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Doberschau-Gaußig

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(Weitergeleitet von Gnaschwitz)
Wappen Deutschlandkarte
?
Doberschau-Gaußig
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Doberschau-Gaußig hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 51° 9′ N, 14° 21′ OKoordinaten: 51° 9′ N, 14° 21′ O
Bundesland:Sachsen
Landkreis: Bautzen
Höhe: 220 m ü. NHN
Fläche: 40,48 km²
Einwohner: 4203 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 104 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02692
Vorwahlen: 03591, 035930, 03592
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 110
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
OT Gnaschwitz Hauptstraße 13
02692 Doberschau-Gaußig
Website: doberschau-gaussig.de
Bürgermeister: Alexander Fischer (CDU)
Lage der Gemeinde Doberschau-Gaußig im Landkreis Bautzen
KarteBernsdorf
Karte
Gaußig im Luftbild
Blick über den Ortsteil Doberschau, im Hintergrund die Stadt Bautzen
Zweisprachiges, besonders ausführlich beschriftetes Ortsschild des Ortsteils Weißnaußlitz

Doberschau-Gaußig, sorbisch Dobruša-Huska/?, ist eine nach den beiden Orten Doberschau und Gaußig benannte Gemeinde im Landkreis Bautzen in der sächsischen Oberlausitz.

Doberschau liegt etwa vier, Gaußig etwa neun Kilometer südwestlich der Großen Kreisstadt Bautzen am Nordrand des Lausitzer Berglandes.

Nachbargemeinden

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Göda Bautzen
Demitz-Thumitz Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Obergurig
Schmölln-Putzkau Neukirch/Lausitz Wilthen

Alle umliegenden Gemeinden zählen zum Landkreis Bautzen.

Die Gemeinde gliedert sich in 21 Ortsteile (Einwohnerzahlen vom 31.12. des Jahres):[2]

Ortsteile 2000 2005 2010 2015 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Arnsdorf (Warnoćicy) 168 163 144 155 143 146 153 142 139 140
Brösang (Brězynka) 67 67 71 54 52 52 56 58 55 54
Cossern (Kosarnja) 86 88 86 82 79 80 80 75 72 70
Diehmen (Demjany) 273 256 231 209 185 184 187 181 185 180
Doberschau (Dobruša) 1315 1232 1185 1154 1174 1172 1171 1172 1174 1160
Drauschkowitz (Družkecy) 81 79 68 69 74 76 74 77 71 72
Dretschen (Drječin) 129 121 114 108 107 104 109 107 105 102
Gaußig (Huska) 646 608 611 614 619 625 623 628 618 621
Gnaschwitz (Hnašecy) 374 343 328 317 313 308 299 306 299 284
Golenz (Holca) 113 100 98 105 93 90 95 91 83 89
Grubschütz (Hrubjelčicy) 283 267 263 259 278 283 279 284 275 271
Günthersdorf (Hunćericy) 105 101 106 108 99 97 92 94 92 89
Katschwitz (Kočica) 49 43 43 42 37 41 42 39 36 36
Naundorf (Nowa Wjes) 381 368 365 324 331 331 325 314 303 319
Neu-Diehmen (Nowe Demjany) 33 43 40 31 38 38 42 35 39 38
Neu-Drauschkowitz (Nowe Družkecy) 40 35 35 34 34 34 33 30 31 29
Preuschwitz (Přišecy) 59 57 51 61 55 60 66 67 69 65
Schlungwitz (Słónkecy) 464 334 229 222 215 206 215 249 274 284
Techritz (Ćěchorjecy) 113 100 86 90 93 93 93 93 86 74
Weißnaußlitz (Běłe Noslicy) 98 86 78 83 90 87 91 85 86 83
Zockau (Cokow) 116 107 109 105 85 92 93 94 92 85
Gemeinde Doberschau-Gaußig

(Gmejna Dobruša-Huska)

4993 4598 4341 4244 4194 4199 4218 4222 4184 4145

Abgesehen von Naundorf und Cossern zählen alle Ortsteile zum amtlichen sorbischen Siedlungsgebiet.[3]

Der Ort Doberschau wurde 1241 erstmals in der Oberlausitzer Grenzurkunde erwähnt. Südlich von Doberschau liegt an der Spree die Doberschauer Schanze, die früher als Wallburg den Einwohnern als Zuflucht diente. Sie konnte gut verteidigt werden, da sie in südlicher Richtung durch das steil abfallende und felsige Tal der Spree begrenzt wird. Überreste des Walls sind noch heute erkennbar. Den Erzählungen nach soll ein unterirdischer Tunnel von der Schanze zum ehemaligen Rittergut in Doberschau existiert haben. Ob die Schanze mit dem 1007 erstmals erwähnten castellum Trebista identifiziert werden kann, ist umstritten. Auf dieser Erwähnung basierte die 1000-Jahr-Feier des Ortes im Jahr 2007.

In der Reformationszeit kam es zu einem langjährigen Streit um die Pfarrei Gaußig. Der Ort war im Besitz des katholischen Domstifts Bautzen, das Präsentationsrecht für die Pfarrstelle hatte aber der evangelische Pfarrer von Göda. Letzterer wurde vom sächsischen Kurfürsten unterstützt, zu dessen Gebiet Göda, nicht aber Gaußig, seit 1559 gehörte. Die Protestanten konnten sich schließlich in den 1560er Jahren endgültig durchsetzen.

Eingemeindungen

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Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Arnsdorf01.04.1936Eingemeindung nach Dretschen
Brösang1840Eingemeindung nach Drauschkowitz
Cossern1934Eingemeindung nach Naundorf
Diehmen01.01.1973Eingemeindung nach Gaußig
Doberschau01.01.1994Zusammenschluss mit Gnaschwitz zu Gnaschwitz-Doberschau
Drauschkowitz01.01.1974Eingemeindung nach Gaußig
Dretschen01.01.1974Eingemeindung nach Gaußig
Gaußig01.01.1999
Gnaschwitz01.01.1994Zusammenschluss mit Doberschau zu Gnaschwitz-Doberschau
Gnaschwitz-Doberschau01.01.1999
Golenz01.04.1936Eingemeindung nach Gaußig
Grubschütz01.07.1950Eingemeindung nach Doberschau
Günthersdorf1935Eingemeindung nach Gaußig
Katschwitz01.01.1974Eingemeindung nach Gaußig
Naundorf01.01.1994Eingemeindung nach Gaußig
Preuschwitz1936Eingemeindung nach Doberschau
Schlungwitz01.04.1936Eingemeindung nach Doberschau
Techritz01.04.1936Eingemeindung nach Gnaschwitz
Weißnaußlitz1936Eingemeindung nach Gnaschwitz
Zockau01.07.1950Eingemeindung nach Gaußig
Gemeinderatswahl 2024
Wahlbeteiligung: 73,1 % (2019: 69,0 %)
 %
40
30
20
10
0
35,7 %
30,8 %
13,6 %
8,3 %
5,9 %
5,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2019
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
+3,9 %p
+9,3 %p
−2,6 %p
−3,6 %p
−1,5 %p
−0,9 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Evangelisches Wahlbündnis
d Gaußiger Sportler
Gemeinderat ab 2024
1
2
1
1
6
1
1 2 1 1 6 1 
Insgesamt 12 Sitze

Die AfD kann vier Sitze nicht besetzen. Der Gemeinderat verkleinert sich entsprechend.

Nach der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 12 Sitze (Normalgröße: 16 Sitze) des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 6 Sitze
  • AfD: 1 Sitz (vier Sitze bleiben mangels Kandidaten unbesetzt)
  • Evangelisches Wahlbündnis: 2 Sitze
  • Gaußiger Sportler (GS): 1 Sitz
  • FDP: 1 (1) Sitz
  • Bündnis 90/Die Grünen: 1 (1) Sitz
letzte Gemeinderatswahlen
Sitze 2024[4] 2019[5] 2014[6]
Sitze in % Sitze in % Sitze in %
CDU 6 35,7 5 31,8 8 45,0
AfD 1 30,8 1 21,5
Evangelisches Wahlbündnis 2 13,6 3 16,2 2 12,8
Gaußiger Sportler 1 8,3 2 11,9 2 16,8
FDP 1 5,9 1 7,4 1 8,2
Grüne 1 5,7 1 6,6
WV Bürgerbewegung Naundorf 4,7 1 8,6
Linke 1 8,5
Wahlbeteiligung 73,1 % 69,0 % 51,5 %

Nachdem der langjährige Amtsinhaber Michael Schulze (CDU) sein Amt vor dem Ende der Wahlperiode niederlegte, waren 2016 Bürgermeisterwahlen nötig. Alexander Fischer (CDU), verfehlte bei 5 Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang im März 2016 knapp. Im zweiten Durchgang mit 59,9 % der Stimmen wurde er dann gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,8 %.[7] Die nächste turnusmäßige Bürgermeisterwahl war am 19. März 2023. Amtsinhaber Alexander Fischer trat als einziger Kandidat an und wurde mit 98,1 % für weitere 7 Jahre Amtszeit wiedergewählt.[8]

letzte Bürgermeisterwahlen
Wahl Bürgermeister Vorschlag Wahlergebnis (in %)
2023 Alexander Fischer CDU 98,1
2016 59,9
2013 Michael Schulze 95,2
2006 98,0
Warnschild am Betriebsgelände des Sprengstoffwerk Gnaschwitz

Bekannt ist der Ortsteil Gnaschwitz vor allem durch das Sprengstoffwerk Gnaschwitz, welches heute unter der Firmierung MAXAM Deutschland GmbH Sprengmittel für die zivile und militärische Nutzung in aller Welt herstellt.[9] Hier wurden in den 1960er Jahren große unterirdische Anlagen in dem überwiegend aus Granit bestehenden Untergrund angelegt, in welchen die Produktion und Lagerung stattfand. Der VEB Sprengstoffwerk Gnaschwitz war bis 1990 Teil des Kombinats Synthesewerk.

Es kam zu mehreren Unfällen – meist durch menschliches Versagen – und die entstandenen Druckwellen breiteten sich im Spreetal kilometerweit aus. Zu Zeiten der DDR fanden jeden Mittwochnachmittag Tests der Sprengmittel auf dem Betriebsgelände statt, die weithin zu hören waren.

Im März 2023 ging der zurzeit größte Solarpark in Sachsen mit 42 MW Leistung ans Netz. Der Solarpark erstreckt sich über die Gemeinden Göda und Doberschau-Gaußig und wurde von der Firma Anumar (Sitz Ingolstadt) errichtet. Für dieses Solarkraftwerk musste ein eigenes Umspannwerk errichtet werden und erzeugt rechnerisch grünen Strom für 10.500 Haushalte.

Daneben gibt es mehrere landwirtschaftliche Großbetriebe, die aus den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) der DDR hervorgegangen sind.

  • Sportverein Gaußig e. V.
  • Sportverein Gnaschwitz-Doberschau e. V.
  • Heimatverein Gaußig e. V.
  • Kleingartenverein „Am Schwanenteich“ e. V. Gaußig

Bildungseinrichtungen

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  • Evangelische Grundschule Gaußig
  • Evangelische Oberschule Gaußig
  • Evangelisches Gymnasium Gaußig (mit den Fachrichtungen Gesundheit- und Sozialwesen sowie Wirtschaftswissenschaften)

Sehenswürdigkeiten

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Schloss Gaußig (Hotel)
Kirche am Schlosspark

In Gaußig steht das Schloss Gaußig, ein palladianisch umformter Barockbau mit Rhododendrenpark. Das Schloss war bis 1945 in Besitz der Reichsgrafen Schall-Riaucour, im Zuge der Bodenreform wurden sie enteignet und nach Rügen in ein Sammellager deportiert. Nachdem das Schloss zu DDR-Zeiten als Ferienheim der Technischen Universität Dresden genutzt wurde, erfolgte danach seine Renovierung und private Nutzung, ab August 2008 auch als Schlosshotel. Der Park ist weiterhin zugänglich. Am Schloss befindet sich eine römisch-katholische Kapelle. Hier befand sich von 1895 bis 1998 der berühmte Flügelaltar von 1471, der sich ursprünglich in der hiesigen evangelischen Pfarrkirche befand, bis diese 1874 von Carl August Schramm umgebaut wurde. Da es keine Nachweise über eine Übereignung des Altars gab, holte der evangelische Pfarrer vor der Rückgabe des beweglichen Inventars an den nutzungsberechtigten früheren Eigentümer des Schlosses 1998 den Altar aus der katholischen Kapelle in die evangelische Kirche zurück.

Persönlichkeiten

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  • Ernst Panse: Palladianisches Schloß im Dornröschenschlaf. Schloßpark Gaußig; in: Ders. (Hg.): Parkführer durch die Oberlausitz; Lusatia Verlag: Bautzen 1999; S. 89–94; ISBN 3-929091-56-9.
Commons: Doberschau-Gaußig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Bevölkerung der Gemeinden Sachsens am 31. Dezember 2024 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 15. Mai 2022 (Gebietsstand 01.01.2024). Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, abgerufen am 4. Juli 2025. (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Doberschau-Gaußig
  3. Sächsisches Sorbengesetz, Anlage zu § 3 (2).
  4. Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Wahlergebnisse - Wahlen - sachsen.de. Abgerufen am 5. August 2024.
  5. Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Wahlergebnisse - Wahlen - sachsen.de. Abgerufen am 5. August 2024.
  6. Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Wahlergebnisse - Wahlen - sachsen.de. Abgerufen am 5. August 2024.
  7. Ergebnis der Bürgermeisterwahlen 2016 in Doberschau-Gaußig
  8. Ergebnis der Bürgermeisterwahlen 2023 in Doberschau-Gaußig
  9. Website MAXAM Deutschland