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Gitarrenschule

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Der Begriff Gitarrenschule umfasst sowohl die in Form eines Lehrbuchs vermittelten Konzepte zum Erlernen der Gitarre als auch eine Musikschule, deren Instrumentalunterrichtsangebot sich ausschließlich auf die Gitarre beschränkt.

Auch durch namhafte Instrumentalpädagogen oder konzertierende Künstler begründete oder nachträglich auf sie zurückgeführte gitarristische Traditionslinien werden als „Gitarrenschule“ bezeichnet. Diese waren in der Vergangenheit nicht nur Träger ihrer jeweils als charakteristisch wahrgenommenen spieltechnischen, interpretatorischen und klangästhetischen Merkmale, sondern beförderten auch die Kanonbildungen des Gitarrenrepertoires, wie die insbesondere im spanischsprachigen Kulturraum besonders einflussreiche „Tárrega-Schule“ und die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf internationaler Ebene insbesondere den Repertoire-Kanon prägende „Segovia-Schule“. Die im deutschsprachigen Raum vom Berliner Gitarristen Bruno Henze begründete „Berliner Gitarrenschule“ und die von der Gitarristin Ursula Peter ins Leben gerufene „Weimarer Gitarrenschule“ blieben als regional begrenzte und historisch im Wesentlichen nicht langfristig nachwirkende Erscheinungen auf einen kleinen Schülerkreis begrenzt.

Die nachfolgenden Abschnitte beziehen sich auf den Begriff der Gitarrenschule als Lehrwerk.

Francisco Tárrega, Begründer einer gitarristischen Traditionslinie, fortgeführt durch die Unterrichtstätigkeit und die Lehrwerke seiner Schüler
Abbildung aus Instrucción de música sobra la guitarra española (1674), verschiedene Gitarrengriffe darstellend

In Lehrwerken für Gitarre werden mit Hilfe von Texten, Fotos, Notenbeispielen, Gitarrentabulatur und Griffbildern für Gitarrenakkorde werden Liedbegleitung, ein- bis mehrstimmiges klassisches Gitarrenspiel oder Stilmerkmale von Flamenco, Blues, Jazz, Pop und Rock vermittelt. Je nach Zielgruppe werden Etüden, Spielstücke, Songs, Volks- und Kinderlieder in ansteigendem Schwierigkeitsgrad angeordnet. Einige Gitarrenschulen sind speziell für Gruppenunterricht konzipiert und enthalten Spielstücke für mehrere Gitarren. Moderne Lehrbücher für Gitarre sind häufig kombiniert mit CDs, DVDs oder Links zu MP3-Dateien. Lehrwerke finden sich auch in rein digitaler Form (auf DVD).

Historische Gitarrenschulen

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Historische Gitarrenschulen sind eine wichtige Quelle zur Geschichte, Unterrichtsmethodik und Spielpraxis vergangener Epochen. Sofern die Lehrwerke Spielstücke enthalten, erlauben diese erhellende Rückschlüsse auf die musikalische Bildung, den Repertoirekanon und den Zeitgeschmack der jeweiligen Zielgruppen.

Infolge des zunehmenden Interesses an der Musikpraxis vergangener Epochen wurden zahlreiche historische Lehrwerke durch Faksimileausgaben oder Neuausgaben wieder zugänglich gemacht.

Deutschsprachige Gitarrenschulen (Auswahl)

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Lehrwerke für Konzertgitarre

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Lehrwerke für konzertantes Gitarrenspiel

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Lehrwerke des 19. Jahrhunderts
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Zahlreiche von italienischen und spanischen Gitarrenvirtuosen des 19. Jahrhunderts verfasste Lehrwerke waren auch in deutschsprachigen Ausgaben erhältlich und erfreuten sich in der Folgezeit großer Popularität:

Lehrwerke des 20. Jahrhunderts
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In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden im deutschsprachigen Raum einige umfangreiche Gitarrenschulen mit dem ambitionierten Anspruch, die Lernenden von den elementaren Grundlagen bis zum konzertanten Spiel zu führen:

  • Heinrich Albert: Moderner Lehrgang des künstlerischen Gitarrespiels. 5 Hefte in 4 Teilen. München 1914–1919.
  • Erwin Schaller, Karl Scheit: Lehrwerk für die Gitarre. 5 Bände. Universal Edition, Wien 1936; Neuausgabe 1939–1941.
  • Bruno Henze: Das Gitarrespiel. 17 Bände. Friedrich Hofmeister Musikverlag, Leipzig 1950 ff.

Elementare Gitarrenschulen für Einzel- und Gruppenunterricht

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Lehrwerke für akustische und elektrische Gitarre (Folk, Blues, Rock und Pop)

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Weiterführende Lehrwerke

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Für Lernende mit Grundkenntnissen gibt es ein schier unübersehbares Angebot an weiterführenden Lehrwerken, die ihren Schwerpunkt entweder auf Teilbereiche des Lernprozesses legen (wie bestimmte Spieltechniken oder musikalische Fertigkeiten in Liedbegleitung oder Improvisation), oder einzelne Gitarrenstile wie Jazz, Flamenco oder Country-Musik.

  • Emilio Pujol: Escuela razonada de la guitarra. 4 Bände. Mit einem Vorwort von Manuel de Falla. Ricordi Americana, Buenos Aires 1933 ff. (spanisch und französisch). Deutsche Ausgabe, ergänzt und übersetzt von Wolf Moser: Theoretisch-Praktische Gitarrenschule. G. Ricordi, München 1979 ff. (Umfangreiches Werk zu den historischen, theoretischen, spieltechnischen und musikästhetischen Aspekten des Gitarrenspiels).
  • Manfred Dettke: Lehrwerke für die sechssaitige Konzertgitarre in deutschsprachigen Ausgaben des 19. und 20. Jahrhunderts unter Berücksichtigung von Gitarrenschulen, theoretischen Schriften und anderen Handreichungen, die sich mit der Gitarre auseinandersetzen. (Europäische Hochschulschriften; Reihe 36: Musikwissenschaft, Band 65) Lang, Frankfurt am Main 1991; zugl. Dissertation, ebd. 1991.

Einzelnachweise

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  1. erschienen 1809; Ergänzungsbände: Op. 61 (1810) und 75 (1810) sowie das Supplément à la Méthode, Op. 192, um 1822. Vgl. gitarrenbank.de.