Gerd Korman
Gerd Korman (geboren Gerd Kormann 24. Juli 1928 in Elberfeld) ist ein US-amerikanischer Historiker.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Adolf Gerd Kormann ist ein Sohn des Handelsvertreters Max Osias Kormann (1895–1962) und der Rosa Laufer (1903–1984), er hat den 1931 geborenen Bruder Manfred[1]. Er wuchs in Hamburg in der Nähe der Bornplatzsynagoge auf.[2] Rosa Kormanns Bruder Oswald Laufer wurde 1933 von SA-Männern ermordet. Kormanns Vater stammte aus Lipsko. Die Familie wurde 1938 in der Polenaktion aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Polen ausgewiesen, wo sie in Zbąszyń interniert wurde. Sein Vater versuchte auf dem Schiff St. Louis die Ausreise nach Kuba, das Schiff mit Emigranten erhielt aber dort keine Landeerlaubnis und musste umkehren. Er geriet in die Niederlande und gelangte in das niederländische Flüchtlingslager Westerbork. Korman und sein Bruder wurden Ende August 1939 mit einem Kindertransport in England in Sicherheit gebracht, sie kamen 1940 in die USA. Kormans Mutter gelang 1940 die Überfahrt von Genua aus. Kormans Vater überlebte den Holocaust, und die Familie kam nach Kriegsende in New York wieder zusammen.
Korman machte 1951 einen B.A. am Brooklyn College, 1953 einen M.A. an der University of Wisconsin–Madison und wurde 1959 promoviert. Er wurde 1956 Assistant Professor am Elmira College und im Jahr 1962 Professor für Amerikanische Geschichte an der School of Industrial und Labor Relations der Cornell University.
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Industrialization, immigrants, and Americanizers; the view from Milwaukee, 1866–1921. Madison: State Historical Society, 1967
- (Hrsg.): Hunter and hunted : human history of the Holocaust. New York: Delta, 1974
- (Hrsg.): Labor history documents. 3 Bände, 1974–75
- When heredity met the bacterium. Quarantines in New York and Danzig, 1898–1921, in: Leo Baeck Yearbook, 46 (2001), S. 243–276
- Nightmare's fairy tale : a young refugee's home fronts, 1938–1948. Autobiografie. Madison: University of Wisconsin Press, 2005
- This was America, 1865–1965 : unequal citizens in the segregated republic. Boston: Academic Studies Press, 2022
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gerd Korman, Kurzbiografie, in: Andreas W. Daum, Hartmut Lehmann, James J. Sheehan (Hrsg.): The Second Generation: Émigrés from Nazi Germany as Historians. With a Biobibliographic Guide. New York: Berghahn Books, 2016, S. 396f. Dort auch biografische Hinweise in der „Introduction“ von Andreas W. Daum, S. 7f.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Korman, Gerd, Bibliographie bei NLI
- Osias Max Kormann/Korman, bei Deutsches Schifffahrtsmuseum
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Surviving the Kindertransport: A Conversation with Manfred Korman, CUNYQueensborough, 30. Oktober 2026
- ↑ Angaben zu Kormans Biografie auch in der Autobiografie (2005)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Korman, Gerd |
| ALTERNATIVNAMEN | Kormann, Gerd Adolf |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Historiker |
| GEBURTSDATUM | 24. Juli 1928 |
| GEBURTSORT | Elberfeld |