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Gertrud Knopp-Rüb

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Gertrud Knopp-Rüb (2003)

Gertrud Knopp-Rüb (* 19. Dezember 1925 in Kobadin, Dobrudscha; † 23. August 2013) war eine dobrudschadeutsche Vertriebenenfunktionärin und Heimatdichterin.

Gertrud Knopp-Rüb wuchs als Tochter einer Lehrerfamilie in Kobadin auf. Ihre Eltern kamen aus Bessarabien. Nach dem Besuch der Volksschule wechselte sie an das Mädchengymnasium in Constanța. Infolge der politische Neuordnung entschied sich ihre Familie 1940 zur Umsiedlung ins Deutsche Reich, die sie zunächst in Lager in Österreich und später in das Wartheland führte, wo sie eine zweijährige höhere Handelsschule besuchte. Nach der Flucht am Ende des Zweiten Weltkriegs gelangte sie 1945 nach Stuttgart in Westdeutschland. Hier heiratete sie 1948 und wurde Mutter zweier Kinder. Auch in Stuttgart begann kurz nach dem Ende des Kriegs ihre landsmannschaftliche Arbeit, in die sie über 60 Jahre aktiv eingebunden war.

Ihre Arbeit für die Landsleute begann sie bereits kurz nach dem Krieg als Sekretärin bei ihrem Onkel Karl Rüb im Hilfswerk Rüb. Seit März 1984 war sie Schriftleiterin der Kulturbeilage „Heimat“ des Mitteilungsblattes und Vorsitzende des Bundesfachausschusses Kultur und Schrifttum sowie Mitglied des Bundesvorstandes der Landsmannschaft der Bessarabiendeutschen. Insgesamt war sie über Jahrzehnte als Vorstandsmitglied in der Landsmannschaft der Bessarabiendeutschen und auch bei den Dobrudschadeutschen tätig.

Durch ihre Herkunft aus der Dobrudscha und ihr Wissen über die Geschichte der Bessarabien- und Dobrudschadeutschen prädestinierte sie zur Wahl der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Dobrudscha- und Bulgariendeutschen. In dieser Funktion führte sie zahlreiche Reisen in die Dörfer in der Dobrudscha und in Bessarabien durch.

In der Dobrudscha ließ sie Anfang der 2000er Jahre in vielen Dörfern der Dobrudscha Gedenksteinen zur Siedlungsgeschichte der Dobrudschadeutschen aufstellen.[1] Diese Gedenksteine sind heute noch an den Orten, Malcoci, Karamurat, Ciucurova, Tariverde, Cobadin u. a. zu besichtigen und machen sie bekannt. Ebenso zeichnete sie für die Herausgabe des Dobrudschaboten verantwortlich. Für ihren Einsatz in der Landsmannschaft und Völkerverständigung wurde ihr 2001 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.[2]

Von 2001 bis 2008 war Gertrud Knopp-Rüb Vorsitzende der Landsmannschaft. In einer für die Landsmannschaft schwierigen Situation führte sie 2009 die Landsmannschaft der Dobrudschadeutschen mit dem Bessarabiendeutschen Verein zusammen. Gertrud Knopp wurde vom Bessarabiendeutschen Verein e. V. mit der Goldenen Ehrennadel, der höchsten Auszeichnung, gewürdigt. Nachdem sie infolge der Fusion mit der Landsmannschaft der Dobrudschadeutschen e. V. aus Altersgründen aus dem Bundesvorstand ausgeschieden war, wurde sie in Anerkennung ihrer Verdienste zur Ehrenbundesvorsitzenden ernannt.

  • Bessarabische Spezialitäten. 38 Rezepte.
  • Land o Land, … Erinnerungen an die verlorene Heimat, Verse und Prosa. Biber, Stuttgart 1995, ISBN 978-3-9803774-4-7.
  • Unvergessenes Land Bessarabien. Landsmannschaft der Bessarabiendeutschen, Bundesfachausschuss Kultur und Schrifttum, 1986.
  • Katzbach 1821–1940. Vom Leben und Schicksal einer bessarabiendeutschen Gemeinde in Briefen, Bildern und Berichten. Stuttgart 1987.
  • Seht das Land. Studienreise nach Israel. Stuttgart 1987.
  • … denn dein Leuchten ist geblieben. Verse und Prosa. Eigenverlag, Gerlingen 1975.
  • Der Bessarabiendeutsche Verein trauert um seine Ehrenvorsitzende Frau Gertrud Knopp. Mitteilungsblatt Oktober 2013, Seite 3.
  • Die Provinz Dobrudscha in Rumänien und ihre Deutschen. Teil 2. Mitteilungsblatt Februar 2024, Seite 19.

Einzelnachweise

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  1. Gertrud Knopp-Rüb: Gedenksteine in der Dobrudscha. Hrsg.: Landsmannschaft der Dobrudschadeutschen. Teil 1 und 2. Flein (2002–2003).
  2. Die Provinz Dobrudscha in Rumänien und ihre Deutschen – Ein Überblick 1840–1940. S. 5.