Geula Cohen

Geula(h) Cohen (hebräisch גְּאֻלָּה כֹּהֵן Geʾullah Cohen, Plene גאולה כהן; * 25. Dezember 1925 in Tel Aviv, Völkerbundsmandat für Palästina; † 18. Dezember 2019) war eine israelische Herausgeberin und Politikerin.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geula Cohen war seit 1942 Mitglied der rechten Terrorbewegung Irgun und seit 1943 der Terrorgruppe Lechi, die die Araber und Briten mit Gewaltakten bekämpften. Sie wurde 1946 verhaftet und als Sprecherin des Lechi-Senders und wegen Waffenbesitzes wegen Terrorismus zu sieben Jahren Haft im Frauengefängnis Bethlehem verurteilt.[1][2][3] Am 21. April 1947 befreiten Yusuf Abu-Ghosh, ebenfalls Lechi-Mitglied und Muchtar seiner Hamula in Abu Goschs,[4][5] und weitere Mitstreiter des Ortes Cohen[6] im Zuge eine Trickentweichung aus dem Frauenhaftklinik in Jerusalem (im Migrasch haRussim).[4][7]
Sie war Herausgeberin der Zeitung der Chasit haNoʿar (חזית הנער ‚Jugendfront‘). Nach der Gründung Israels 1948 veröffentlichte sie Sulam (סֻלָּם Sullam), ein monatliches Magazin, das früher von dem Vorsitzenden der Lechi, Israel Eldad, herausgegeben worden war. Sie heiratete den Lechi-Aktivisten Emanuel Hanegbi (עמנואל הנגבי, geboren 1917 in Białystok; gestorben 6. Januar 1975 in Jerusalem); sie hatten zwei gemeinsame Söhne, einen im Kindesalter verstorbenen und Tzachi Hanegbi (צחי הנגבי Zachi Hanegbi). Von 1961 bis 1973 schrieb sie für die israelische Zeitung Maʿariv.
Zudem war sie politisch tätig und saß von 1974 bis 1992 in der Knesset. Zunächst war sie Likud-Mitglied. Als Menachem Begin 1979 zusammen mit Anwar Sadat den ersten arabisch-israelischen Friedensvertrag aushandelte, gründete sie mit Juval Neʾeman[8] aus Protest die Rechtsaußenpartei Techija. Ursache dafür war, dass sie es ablehnte, Ägypten die Sinaihalbinsel wieder zurückzugeben.[9] Einer der Mitgründer der Partei war Mosche Schamir, Mitglied der Bewegung für ein Großisrael.
Cohen starb am 18. Dezember 2019 im Alter von 93 Jahren. Ihr Grab befindet sich auf dem jüdischen Friedhof am Ölberg.[10]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2003 erhielt sie den Israel-Preis.[11][12]
- 2007 erhielt sie den Yakir Yerushalayim (יַקִּיר יְרוּשָׁלַיִם Jaqqir Jerūschaljim),[13] eine Art Ehrenbürgerschaft Jerusalems, die seit 1967 vergeben wird.
Publizierte Werke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Geschichte eines Kämpfers, 1961 (hebräisch, Autobiographie)
- Woman of Violence: Memoirs of a Young Terrorist, 1943–1948. Holt, Rinehart and Winston, 1966 (Autobiographie)
- Historisches Treffen, 1986 (hebräisch)
- Keine Kraft um müde zu sein, 2008 (hebräisch Ein li koah lehiyot ayefa)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Geulah Cohen auf der Webseite der Knesset (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ NN, “גאולה כהן נידונה ל-7 שנות מאסר”, in: מַשְׁקִיף, 7. Juni 1946, S. 2; abgerufen am 30. Mai 2026.
- ↑ NN, “שם: כהן גאולה”, auf: העמותה להנצחת מורשת לוחמי חרות ישראל; abgerufen am 27. Mai 2026.
- ↑ Avery Weinman, “Geulah Cohen” (23. Juni 2021), auf: Shalvi/Hyman Encyclopedia of Jewish Women. Jewish Women's Archive; abgerufen am 30. Mai 2026.
- 1 2 NN, “שם: אבו גוש יוסף”, auf: העמותה להנצחת מורשת לוחמי חרות ישראל; abgerufen am 27. Mai 2026.
- ↑ Gavriʾel Zifroni (גַּבְרִיאֵל צִפְרוֹנִי), “השייך הערבי יוסף אבו גוש מביע נאמנות לישראל”, in: HaBoker, 16. August 1948, S. 1.; abgerufen am 30. Mai 2026.
- ↑ Hillel Cohen: Army of Shadows. Palestinian Collaboration with Zionism, 1917 – 1948. University of California Press, Berkeley, Los Angeles, London 2008, ISBN 978-0-520-25221-9, S. 196.
- ↑ Die als Paare verkleideten Lechi-Mitglieder aus Abu Gosch inszenierten als Besucher einen Tumult, verschafften Cohen in der Verwirrung ein arabisches Frauengewand und verließen mit einer Person mehr die ansonsten gesicherte Frauen-Haftanstalt, weshalb die Trickentweichung als legendär gilt. Gavriʾel Zifroni (גַּבְרִיאֵל צִפְרוֹנִי), “השייך הערבי יוסף אבו גוש מביע נאמנות לישראל”, in: HaBoker, 16. August 1948, S. 1.; abgerufen am 30. Mai 2026.
- ↑ Michel Abitbol: Histoire d’Israël (= Marguerite de Marcillac [Hrsg.]: Collection Tempus. Nr. 936). 2. Auflage. Éditions Perrin, Paris 2024, ISBN 978-2-262-10643-0, S. 666.
- ↑ Lawrence Joffe: Obituary: Moshe Shamir. In: The Guardian. 28. August 2004, abgerufen am 6. Februar 2025.
- ↑ Redaktion: Geula Cohen, pre-state underground fighter, veteran right-wing MK, dies at 93. In: The Times of Israel, 19. Dezember 2019, abgerufen am selben Tage.
- ↑ Israel Prize Official Site (in Hebrew) – Recipient’s C.V. Archiviert vom am 3. Juni 2013; abgerufen am 3. Oktober 2025 (hebräisch).
- ↑ Israel Prize Official Site (in Hebrew) – Judges' Rationale for Grant to Recipient. Archiviert vom am 3. Juni 2013; abgerufen am 3. Oktober 2025 (hebräisch).
- ↑ Recipients of Yakir Yerushalayim award. In: jerusalem.muni.il. Archiviert vom am 17. Juni 2011; abgerufen am 4. August 2024 (hebräisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cohen, Geula |
| ALTERNATIVNAMEN | Cohen, Geulah; גאולה כהן |
| KURZBESCHREIBUNG | israelische Herausgeberin und Politikerin |
| GEBURTSDATUM | 25. Dezember 1925 |
| GEBURTSORT | Tel Aviv, Völkerbundsmandat für Palästina |
| STERBEDATUM | 18. Dezember 2019 |