Zum Inhalt springen

Georg Negwer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Georg Negwer (* 12. April 1926 in Waldenburg-Altwasser, Provinz Niederschlesien; † 4. März 2012) war ein deutscher Diplomat. Er war Botschafter in Polen und in der Türkei.

Negwer entstammte einer Arbeiterfamilie. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er zunächst als Lehrhauer in einem Bergwerk. Anschließend holte er in der DDR das Abitur nach und studierte Romanistik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Aus politischen Gründen migrierte er Ende 1950 in die Bundesrepublik, setzte an der Freien Universität Berlin sein Studium fort und promovierte 1953 zum Dr. phil.

1955 trat Negwer in den Auswärtigen Dienst ein. Seine erste Auslandsverwendung führte ihn als Kulturreferent an die Botschaft in Buenos Aires.[1] Von 1961 bis 1965 war er Konsul in Luanda, der Hauptstadt des damals noch dem portugiesischen Kolonialreich zugehörigen Angola. Daraufhin war er von 1965 bis 1970 in der Zentrale des Auswärtigen Amts in Bonn tätig, zuletzt als Leiter des Inlandreferats. Anschließend war er bis 1973 Kulturreferent an der Botschaft in Rom. Er war von 1973 bis 1976 Leiter des Parlaments- und Kabinettsreferats und von 1976 bis 1978 Leiter des Parlaments- und Kabinettsreferats im Auswärtigen Amt. Von 1978 bis 1979 war er Leiter der Abteilung Ausland im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Daraufhin war er von 1979 bis 1983 Botschafter in Polen und Leiter der Botschaft in Warschau. Von 1983 bis 1984 war er Chefinspekteur des Auswärtigen Amts. Von 1984 bis 1988 war er schließlich Botschafter in der Türkei und Leiter der Botschaft in Ankara.

Negwer war verheiratet und Vater zweier Söhne. Ihm wurde 1983 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und 1990 das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.

Werke (Auswahl)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Essay und Gedanke: Beitrag zur Erforschung der Problematik des Essays am Beispiel der französischen Essayistik. Berlin 1953.
  • Die Krümmung der Weltlinie: Gedichte. Haag und Herchen: Frankfurt am Main 1995.
  • Ost-westliche Wanderjahre: Mitteilungen aus einem Leben. Books on Demand: Berlin 2001.
  • Des edlen Herrn Michel de Montaigne Ansichten zu den Nöten und Hoffnungen dieser Welt: fiktive Gespräche / von ihm selbst erfragt durch Georg Negwer. Books on Demand: Berlin 2001.
  • Formen des Denkens: über den Essay. Books on Demand: Berlin 2004.
  • Memoria: wie aus gespeichertem Wissen Literatur entsteht. Books on Demand: Berlin 2007.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Klaus Wiegrefe: Triumph der Gerechtigkeit. In: Spiegel Online. 27. März 2011, abgerufen am 4. Mai 2026.