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Gerd Leopold

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Gerd Leopold (2022)

Gerd Leopold (* 23. Juli 1958 in Riesa, Deutsche Demokratische Republik)[1] ist ein ehemaliger deutscher Mittel- und Langstreckenläufer und gegenwärtiger Bobtrainer. Er zählt zu den anerkanntesten Trainern des Bobsports. Während seiner Zeit als Sportfunktionär in der DDR arbeitete er hauptamtlich für das Ministerium für Staatssicherheit (Stasi).[2][3][4]

Leopold war als Mittel- und Langstreckenläufer beim SC Einheit Dresden aktiv. In dieser Zeit absolvierte er die Marathonstrecke in 2:32 Stunden. Damit gelang es ihm, sich in die ewige Stadtrangliste Dresdens einzutragen. Die Ausdauer wurde als seine herausstechendste Eigenschaft beschrieben. Seine aktive leistungssportliche Karriere musste Leopold jedoch aufgrund von gesundheitlichen Problemen frühzeitig beenden.

1982 erhielt er von der politischen Führung und dem Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik den Auftrag, in Altenberg an der neu gebauten Rennschlitten- und Bobbahn einen zweiten Stützpunkt für den Bobsport neben Oberhof aufzubauen. Nach der politischen Wende und der anschließenden Wiedervereinigung arbeitete er an der Seite von Raimund Bethge als Bundestrainer. Dafür verließ der den Altenberger Stützpunkt und zog nach Berchtesgaden. 1993 kehrte er zurück ins Erzgebirge.

In Altenberg trainierte Leopold Harald Czudaj. Diesem gelang bei den Olympischen Winterspielen 1994 im norwegischen Lillehammer zusammen mit Karsten Brannasch, Olaf Hampel, Alexander Szelig der Olympiasieg im Viererbob. Im Februar 1996 gründete er gemeinsam mit Czudaj das „Olympia“-Sport und Freizeitzentrum in Riesa sowie 2003 ein Pendant in Coswig.

Nach dem Ende seiner Tätigkeit als Bundestrainer übernahm Leopold zunächst das Amt des Nationaltrainers von Jamaika, später arbeitete er für den französischen und niederländischen Verband. In dieser Zeit engagierte er sich zudem in seiner Heimatstadt Riesa als Stadtrat. Dieses Mandat gab er auf, als der Bob- und Schlittenverband für Deutschland ihn im Jahr 2007 erneut verpflichtete. Leopold wurde Bundesstützpunkttrainer in Altenberg und war zeitweilig auch für den Nachwuchs zuständig. Dort trainierte er u. a. Matthias Höpfner, Thomas Florschütz, den mehrfachen Weltmeister und Olympiasieger von 2018 sowie 2022, Francesco Friedrich[5] und Nico Walther.[6] Nach dem Olympiasieg von Friedrich 2018 wurde Leopold die Ehre zuteil, sich in das Goldene Buch der Stadt Riesa eintragen zu dürfen.[7] Zudem gab er bekannt, seine Karriere als Trainer bis zu den Olympischen Winterspielen 2022 fortsetzen zu wollen.[8] Am 12. Januar 2019 wurde er im Rahmen der Sächsischen Sportgala zum Trainer des Jahres 2018 gekürt.[9]

Stasi-Vergangenheit

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Nach der deutschen Wiedervereinigung sah sich Leopold mit Stasi-Vorwürfen konfrontiert. Sie wurden allerdings öffentlich nicht weiter diskutiert und schadeten Leopolds Karriere nicht.[10][11][12]

Nach seiner Rückkehr nach Altenberg heiratete Leopold zum zweiten Mal. Er ist Vater von vier Kindern.

Quellen und weiterführende Literatur

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Commons: Gerd Leopold – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Fabian Deicke, Tino Meyer: Er macht das Bobteam Friedrich so stark. In: saechsische.de. Sächsische Zeitung, 25. Januar 2022, abgerufen am 7. September 2022.
  2. Frank Kastner: 35 Jahre «Hölle»: Präsident Klaus Kotter sagt Servus und hütet seine «Stasi-Briefe». In: Mitteldeutsche Zeitung. 27. Februar 2004, abgerufen am 22. Februar 2026.
  3. Geniale Symbiose zwischen Ost und West. In: Berliner Zeitung. 3. Oktober 2020, abgerufen am 22. Februar 2026.
  4. Frank Kastner: 35 Jahre «Hölle»: Präsident Klaus Kotter sagt Servus und hütet seine «Stasi-Briefe». In: Beiträge zur Sportgeschichte 22. 27. Februar 2004, abgerufen am 22. Februar 2026.
  5. Champ-Macher Leopold formte «Jahrhunderttalent» Friedrich. In: sueddeutsche.de. Süddeutsche Zeitung, 16. Februar 2016, abgerufen am 27. August 2020.
  6. Astrid Hofmann: Bob-Pilot Nico Walther: Feinfühliger „Rechenkünstler“. In: dnn.de. Dresdner Neueste Nachrichten, 21. Februar 2018, abgerufen am 23. Juli 2018.
  7. Uwe Päsler: Riesaer feiern Olympiasieger Francesco Friedrich und Meistermacher Gerd Leopold. In: dnn.de. Dresdner Neueste Nachrichten, 27. März 2018, abgerufen am 23. Juli 2018.
  8. Christian Eissner: Pirnaer bereiten ihrem Olympiasieger einen grandiosen Empfang. In: sz-online.de. Sächsische Zeitung, 1. März 2018, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 23. Juli 2018; abgerufen am 23. Juli 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. Frank Schober: Landessportgala: Sportkronen gehen an Tina Punzel, Eric Frenzel und Francesco Friedrichs Bob-Crew. In: sportbuzzer.de. Dresdner Neueste Nachrichten, 12. Januar 2019, abgerufen am 12. Januar 2019.
  10. Klaus Huhn: Der Kalte Krieg auf dem Eis. Abgerufen am 22. Februar 2026.
  11. Ehrlich und zuverlässig. In: spiegel.de. Der Spiegel, 18. Dezember 1995, abgerufen am 23. Juli 2018.
  12. Frank Kastner: 35 Jahre «Hölle»: Präsident Klaus Kotter sagt Servus und hütet seine «Stasi-Briefe». In: Beiträge zur Sportgeschichte 22. 27. Februar 2004, abgerufen am 22. Februar 2026.