Die Genossenschaft. In: govdigital. Abgerufen am 16. Februar 2026.
- ↑ Unsere Gremien. In: govdigital. Abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Cloud und KI im Fokus: BITMARCK tritt govdigital bei. 10. Oktober 2024, abgerufen am 5. Mai 2026.
- ↑ Unsere Mitglieder. In: govdigital. Abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ jeinhaus: Mobil ISC wird neues Mitglied der govdigital eG. In: govdigital. 12. Mai 2026, abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ Abgeordnetenhaus Berlin: Beteiligung des ITDZ Berlin an der „govdigital eG“ – Genossenschaft der öffentlichen Verwaltung und öffentlicher IT-Unternehmen. In: Drucksache 18-2922. Abgeordnetenhaus Berlin, 12. August 2020, abgerufen am 16. März 2026.
- ↑ Gründung der Genossenschaft govdigital - KDO. In: Homepage KDO. KDO, 12. Dezember 2019, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ dataport: Öffentliche IT-Dienstleister gründen Genossenschaft für Blockchain und KI. 12. Dezember 2019, abgerufen am 10. März 2026 (deutsch).
- ↑ Wie ein digitaler Pass gegen das Coronavirus helfen soll. 16. April 2020, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Reuters, dpa: Corona-News: 4 Unternehmen sollen digitalen Impfpass entwickeln. 9. März 2021, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Senat für Wirtschaft, Energie und Betriebe: govdigital - Innovative IT-Lösungen für den öffentlichen Sektor. In: www.berlin.de. Berlin, 18. Mai 2020, abgerufen am 16. März 2026.
- ↑ dpa: Bildung: Testbetrieb für digitale Schulzeugnisse angelaufen. In: Die Zeit. 20. Juni 2021, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 10. März 2026]).
- ↑ heise online: Schlechtes Zeugnis für Zeugnisse in der Blockchain. 10. Februar 2022, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Lobbyregistereintrag "govdigital eG". Abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ IT-Planungsrat: Beschluss 2022/28 - Marktplatz govdigital ab 2023. In: Beschlüsse des IT-PLR. Juni 2022, abgerufen am 9. März 2026 (deutsch).
- ↑ IT-Planungsrat: Beschluss 2022/36 - Marktplatz govdigital. In: Beschlüsse des IT-Planungsrates. 10. November 2022, abgerufen am 9. März 2026 (deutsch).
- ↑ Bundesministerium des Innern: Digital souverän in die Cloud. In: BMI-Homepage. BMI, 7. November 2022, abgerufen am 9. März 2026.
- ↑ Bundesministerium des Innern: Artikel Deutsche Verwaltungscloud. In: Internetauftritt des BMI. Bundesministerium des Innern, 2023, abgerufen am 9. März 2026.
- ↑ Digitalisierung der Verwaltung: Deutsche Verwaltungscloud startet in den Produktivbetrieb. 27. März 2025, abgerufen am 9. März 2026 (deutsch).
- ↑ Gastbeitrag: Bausteine der Cloud-Transformation. In: Behörden Spiegel. 18. Februar 2025, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Anna Ströbele: Deutsche Verwaltungscloud startet. In: Behörden Spiegel. 27. März 2025, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Christian Brecht: govdigital macht BTC zum Cloud-Broker. In: Behörden Spiegel. 16. Juli 2024, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Beschluss 2025/08 - Marktplatz der Zukunft. Abgerufen am 5. Mai 2026 (deutsch).
- ↑ Bernd Schlömer, Alexander Handschuh, Dr. André Göbel: Marktplatz der Zukunft (MdZ): Konzept und Umsetzung. In: Sitzungen. IT-Planungsrat, 11. Februar 2025, abgerufen am 5. Mai 2026.
- ↑ FITKO: Umsetzungsplan Marktplatz der Zukunft. In: Beschlüsse IT-Planungsrat. IT-Planungsrat, 11. Februar 2025, abgerufen am 5. Mai 2026.
- ↑ niedersächsischen Ministeriums für Inneres, Sport und Digitalisierung: Niedersachsen kooperiert mit govdigital eG: künftig mehr kommunale Verwaltungsleistungen online. In: Internetauftritt des niedersächsischen Ministeriums für Inneres, Sport und Digitalisierung. Landesregierung Niedersachsen, 24. Mai 2024, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Normenkontrollrat: Jahresbericht 2024. In: Unterrichtung durch den Normenkontrollrat. Deutscher Bundestag, 3. Oktober 2024, S. Seite 68, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ heise online: Drei Fragen und Antworten: Wie der Lidl-Mutterkonzern die souveräne Cloud baut. 5. September 2024, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ govdigital eG: Unterlagen im Eintrag beim Lobbyregister des Deutschen Bundestag. In: Jahresabschluss 2024. 17. April 2025, abgerufen am 11. März 2026.
- ↑ Kooperation mit Ländern und Kommunen: BSI weitet Sensorik in der Cybersicherheit aus. In: bsi.bund.de. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, 18. März 2026, abgerufen am 5. Mai 2026.
- ↑ Stefan Krempl: Basis für Cyberdome: BSI und Länder schmieden digitale Abwehrallianz. In: heise.de. Heise Medien GmbH & Co. KG, 18. März 2026, abgerufen am 5. Mai 2026.