Chemikaliengesetz (Schweiz)
| Basisdaten | |||
|---|---|---|---|
| Titel: | Bundesgesetz über den Schutz vor gefährlichen Stoffen und Zubereitungen | ||
| Kurztitel: | Chemikaliengesetz | ||
| Abkürzung: | ChemG | ||
| Art: | Bundesgesetz | ||
| Geltungsbereich: | Schweiz | ||
| Rechtsmaterie: | Umweltrecht | ||
| Systematische Rechtssammlung (SR): | 813.1 | ||
| Ursprüngliche Fassung vom: | 15. Dezember 2000 | ||
| Inkrafttreten am: | 1. Januar 2005 | ||
| Letzte Änderung durch: | 13. Juni 2006 | ||
| Bitte den Hinweis zur geltenden Gesetzesfassung beachten. | |||
| Giftklasse | LD50 (mg/kg) | Bemerkung | Beispiel |
|---|---|---|---|
| 1* | – | karzinogen, teratogen oder mutagen; keine Abgabe an Privatpersonen | Benzol |
| 1 | <5 | keine Abgabe an Privatpersonen | Kaliumcyanid |
| 2 | 5–50 | Bezug nur gegen Giftschein | Salzsäure |
| 3 | 50–500 | Bezug nur gegen Empfangsbestätigung | Kupfersulfat |
| 4 | 500–2000 | Verkauf nur durch Fachpersonal | Paraformaldehyd |
| 5 | 2000–5000 | Verkauf nur durch Fachpersonal | Ethylacetat |
| 5S | 3000–5000 | Zulassung für Selbstbedienung | Brennspiritus |
Farbgebung ist den jeweiligen Giftbändern nachempfunden.
Beispiel für ein Giftband eines Backofenreiniger-Sprays:
| Gehalt: 2-AMINOETHANOL |
| Aerosol nicht einatmen. Reizt die Augen |
| Giftklasse 5, BAG-T-Nr. 23557 |
Mit Ausnahme von Chemikalien für die Forschung und solchen, die als Hilfsmittel, Ausgangsstoffe oder Zwischenprodukte ausschliesslich in chemischen Produktionsprozessen verwendet wurden, waren nur die in der Giftliste des BAG aufgeführten Gifte zugelassen. Für den Verkehr mit sämtlichen Giften der Giftklassen 1 bis 4 war eine allgemeine Bewilligung notwendig. Der Bezug von Chemikalien der Giftklassen 1 und 2 war nur mit einer besonderen Bezugsbewilligung möglich. Für Produkte mit Giftklasse 3 musste eine Empfangsbestätigung mit Angabe der Personalien unterzeichnet werden und Privatpersonen benötigten für den Erwerb von Giften der Klasse 2 einen Giftschein. Es gab drei Giftlisten:[5]
- Verzeichnis der giftigen Stoffe (Giftliste 1)
- Verzeichnis der giftigen Publikumsprodukte (Giftliste 2)
- Verzeichnis der giftigen gewerblichen Produkte (Giftliste 3)
Per 1. August 2005 sind die Giftklassen durch die in der EU üblichen Gefahrenpiktogramme ersetzt worden. Die Übergangsbestimmungen liefen am 31. Juli 2007 aus. Bis Dezember 2013 wurde die Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen obligatorisch auf GHS umgestellt. Bei Gemischen gilt das GHS-Obligatorium seit Juni 2015.[6]
Fussnoten und Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Schweizerisches Konsumentenforum: Vom Giftgesetz zum Chemikaliengesetz – Von Giftklassen zu Giftkennzeichnungen ( vom 11. April 2014 im Internet Archive) (PDF; 104 kB), März 2005
- ↑ Kundmachung vom 29. April 2014 der aufgrund des Zollvertrages im Fürstentum Liechtenstein anwendbaren schweizerischen Rechtsvorschriften (Anlagen I und II)
- ↑ Bundesamt für Umwelt: Materielle Unterschiede zwischen schweizerischem Recht und REACH (PDF; 105 kB), 1. November 2007
- ↑ Die Klassierung kann online abgerufen werden: IGS-Giftliste ( vom 10. Januar 2011 im Internet Archive) (Datenbank mit ca. 176'000 Stoffen und Produkten)
- ↑ Giftverordnung vom 19. September 1983 (GV, SR 813.1) – (letzte) Fassung vom 1. Januar 2004, Artikel 3.
- ↑ cheminfo.ch: Fragen und Antworten zu GHS ( vom 21. Februar 2014 im Internet Archive)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chemikaliengesetz (ChemG) – Gesetzestext
- Offizielle Seite zur Chemikaliengesetzgebung in der Schweiz
- Amtliche Pressemitteilung: Modernes Chemikaliengesetz soll Giftgesetz von 1969 ersetzen ( vom 27. September 2007 im Internet Archive)