Georg Hummel
Georg Hummel (* 1. Dezember 1856 in Moosburg an der Isar; † 12. März 1902 in München) war ein deutscher Elektrotechniker, Erfinder und Unternehmer.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seine Eltern waren der Stadtapotheker Georg Hummel (* 1818) und Ursula, geb. Satzenhofer (1827–1905). Hummel nahm nach Abschluss eines Studiums an der Technischen Hochschule München im Jahr 1882 eine Tätigkeit bei der Firma von Sigmund Schuckert in Nürnberg auf. Dort entwickelte und verbesserte er als Leiter des Labors Gleichstrommaschinen und befasste sich mit Materialprüfung. Er entwickelte und verbesserte verschiedene Instrumente zur Messung von Gleich- und Wechselstrom und Wechselspannung. Für ein mit nur einem geringen Eisenanteil aufgebautes Dreheiseninstrument erhielt er 1884 das Patent DRP 30 486. Das Patent DRP 43 487 wurde ihm 1887 für einen verbesserten Gleichstromzähler erteilt. Nach der internationalen elektrotechnischen Ausstellung in Frankfurt im Jahr 1891 wechselte dieses Patent zur Firma British Thomson-Houston, woraus sich in Folge der bei Gleichstrom verwendbare Thomson-Zähler entwickelte.
1893 gründete er eine Fabrik für elektrische Stromzähler in München. 1895 erhielt er das Patent DRP 98 897 auf die später nach ihm benannte Hummelschaltung. Die Hummelschaltung dient bei Wechselspannung der gezielten Phasendrehung und erlaubt so die Erfassung von Blindleistung bei einem normalerweise nur Wirkleistung erfassenden Ferraris-Zähler.[1]
Von 2011 bis 2019 verlieh der VDE in zweijährigem Abstand insgesamt fünf Mal den Georg-Hummel-Preis aus, der hervorragende Studien- und Abschlussarbeiten aus dem Bereich der Messung elektrischer Energie und Leistung, insbesondere aus den Gebieten Zählen, Messen, Prüfen, Messdatenverarbeitung/-weitergabe, Messtechnikeinsatz zur Energieeffizienzsteigerung sowie damit verbundene Themen aus wirtschafts-, sozial- oder rechtswissenschaftlichen Disziplinen auszeichnete.[2][3]
In seiner Geburtsstadt sind eine Mittelschule[4] und eine Straße nach ihm benannt.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Siegfried Franck: Hummel, Georg. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 10. Duncker & Humblot, Berlin 1974, ISBN 3-428-00191-5, S. 53–54 (deutsche-biographie.de).
- Siegfried Franck: Georg Hummel (1856–1902), ein Pionier der Elektrotechnik; in: Technikgeschichte 38, 1971, S. 233–254; Besprechungsteil, S. 261.[5]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Georg Hummel, Elektrotechniker. Abgerufen am 3. Mai 2026.
- ↑ Georg-Hummel-Preis ( vom 15. Februar 2011 im Internet Archive)
- ↑ Georg-Hummel-Preis. Abgerufen am 3. Mai 2026.
- ↑ Wer war Georg Hummel? ( vom 25. Juli 2021 im Internet Archive)
- ↑ Technikgeschichte. Beiträge über die geschichtliche Entwicklung der Technik. ( vom 12. März 2010 im Internet Archive)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hummel, Georg |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Erfinder und Unternehmer |
| GEBURTSDATUM | 1. Dezember 1856 |
| GEBURTSORT | Moosburg an der Isar |
| STERBEDATUM | 12. März 1902 |
| STERBEORT | München |