Provinz Friesland
| Fryslân Provinz der Niederlande | |||||
| Wappen | Flagge | ||||
| Lage | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Basisdaten | |||||
| Hauptstadt | Leeuwarden | ||||
| Größte Stadt | Leeuwarden | ||||
| Offizielle Sprachen | westfriesisch und niederländisch | ||||
| ISO 3166-2-Code | NL-FR | ||||
| Website | fryslan.frl | ||||
| Hymne | De âlde Friezen | ||||
| Politik | |||||
| Königlicher Kommissar | Arno Brok (VVD) | ||||
| Regierende Parteien | BBB, CDA, FNP und CU | ||||
| Bevölkerung | |||||
| Einwohner | 665.276 (8. von 12) | ||||
| Landesanteil | 3,7 % der Niederländer | ||||
| Bevölkerungsdichte | 199 Einw. pro km² (11. von 12) | ||||
| Religion (2015, CBS)[1] | 14 % – protestantisch 7 % – reformiert 7 % – römisch-katholisch 6 % – niederländisch-reformiert 1 % – Islam 7 % – übrige 58 % – keine | ||||
| Geographie | |||||
| Fläche | 5.753,26 km² | ||||
| – Land | 3.340,10 km² (1. von 12) | ||||
| – Wasser | 2.413,16 km² | ||||
| Höhe | −2 bis 45 m ü. NAP | ||||
| Koordinaten | 53° 12′ N, 5° 43′ O | ||||
| Verwaltungsgliederung | |||||
| Gemeinden | 18 | ||||
| – davon Städte | 11 | ||||
Topographie der Provinz Friesland | |||||
| Partei | Sitze[17] | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2007 | 2011 | 2015 | 2019 | 2023 | |
| BBB | – | – | – | – | 14 |
| PvdA | 12 | 11 | 7 | 6 | 5 |
| CDA | 12 | 8 | 9 | 8 | 4 |
| FNP | 5 | 4 | 4 | 4 | 4 |
| VVD | 5 | 6 | 5 | 4 | 3 |
| GroenLinks | 2 | 2 | 1 | 3 | 3 |
| ChristenUnie | 3 | 3 | 3 | 3 | 2 |
| PVV | – | 4 | 4 | 3 | 2 |
| FvD | – | – | – | 6 | 1 |
| SP | 4 | 3 | 5 | 2 | 1 |
| PvdD | – | – | 1 | 1 | 1 |
| D66 | – | 2 | 3 | 2 | 1 |
| JA21 | – | – | – | – | 1 |
| Sonst. | – | – | – | – | 1 |
| 50PLUS | – | – | 1 | 1 | – |
| Gesamt | 43 | 43 | 43 | 43 | 43 |
| Quellen | [18] | [19] | [20] | ||
Anmerkung: Die fettgedruckten Zahlen stellen die Koalitionen dar, die nach den Wahlen gebildet wurden.
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Das Wappen der Provinz (nicht „gestylt“)
- Das Wappen an einem Haus in Leeuwarden
- Wappen der Hauptstadt Leeuwarden (moderne Darstellung)
Gemeinden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Friesland ist bei einer Fläche von 5.724 km² mit 665.276 Einwohnern im Vergleich zu den anderen niederländischen Provinzen verhältnismäßig dünn besiedelt. Seit dem 1. Januar 2019 gliedert sich die Provinz in 18 Gemeinden:

| Gemeinde | Einwohner |
|---|---|
| 28.253 | |
| 3.822 | |
| 19.241 | |
| 52.253 | |
| 16.270 | |
| 51.961 | |
| 130.179 | |
| 45.933 | |
| 25.900 | |
| 30.073 | |
| 971 | |
| 57.195 | |
| 90.514 | |
| 4.834 | |
| 32.892 | |
| 1.204 | |
| 47.164 | |
| 26.617 |
(Einwohner am 1. Januar 2026)[21]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine frühe Kultur mit Siedlungen auf Terpen (Warften) entstand in Friesland um 400 bis 200 vor Christus. Die Römer nannten die Einwohner Frisii. Im 8. Jahrhundert kam Friesland zum Frankenreich, und es wurde christianisiert. Im Laufe des Mittelalters wurde Friesland stückweise von den Grafen von Holland einverleibt.
Nach einer langen Phase der Friesischen Freiheit im Mittel- und Spätmittelalter geriet Friesland 1498 unter sächsische Herrschaft (Herzog Albrecht der Beherzte) und kam 1515 an die Habsburger. Seit 1581 hatte es einen relativ unabhängigen Status innerhalb der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen. Als eine der wenigen Provinzen am Meer hatte es eine eigene Admiralität von Friesland. 1795 wurde Friesland Teil der Batavischen Republik, 1806 des napoleonischen Königreichs Holland und 1810 des Französischen Kaiserreichs. Seit 1815 ist Friesland eine Provinz des neu errichteten Königreichs der Niederlande.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2015 lag das regionale Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, bei 90 % des Durchschnitts der EU-28.[22] Im Jahr 2017 betrug die Arbeitslosenquote 5,5 %.[23]
Einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor bildet die Viehwirtschaft (Milch, Käse, Rindfleisch).
Friesland ist „Ursprungsheimat“ einer der ältesten Pferderassen der Welt, des so genannten Friesenpferdes, auch „Friese“ genannt.
Kultur und Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Friesland ist die kulturell eigenständigste der zwölf Provinzen der Niederlande. Die friesische Sprache ist in der Provinz noch relativ weit verbreitet und die friesische Identität sehr ausgeprägt. Die friesischen Vereine und Verbände der Provinz arbeiten über die Sektion West des Friesenrats (westfriesisch Fryske Rie) mit den Friesen in Deutschland zusammen.
Sprache
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In der Provinz Friesland ist neben dem standardisierten Niederländisch auch das Westfriesische als offizielle Sprache in Gebrauch. Außer diesen beiden Amtssprachen werden noch verschiedene weitere Dialekte und Sprachvarietäten des Friesischen, Niederländischen und Niedersächsischen in der Provinz gesprochen.
Friesisch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine eigene Sprache innerhalb der friesischen Sprachgruppe – und keinen Dialekt des Niederländischen – bildet das Westfriesische (auch Westerlauwerssches Friesisch genannt), das in Fryslân als Frysk bezeichnet wird und hier neben der niederländischen Standardsprache auch als offizielle Landessprache anerkannt ist. Von den etwa 650.000 Einwohnern Fryslâns sprechen etwa 450.000 friesisch, davon etwa 360.000 als Muttersprache. Es existieren verschiedene Dialekte, aber auch eine standardisierte Variante der Sprache. Von den vier Watteninseln Fryslâns sind nur Terschelling (westfriesisch Skylge) und Schiermonnikoog (westfriesisch Skiermûntseach) friesischsprachig. Das Westfriesische ist der mit Abstand vitalste Zweig der friesischen Sprachfamilie. Die in Deutschland noch gesprochenen Varietäten des Nord- und Saterfriesischen sind dagegen akut vom Aussterben bedroht.
Vor allem im privaten Bereich ist Friesisch in weiten Teilen Frieslands unter den Friesen wieder die erste Sprache. Aber auch im alltäglichen Leben gewinnt die friesische Sprache immer mehr an Bedeutung. So müssen die Anträge in den friesischen Rathäusern neben Niederländisch auch auf Friesisch ausliegen, und die Bewohner Frieslands haben das Recht, alle amtlichen Angelegenheiten auf Friesisch durchzuführen, was andererseits friesische Sprachkenntnisse der friesischen Beamten voraussetzt.
Die Verwaltung der Provinz Friesland in den Niederlanden verleiht alle drei Jahre den Gysbert Japicxpriis (deutsch Gysbert-Japicx-Preis), einen friesischen Literaturpreis benannt nach dem friesischen Schriftsteller Gysbert Japicx, der mit einer Summe von 5.000 Euro dotiert ist. Die Provinzverwaltung befolgt die Empfehlungen eines sachverständigen Ausschusses und zeichnet turnusmäßig Prosa- und Poesiewerke aus.
Friesisch-niederländische Mischdialekte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den friesischen Städten wird häufig ein Dialekt namens Stadtfriesisch gesprochen, der aus niederländischem Wortschatz und friesischer Grammatik besteht. Ebenfalls holländisch-friesische Mischdialekte sind das Bildts in der Gemeinde Het Bildt und das Midsländische auf der Insel Terschelling. Die Insel Ameland (westfriesisch It Amelân) hat ihre eigene friesisch-niederländische Sprache, das Amelânsk oder Amelands (deutsch „Ameländisch“). Diese Sprache wurde früher von den Herren von Ameland, der Familie Cammingha gefördert und vom friesischen abgewandelt.
Die verschiedenen Mischdialekte werden von Sprachwissenschaftlern unterschiedlich beurteilt.
Niedersächsisch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In einigen Gebieten der Provinz Friesland werden traditionell niedersächsische Dialekte gesprochen. Die im Kollumerland verbreiteten Dialekte werden entweder dem Gronings zugeordnet oder mit den im angrenzenden Groningerland gesprochenen Dialekten als Westerkwartiers zusammengefasst. Das fast ausgestorbene Kollumerpompsters gilt als zwar niedersächsischer, aber sehr stark friesisch beeinflusster Übergangsdialekt zum Friesischen.
Niederländisch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die niederländische Standardsprache hat in der Provinz wie in den gesamten Niederlanden offiziellen Status und wird auch durchgehend beherrscht. Für viele Menschen in der Provinz ist Niederländisch mittlerweile auch erste und Muttersprache. Traditionell wurde nur auf der Nordseeinsel Vlieland ein holländischer Dialekt gesprochen, der aber als ausgestorben gilt.
Gedenkkultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Provinz erinnern zahlreiche Stolpersteine, verlegt vom deutschen Künstler Gunter Demnig, an die Opfer der Shoah in Fryslân.
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die friesische Bevölkerung hat auch im Sport eigene Traditionen, die gehegt und gepflegt werden.
Typisch friesische Sportarten sind:
- fierljeppen (fier = weit, ljeppen = springen) = Stabweitsprung über einen Wassergraben; der Rekord liegt bei über 21 Meter; in Ostfriesland als Pultstockspringen bekannt
- keatsen, niederländisch kaatsen, ein von Dreier-Mannschaften gespielter Ballsport, der mit dem baskischen Pelota-Spiel verwandt ist und sonst nur noch in der Umgebung von Brüssel in Belgien getrieben wird. Höhepunkt der Saison ist das jährliche Turnier um den PC-Pokal in Frentsjer (niederländisch Franeker)
- die Elfstedentocht, westfriesisch Âlvestêdetocht, der international bekannte Eisschnelllauf-Marathon
- das Skûtsjesilen, eine Segel-Regatta zwischen alten Segelfrachtschiffen auf den friesischen Seen
Tourismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Tourismus ist von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Besonders gilt das für den Bädertourismus an der Küste und auf den Inseln. Friesland ist für Wassersportler ein beliebtes Ziel, auch der Seen wegen, die für viele Segler und andere Wassersportler einen Anreiz darstellen. Die kleinen, aber schönen Städte sind ein weiterer Anziehungspunkt.
Trivia
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Comedy-Kinofilm New Kids Nitro aus dem Jahr 2011 beschäftigt sich zu großen Teilen mit der Provinz Friesland.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website der Provinz Friesland (niederländisch, friesisch)
- Friesisches Filmarchiv (niederländisch)
- Allgemeine Friesische Unterrichtskommission (Afûk) (friesisch, niederländisch, englisch)
- Fryske Beweging (friesisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Religieuze betrokkenheid; kerkelijke gezindte; regio. CBS, 22. Dezember 2016, abgerufen am 19. November 2018 (niederländisch).
- ↑ Terpen en Wierdenland (niederländisch). Abgerufen am 10. September 2025.
- ↑ Gerben de Vries: Landschappen van Nord-Nederland. Nordelijke Friese Wouden. Abgerufen am 10. September 2025.
- ↑ Geologie van Nederland. Holozän (niederländisch). Abgerufen am 10. September 2025.
- ↑ Hans Koppen: Friesland vandaag. Leeuwarden 2017, S. 59.
- ↑ Hans Koppen: Friesland vandaag. Leeuwarden 2017, S. 63.
- ↑ Hans Koppen: Friesland vandaag. Leeuwarden 2017, S. 28.
- ↑ Nationalpark De Alde Feanen. Abgerufen am 10. September 2025.
- ↑ Hans Koppen: Friesland vandaag. Leeuwarden 2017, S. 63.
- ↑ Hans Koppen: Friesland vandaag. Leeuwarden 2017, S. 43.
- ↑ M. Schroor: Dikes – cultural-historical backbones of the Wadden Sea area, an introduction. Abgerufen am 3. Oktober 2025.
- ↑ Panorama Landschap: Friese en Groningse Waddeneilanden. Rijksdienst vor het Cultureel Erfgoed, abgerufen am 19. September 2025.
- ↑ Panorama Landschap. De Friese en Groningse Waddeneilanden. Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed, abgerufen am 19. September 2025.
- ↑ Provinciale Staten 15 maart 2023. In: verkiezingsuitslagen.nl. Kiesraad, abgerufen am 1. März 2025 (niederländisch).
- ↑ Provinciale Staten 20 maart 2019. In: verkiezingsuitslagen.nl. Kiesraad, abgerufen am 1. März 2025 (niederländisch).
- ↑ College van Gedeputeerde Staten. In: fryslan.frl. Provincie Fryslân, abgerufen am 1. März 2025 (niederländisch).
- ↑ https://www.verkiezingsuitslagen.nl/verkiezingen?s=Provinciale+Staten&v=&t=
- ↑ https://digitalehofstad.wordpress.com/2011/04/15/
- ↑ https://www.nieuweoogst.nl/nieuws/2015/05/15/lto-fryslan-positief-over-coalitieakkoord
- ↑ https://www.cda.nl/friesland/nieuws/coalitie-kiest-voor-stimuleren-van-fries-geluk/
- ↑ Bevolkingsontwikkeling; regio per maand. In: StatLine. Centraal Bureau voor de Statistiek, 27. Februar 2026, abgerufen am 28. Februar 2026 (niederländisch).
- ↑ Eurostat. Abgerufen am 15. April 2018.
- ↑ Arbeitslosenquote, nach NUTS-2-Regionen. Abgerufen am 5. November 2018.

