Die Vorläuferbahnen der Südbahn hatten einen sehr uneinheitlichen Bestand an Güterzuglokomotiven. Die Südbahn ließ daher in ihrer Konstruktionsabteilung eine dreifach gekuppelte Güterzuglokomotive nach Vorbild der französischen „Bourbonnais“ entwickeln. Im Gegensatz zu dieser besaß die Neukonstruktion einen Außenrahmen und Hall’sche Kurbeln an den Achsen.
Im Laufe der Zeit gab es natürlich diverse Umbauten: ab 1861 erhielten die Lokomotiven Führerhäuser, in den 1880er Jahren Saugluftbremsen mit Schalldämpfer, auch erfolgten Neubekesselungen und weitere Änderungen. Einige Exemplare verloren ihren markanten Kegelrauchfang, auch „Südbahn-Stanitzel“ genannt.
Nach der Verstaatlichung 1924 erhielten die Österreichischen Bundesbahnen (damals BBÖ) 47 Stück, die sie als Reihe 49 einordnete.
Die JDŽ in Jugoslawien bezeichneten die übernommenen Lokomotiven als Reihe 124.
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die ÖBB von den in Österreich verbliebenen Maschinen der Deutschen Reichsbahn mit der 153.7114 nur eine einzige in ihren Betriebsbestand. Sie bekam die neue Nummer 53.7114, schied aber schon 1953 aus. Die Lokomotive blieb jedoch erhalten und war Denkmal vor den ÖBB-Direktionen in Linz und Innsbruck, verlor jedoch ihren Tender und die Kesselverkleidung und steht heute in mäßigem Zustand im Eisenbahnmuseum Strasshof.
Die BBÖ hatten in den 1920er Jahren einige Maschinen an die Graz-Köflacher Bahn (GKB) verkauft. Eine davon, die Lokomotive 671, ist mit kleinen Umbauten wie etwa Druckluftbremse, dank einer Baustein-Aktion der Steirischen Eisenbahnfreunde noch heute betriebsfähig. Als 2001 aufwendige Instandsetzungen zum Bestehen einer Hauptuntersuchung erforderlich waren, wurde besagte Bausteinaktion gestartet und, um weitere Fördermittel dafür zu akquirieren, ein Antrag, die Lok unter Denkmalschutz zu stellen, eingereicht und 2002 bewilligt.[3] Sie ist mit ihrem Baujahr 1860 die dienstälteste Dampflokomotive der Welt, die (abgesehen von Instandsetzungsarbeiten) ohne Unterbrechung in Betrieb stand (Die Lok Fairy Queen der East Indian Railway ist fünf Jahre älter, war jedoch zwischenzeitlich längere Zeit nicht betriebsfähig abgestellt). Sie wird mehrmals im Jahr angeheizt und bei Sonderfahrten eingesetzt.
In Ungarn waren die Lokomotiven auf den Strecken Budapest–Nagykanizsa, Pécs–Barcs und Pécs–Mohács eingesetzt. Die Lokomotive 674 der GKB kam im Rahmen eines Loktausches von der ÖBB-Werkstätte Mürzzuschlag nach Ungarn, nachdem sie zuvor dort in den Ursprungszustand versetzt worden war. Sie steht als älteste erhaltene Lokomotive Ungarns im Verkehrsmuseum Budapest.
Je ein weiteres Exemplar befindet sich im Eisenbahnmuseum Ljubljana (718 der Südbahn) sowie im Deutschen Technikmuseum Berlin (680 der GKB). Auch diese beiden Lokomotiven gehören zu den ältesten erhaltenen Originallokomotiven des betreffenden Staates.
Lokomotive 671 der GKB im Grazer Köflacherbahnhof
Sándor Tóth, Attila Kirchner, György Villányi: Die Lokomotivfabriken des Georg Sigl in Wien und Wiener Neustadt. bahnmedien.at, Wien 2016, ISBN 978-3-9503304-6-5.
↑Konzession zugunsten der 1830 konstituierten Donau-Dampfschiffahrt-Gesellschaft vom 20. Juli 1853; 1857: Bau von Fünfkirchen gegen Mohács; 1858: Fortsetzung bis Mohács; Gesamtlänge: 8,3Postmeilen (62,96km).