Giocatraduci

Giocatraduci (auch GiocaTraduci, Modell TR117C) ist ein tragbarer elektronischer Computer des japanischen Elektronikherstellers Sanyo, das einen elektronischen Übersetzer mit Taschenrechner- und Videospielfunktionen verbindet. Das Gerät wurde in Italien vertrieben und erlangte dort insbesondere 1995 durch eine Prämienaktion der zur Barilla-Gruppe gehörenden Marke Mulino Bianco Bekanntheit.[1]
Das Gerät stellt eine Kombination aus elektronischem Übersetzer und Handheld-Konsole dar. Die Videospiele werden über austauschbare Module beziehungsweise LCD-Spieleinsätze verwendet.[2]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Giocatraduci wurde von Sanyo hergestellt und trägt die Modellbezeichnung TR117C. Der Name setzt sich aus den italienischen Wörtern gioca („spiele“) und traduci („übersetze“) zusammen und verweist damit auf zwei der wesentlichen Funktionen des Gerätes.[2]
Über den ursprünglichen Erscheinungszeitpunkt existieren unterschiedliche Angaben. Retrogaming-Datenbanken datieren den Giocatraduci überwiegend auf das Jahr 1995.[2][3] Das Museo nazionale della scienza e della tecnologia Leonardo da Vinci in Mailand führt dagegen ein Exemplar des Sanyo Giocatraduci TR117C aus dem Zeitraum 1985 bis 1989 und bezeichnet es als elektronisches Spiel- und Übersetzungsgerät vom Ende der 1980er Jahre.[4]
Gesichert ist die Verwendung des Giocatraduci im Jahr 1995 als Prämie von Mulino Bianco. Im historischen Archiv von Barilla befindet sich eine auf 1995 datierte Werbekampagne unter der Bezeichnung Desideri '95 – Giocatraduci.[1]
Nach Angaben von Retrogaming-Datenbanken wurde der Giocatraduci zunächst mit einer Spielesammlung angeboten. Die über Mulino Bianco verbreitete Ausführung enthielt zusätzlich eine lizenzierte Umsetzung des Namco-Spiels Pac-Land.[2]
1996 erschien mit dem Sanyo Agenda Game ein Nachfolgesystem. Dieses ersetzte die Übersetzungsfunktionen durch Funktionen eines elektronischen Organizers und verwendete ein verwandtes Spielsystem.[5]
Technik und Funktionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Giocatraduci unterscheidet sich von klassischen Handheld-Konsolen wie dem Game Boy oder dem Sega Game Gear, da er nicht ausschließlich als Spielgerät konzipiert wurde.
Zu seinen Funktionen gehören ein elektronischer Übersetzer, ein Taschenrechner und eine Videospiel-Funktion.
Die Spiele verwenden LCD-Technik. Anstelle eines frei ansteuerbaren Rasterdisplays kommen fest vorgegebene LCD-Grafikelemente zum Einsatz. Die Spiele werden über austauschbare Module beziehungsweise Spieleinsätze verwendet.[2]
Das System verbindet damit Eigenschaften eines elektronischen Lern- beziehungsweise Übersetzungsgerätes mit denen eines tragbaren Videospielsystems.
Spiele
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Für den Giocatraduci sind zwei Spiele beziehungsweise Spielmodule dokumentiert. Das spätere Agenda Game war mit diesen Spielen kompatibel und erhielt zusätzlich das Rennspiel Grand Prix.[5]
- 8-Games / 8-in-1 – eine Sammlung aus acht einfachen LCD-Spielen. Das Modul wurde mit dem Giocatraduci angeboten.[2]
- Pac-Land – eine lizenzierte LCD-Umsetzung des gleichnamigen Namco-Arcadespiels. Das Spiel gehörte zur über Mulino Bianco vertriebenen Version des Giocatraduci.[2]
- Grand Prix – ein Rennspiel, das 1996 mit dem Agenda Game ausgeliefert wurde. Es gehört somit nicht zur ursprünglichen Spielebibliothek des Giocatraduci, sondern zum Nachfolgesystem. Das Agenda-Game war mit den beiden Spielen des Giocatraduci kompatibel.[5]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Archivio Storico Barilla: Promozione – Desideri '95 – Giocatraduci, 1995,, abgerufen am 30. September 2026.
- 1 2 3 4 5 6 7 The Video Game Kraken: Giocatraduci by Sanyo, abgerufen am 30. September 2026.
- ↑ Consollection: Giocatraduci – Sanyo, abgerufen am 30. September 2026.
- ↑ Museo Nazionale Scienza e Tecnologia Leonardo da Vinci: Sanyo „Giocatraduci“ TR117C, abgerufen am 30. September 2026.
- 1 2 3 Consollection: Agenda Game – Sanyo, abgerufen am 30. September 2026.