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Godronierung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Godronierung an einem Renaissance-Sarkophag (16. Jh.)
Kelchentwürfe mit godronierten Rippenmustern (um 1540)

Eine Godronierung (auch Godron, aus franz. goder = „Falten werfen“) ist eine ornamentale Oberflächen- oder Randverzierung, bei der bestimmte Zonen eines in der Regel runden oder ovalen Gefäßes mit radialen, meist schräg gestellten und geschweiften, in einer Rundung endenden Rippen dekoriert werden. Auch die gerade auf einen Mittelpunkt gerichteten, langgezogenen Buckel auf Metallarbeiten der Renaissance werden oft so benannt. Einfache Buckelreihen, Eierstabmotive und schlichte Faltungen werden im Kunsthandwerk nicht als Godrons bezeichnet.

Godrons tauchen vereinzelt bereits in der antiken Ornamentkunst auf; auch in der Romanik sind sie – wenn auch äußerst selten – zu finden. Ihre Blütezeit erlebten sie in der Renaissancekunst und -architektur.

Ausgehend von der Goldschmiedekunst, manchmal auch auf andere Materialien wie Porzellan übertragen, war die Godronierung vom 16. bis ins 18. Jahrhundert auch in der Architektur weit verbreitet und erscheint an verschiedenen Bauteilen. Die Godrons sind im Unterschied zur konkaven Kannelierung meist konvex nach außen gewölbt,[1] wobei die Grundform von innen heraus getrieben wird, feinere Strukturen der Oberflächen können auch durch Ziselieren von außen eingearbeitet sein.

  1. http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_3558.html
Commons: Godronierung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien