Roland Comploj (Vorstandsvorsitzender) Martin Frick (Vorstand Finanzen) Hannes Tschofen (Vorstand Technik) Tobias König (Geschäftsleitung BU Africa) Daniel Frei (Geschäftsleitung BU Shirting/Technics)
Im Jahr 1818 gründeten Christian Getzner, Franz Xaver Mutter und Andreas Gassner unter dem Firmennamen Getzner, Mutter & Cie. in Bludenz ein Textilien produzierendes und handelndes Unternehmen. Getzner und Mutter hatten zuvor Kolonialwarenhandlungen in Feldkirch und Bludenz betrieben.[4]
Großbrand des fünfstöckigen Fabrikgebäudes der Getzner, Mutter & Cie. in Feldkirch (1902)Maschinensatz des 1897 eröffneten und 1984 stillgelegten Mengbachwerks in Nenzing (1909)Stammwerk von Getzner Textil in Bludenz hinter der Heilig-Kreuz-Kirche (2005)
Ein Jahr später eröffnete das Unternehmen in Feldkirch eine Rotfärberei sowie seine erste Maschinenspinnerei. Im Jahr 1820 beschäftigte es rund 3000 Heimarbeiterinnen für die Spinnerei und Weberei im Raum Bludenz und den angrenzenden Tälern. 1827 wurde der heutige Standort in der Bleichestraße1 in Bludenz begründet, als das Unternehmen die dortige städtische Bleiche übernahm. 1871 wurde die mechanische Buntweberei errichtet und der eingeschoßige Shedbau mit seiner klassizistischen Schaufassade galt als technisches Novum, da hier erstmals eine liegende Antriebswelle eingesetzt wurde.
1902 wurde bei einem Großbrand das fünfstöckige Fabrikgebäude der Getzner, Mutter & Cie. am Leonhardsplatz in Feldkirch vernichtet und nicht wieder aufgebaut.
Getzner in Bludenz und Bürs war, wie viele Textilbetriebe der damaligen Zeit, auch ein Pionier der regionalen elektrischen Energiegewinnung und Energieversorgung. Die ursprünglich mechanische Energieumwandlung wurde bei Getzner zum Ende des 19.Jahrhunderts auf Wasserkraftanlagen zur elektrischen Energiegewinnung umgestellt und es wurden neue Elektrizitätswerke gebaut.
Als erstes Elektrizitätswerk der Getzner-Unternehmen ging 1897 das Mengbachwerk in Nenzing in Betrieb. Bis etwa 1980 konnte der gesamte Stromverbrauch des Betriebs durch eine eigene Energiegewinnung abgedeckt werden.[5]
Webmaschine bei Getzner Textil AG in Bludenz (2013)
1969 entstand das Unternehmen Getzner Chemie als Tochtergesellschaft (heute Getzner Werkstoffe).[6] Von 1974 bis 1987 existierte als Tochterunternehmen der Getzner Datendienst.[6]
Im Jahr 1980 wurde der textile Bereich des Unternehmens in die Getzner Textil AG ausgelagert. Getzner, Mutter & Cie. wurde nun zur Holding für Getzner Textil, Getzner Werkstoffe, Getzner Datendienste und Getzner Energie.[3][6]
Im März 2026 wurde von Getzner auch die Feinjersey Colours GmbH & Co. KG am Standort Rankweil übernommen, nachdem bereits zuvor eine 40-prozentige Beteiligung bestanden hatte.[7]
Getzner Textil ist Hersteller von Bekleidungsdamasten (Afrika-Damast), Modestoffen für Hemden und Blusen, Corporate Fashion sowie technischen Textilien. Getzner Textil produziert nach eigenen Angaben (2022) mit 710 Webmaschinen, vier Ausrüst- und zwei Färbereibetriebe jährlich etwa 77Millionen Laufmeter Gewebe und erwirtschaftet damit einen Umsatz von 446Millionen Euro.
Der Exportanteil in über 60Länder soll bei rund 95Prozent liegen.[1]
Seit 2001 hat Getzner ein eigenes Fernwärmenetz in Betrieb genommen.[19] Damit werden neben dem Eigenbedarf, auch öffentliche Gebäude in der Umgebung versorgt.
Unter anderem entstand zwischen 2016 und 2021 eine 900Meter lange Fernwärmetrasse zur Beheizung des Frei- und Hallenbades ValBlu mit Produktionsabwärme.[20]
Die Wärmequellen sind Kompressoren und Rauchgaswärmetauscher der Dampfkesselanlagen.[21][19]
Manfred A. Getzner: Das historische Stoffmuster-Archiv der Firma Getzner Textil AG in Bludenz (1890 bis 1960). In: Andreas Raffeiner (Hrsg.): Aspekte der Vorarlberger Landesgeschichte. Festschrift für Franz Mathis zum 75. Geburtstag. Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2023 (Schriftenreihe geschichtswissenschaftliche Studien; 9), ISBN 978-3-339-13562-9, S. 97–100.
12Best-Practice-Beispiele der Vorarlberger Wirtschaft. Case Study: Abwärmenutzung bei Getzner Textil AG, Mai 2014, Schritt für Schritt zur Energieautonomie (Memento vom 20. August 2019 im Internet Archive), energieautonomie-vorarlberg.at, abgerufen am 31. Mai 2026.
↑Verhandlungsschrift über die am 17. November 2016 stattgefundene 15. öffentliche Sitzung der Stadtvertretung Bludenz, S. 14, Herausgeber: Amt der Stadt Bludenz, 21. November 2016.
12Innovation trifft Umwelt. (getzner.at[abgerufen am 31.Mai 2026]).