Gottfried Boss
Gottfried Boss, historische Schreibweise Boß (* 10. April 1857 in Muri bei Bern; † 28. Juli 1883 in Casamicciola auf Ischia), war ein Schweizer Maler und Restaurator.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Gottfried Boss war eines von zehn Kindern des Ehepaares Christian Boss († 1904) und Elisabeth Boss-Reusser († 1890). Die Familie lebte ab Herbst 1857 in Muri bei Bern, wo der Vater zum Oberlehrer gewählt worden war, im sogenannten Lehrerstöckli, einem Haus an der Strasse gegenüber der Kirche. Wie sein jüngerer Bruder Eduard, der später ein bekannter Maler wurde, erhielt Gottfried ab 1872 eine erste künstlerische Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Bern. Unterstützt durch ein Stipendium der Erziehungsdirektion des Kantons Bern, besuchte er ab 1876 die Königliche Akademie der Bildenden Künste in München.[1] Dort war Wilhelm von Lindenschmit sein wichtigster Lehrer.
Beraten durch den Chemiker Adolf Wilhelm Keim, restaurierte er 1881 mit seinem Mitschüler Paul Hermann Wagner das von Bernhard von Neher 1835 geschaffene Fresko Triumphzug Ludwigs des Bayern nach seiner siegreichen Schlacht gegen den Habsburger Friedrich den Schönen bei Mühldorf im Jahre 1322 am Isartor in München. Auch Fresken der Pfarrkirche St. Margaret in Sendling restaurierte er.
Zurückgekehrt in die Schweiz, zog er 1882 nach Rom,[2] wo er vom Verkauf seiner Landschaften, Porträts und Genrestücke lebte. Mit seinem Freund, dem deutschen Maler Adolf Ginsberg, begab er sich im Sommer 1883 auf eine Studienreise, die die beiden nach Süditalien und Tunesien führen sollte. Doch als sie am 28. Juli 1883 auf der Insel Ischia weilten, wurden sie Opfer eines Erdbebens.[3][4]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Heinrich Türler: Boß, Gottlieb. In: Carl Brun: Schweizerisches Künstler-Lexikon. 4 Bände, Verlag Huber, Frauenfeld 1905–1917, Band 1: A–G. Frauenfeld 1905, S. 180 (Digitalisat).
- Hans Vollmer: Boß, Gottlieb. In: Ulrich Thieme, Felix Becker (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 4: Bida–Brevoort. Wilhelm Engelmann, Leipzig 1910, S. 398 (Textarchiv – Internet Archive).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ 03335 Gottfried Boß, Matrikel der Akademie der Bildenden Künste München
- ↑ Friedrich Noack: Die Geschichte des Deutschtums in Rom seit dem Ausgang des Mittelalters. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1927, Band 2, S. 99
- ↑ H. Wegelin: Die Katastrophe auf Ischia. In: Illustrirte Zeitung, Ausgabe Nr. 2095 vom 25. August 1883, S. 159 (Google Books)
- ↑ Gottfried Boß. 1857–1883. In: Historischer Verein des Kantons Bern (Hrsg.): Sammlung Bernischer Biographien. Verlag der J. Dalp’schen Buchhandlung (Carl Schmid), Bern 1884, S. 151 f. (Google Books)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Boss, Gottfried |
| ALTERNATIVNAMEN | Boß, Gottfried |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Maler und Restaurator |
| GEBURTSDATUM | 10. April 1857 |
| GEBURTSORT | Muri bei Bern |
| STERBEDATUM | 28. Juli 1883 |
| STERBEORT | Casamicciola auf Ischia |