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Gilbert Harrison

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Gilbert „Gillie“ Harrison (* 13. Juni 1858 in Cottingham, East Riding of Yorkshire, Yorkshire, England; † 9. November 1894 in Ferriby, East Riding of Yorkshire) war ein englischer Rugby-Union-Spieler und Philatelist. Er spielte als Stürmer für Hull, die Auswahl von Yorkshire und die Englische Rugby-Union-Nationalmannschaft. Als Philatelist arbeitete er vor allem zu Ganzsachen der Vereinigten Staaten, zu Afghanistan und zu den Briefmarken von Portugiesisch-Indien. 1921 wurde er postum als einer der „Fathers of Philately“ auf dem Roll of Distinguished Philatelists geehrt.[1]

Englische Rugby-Union-Auswahl für das Spiel gegen Schottland in Manchester am 28. Februar 1880; G. Harrison rechts in der hinteren Reihe.

Harrison stammte aus dem Rugbyumfeld von Hull. In dem 1892 erschienenen Werk Football: The Rugby Union Game wird er als „Gilbert or Gillie Harrison“ und als bekannter Spieler aus Hull beschrieben, der wie W. H. H. Hutchinson die Auswahl von Yorkshire als Kapitän führte. Für die Grafschaftsauswahl spielte Harrison demnach ab 1875 und gehörte ihr bis zum Ende der Saison 1887/88 nahezu durchgehend an; seine Verbindung zur Mannschaft erstreckte sich über vierzehn Spielzeiten.[2]

Für die englische Nationalmannschaft spielte Harrison dreimal gegen die irische, dreimal gegen die schottische und einmal gegen die walisische Nationalmannschaft. In einer Mannschaftsaufstellung gegen Irland wird er als Stürmer von Hull geführt.[3]

Als Spielertyp beschrieb Football: The Rugby Union Game Harrison als nützlichen und arbeitsstarken Stürmer, der seine Füße sowohl im Gedränge als auch im offenen Spiel wirkungsvoll einsetzte und als guter Dribbler galt. An anderer Stelle wird er als beweglicher Stürmer beschrieben, der besonders durch das Durchbrechen aus dem Paket und geschicktes Dribbling auffiel.[3][2]

Afghanische Tiger’s-Head-Marke von 1871, ein von Harrison bearbeitetes Sammelgebiet.

Harrison gehörte zu den britischen Philatelisten des späten 19. Jahrhunderts. Die Association of British Philatelic Societies nennt ihn als Mitautor des 1893 erschienenen Handbuchs Portuguese India, das er gemeinsam mit F. H. Napier verfasste. Außerdem besaß er demnach eine bedeutende Afghanistan-Sammlung und bereitete bei seinem Tod ein Werk über dieses Sammelgebiet für die Royal Philatelic Society London vor.[4]

Ein weiterer Schwerpunkt Harrisons waren die von George F. Nesbitt & Co. hergestellten gestempelten Umschläge und Streifbänder der Vereinigten Staaten. Für seine Ausstellung zu Umschlägen der Vereinigten Staaten erhielt er bei der London Philatelic Exhibition 1890 eine Goldmedaille.[4] In The London Philatelist veröffentlichte er 1893 den mehrteiligen Beitrag Envelopes of the United States, in dem er die damalige Katalogisierung und Unterscheidung US-amerikanischer Ganzsachen behandelte.[5]

Zum Zeitpunkt seines Todes arbeitete Harrison an einer Artikelreihe über die Nesbitt-Umschläge der Vereinigten Staaten für The London Philatelist. Nach dem Vorwort Edward Denny Bacons zu der postum erschienenen Monografie The Nesbitt Stamped Envelopes and Wrappers of the United States of America hatte Harrison einen großen Teil seiner letzten Lebensjahre dem Studium dieser Umschläge gewidmet und eine der bedeutendsten Sammlungen auf diesem Gebiet aufgebaut. Die Tafeln für die geplante Veröffentlichung waren bereits vorbereitet, Teile des Textes abgeschlossen, andere Abschnitte blieben unvollendet. Bacon übernahm die von Harrisons Familie überlassenen philatelistischen Unterlagen und gab die Arbeit 1895 als Supplement zu The London Philatelist heraus.[6]

Die postume Nesbitt-Monografie griff auch auf Harrisons frühere Beiträge im London Philatelist zurück. Bei der Bewertung einer 4-Cents-Variante verweist sie ausdrücklich auf Harrisons Artikel in Band 2 des London Philatelist.[7] Der US-amerikanische Philatelist Victor M. Berthold schrieb 1906, der erste öffentlich zugängliche Versuch, die Stempelvarianten der Nesbitt-Ausgaben zu beschreiben, gehe auf Harrison zurück.[8]

Harrisons Beschäftigung mit Portugiesisch-Indien ist auch bibliografisch nachweisbar. Der Philatelic Index von 1906 verzeichnet eine Artikelreihe Stamps of Portuguese India von Gilbert Harrison und F. H. Napier im Stanley Gibbons Monthly Journal.[9] In The London Philatelist wurde 1893 hervorgehoben, dass die Klassifikation der Marken von Portugiesisch-Indien lange schwierig gewesen sei und die Artikel Harrisons und Napiers zuvor verstreute Informationen zusammengeführt hätten.[10]

Postum wurde Harrison in die Erinnerungstradition des Roll of Distinguished Philatelists einbezogen. Die Royal Philatelic Society London führt ihn unter den „Fathers of Philately“, einer Gruppe von 43 Philatelisten, deren Namen bei der Einrichtung des Roll of Distinguished Philatelists im Jahr 1921 aufgenommen wurden.[1]

  • Francis Marshall (Hrsg.): Football: The Rugby Union Game. Cassell and Company, London 1892.
  • Brian J. Birch: The Fathers of Philately Inscribed on the Roll of Distinguished Philatelists. Royal Philatelic Society London / RDP Trust, London 2019.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 The Fathers of Philately Inscribed on the Roll of Distinguished Philatelists. Royal Philatelic Society London, abgerufen am 29. Mai 2026 (englisch).
  2. 1 2 Francis Marshall (Hrsg.): Football: The Rugby Union Game. Cassell and Company, London 1892, S. 422–423 (englisch, archive.org [abgerufen am 29. Mai 2026]).
  3. 1 2 Francis Marshall (Hrsg.): Football: The Rugby Union Game. Cassell and Company, London 1892, S. 156 (englisch, archive.org [abgerufen am 29. Mai 2026]).
  4. 1 2 Who Was Who in Philately. Association of British Philatelic Societies, abgerufen am 29. Mai 2026 (englisch).
  5. Gilbert Harrison: Envelopes of the United States. In: The London Philatelist. Band 2, 1893, S. 10–17, 40–43, 56–59 (englisch, archive.org [abgerufen am 29. Mai 2026]).
  6. Gilbert Harrison: The Nesbitt Stamped Envelopes and Wrappers of the United States of America. edited and completed by Edward Denny Bacon; Supplement to The London Philatelist. M. P. Castle, London 1895, S. V–VI (englisch, org.uk [PDF; abgerufen am 29. Mai 2026]).
  7. Gilbert Harrison: The Nesbitt Stamped Envelopes and Wrappers of the United States of America. edited and completed by Edward Denny Bacon; Supplement to The London Philatelist. M. P. Castle, London 1895, S. 26 (englisch, org.uk [PDF; abgerufen am 29. Mai 2026]).
  8. Victor M. Berthold: The Die Varieties of the Nesbitt Series of United States Envelopes. Scott Stamp & Coin Co., New York 1906, S. 3 (englisch, gutenberg.org [abgerufen am 29. Mai 2026]).
  9. William A. R. Jex Long: The Philatelic Index. Archibald Sinclair, Glasgow 1906, S. 90 (englisch, gutenberg.org [abgerufen am 29. Mai 2026]).
  10. Portuguese India. In: The London Philatelist. Band 2, 1893, S. 132 (englisch, archive.org [abgerufen am 29. Mai 2026]).