Frieda Coppi

Frieda Coppi (* 22. September 1884 als Frieda Schoen; † 8. Februar 1961 in Berlin) war eine deutsche Widerstandskämpferin und Antifaschistin.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Frieda Coppi Eltern gehörte der Arbeiterklasse an. Da ihre Eltern starben, wuchs sie anschließend bei Pflegeeltern auf. Sie absolvierte die Volksschule und begann danach ihre Ausbildung zur Schneiderin. Währenddessen lebte sie ein Jahr in Paris und war zunächst als Schneiderin in Heimarbeit tätig.[1] Im Jahr 1906 heiratete sie Robert Coppi (1882–1960), er arbeitete als Maler und war Spezialist für Lackschliff und Vergoldung.[2] Die beiden bekamen zwei Söhne und lebten zusammen zunächst in Berlin-Wedding. In den Jahren 1918/1919 nahm sie an Demonstrationen der Novemberrevolution teil. Sie trat 1930 der Kommunistische Partei (KPD) bei und half in der KPD-nahen Organisation Roten Hilfe.[1]
1935 betrieb Frieda Coppi in der Flohrstraße in Tegel eine Eisdiele, in der auch illegale Treffen stattfanden.[3] Diese befand sich in der Nähe der Gartenkolonie, in der die Familie wohnte. Durch ihren Sohn Hans und ihre Schwiegertochter Hilde kam Frieda Coppi in Verbindung mit anderen Mitgliedern der Widerstandsgruppe, die später als „Rote Kapelle“ bezeichnet wurde. Im September 1942, als die Gruppe aufgedeckt wurde, wurde auch Frieda Coppi festgenommen. Sie wurde ins Polizeigefängnis am Alexanderplatz gebracht, aber nach kurzer Zeit wieder entlassen.[1]
Nachdem sie in Freiheit war, war sie mit der Versorgung ihres Sohnes und ihrer Schwiegertochter, die beide im Gefängnis saßen beschäftigt, zusätzlich kümmerte sie sich noch um Hedwig Raasch, der Mutter von Hilde, die kränklich war. Ihr Sohn wurde am 22. Dezember 1943 hingerichtet. Ihrer Schwiegertochter Hilde war es erlaubt ihren Sohn, den sie nach seinem Vater Hans nannte, zu stillen, bevor auch sie am 5. August 1944 unter dem Fallbeil starb. Kurz vor dem Tod ihrer Schwiegertochter kam der kleine Hans zur Mutter von Hilde, diese starb jedoch noch im selben Jahr.[1]
Das Ehepaar Coppi hatte die Sorge, dass man ihnen Hans aus einem willkürlichen Grund wegnehmen könnte; so wurde das Kind zu Lotte Pinzke nach Lehnitz bei Oranienburg gebracht, wo diese wegen der Bombenangriffe auf Berlin mit ihren beiden Kindern wohnte, dort konnte der Enkel bis Kriegsende bleiben.[4]
Anschließend nahmen die Großeltern ihren Enkel zu sich, sie wohnten in der Gartenlaube „Am Waldessaum“ in Borsigwalde, in der vorher Hans und Hilde Coppi lebten, diese war während des Krieges zerstört, und danach wieder aufgebaut, worden.[5] 1945 wurde die Hatzfeldallee in Hans-und-Hilde-Coppi-Allee umbenannt, mit dem beginnenden Kalten Krieg war diese Ehrung nicht mehr geboten, da beide Coppis dem kommunistischen Widerstand angehörten.[3] Im August 1950 zogen die Großeltern mit ihrem Enkel in den östlichen Teil Berlins nach Karlshorst.[5]
Frieda Coppi arbeitete an der Hochschule für Ökonomie (HTW).[1] Seit den frühen 1950er Jahren war sie dort als Studentenbetreuerin tätig. Ihr Ehemann Robert arbeitete als Hausmeister an der Hochschule. Gemeinsam mit ihrem Enkel Hans wohnten sie in einer Dienstwohnung innerhalb des Gebäudekomplexes.[6]
Die 2. Oberschule in Karlshorst wurde 1958 nach Hans Coppi benannt. 1960 verstarb Robert Coppi.
Frieda Coppi starb am 8. Februar 1961 in Berlin.[1] Ihr Grab befindet sich in der Gräberanlage Pergolenweg des Zentralfriedhofs Berlin-Friedrichsfelde.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Eintrag von Frieda Coppi. In: Widerstand in Berlin gegen das NS-Regime 1933 bis 1945 – Ein biographisches Lexikon – Band 2, Trafo Verlagsgruppe, ISBN 978-3-89626-352-0, S. 25[7]
- Hans Coppi junior, Annäherung an meine Eltern Hans und Hilde Coppi. Wedding-Bücher, Verlag Walter Frey, Berlin 2026, ISBN 978-3-946327-45-5.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 Frieda Coppi, geb. Schoen – Schneiderin, Kommunistin, Betreiberin einer Eisdiele in Tegel. In: licht-blicke.org. Abgerufen am 10. Mai 2026.
- ↑ Vor 110 Jahren geboren: Hans Coppi. In: weddingweiser.de. Abgerufen am 10. Mai 2026.
- 1 2 Widerstand lokal – Tegel. In: antifaschistinnen-aus-anstand.de. Abgerufen am 10. Mai 2026.
- ↑ Vorführdame und Widerständlerin Ina Ender in Lehnitz. In: unser-lehnitz.de. Abgerufen am 10. Mai 2026.
- 1 2 Dem Leben zugewandt. In: stiftung-20-juli-1944.de. Abgerufen am 10. Mai 2026.
- ↑ Karlshorst. In: licht-blicke.org. Abgerufen am 10. Mai 2026.
- ↑ Widerstand in Berlin gegen das NS-Regime 1933 bis 1945 – Ein biographisches Lexikon – Band 2, C-G, Namensregister, S. 343; PDF-Datei, S. 4
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Coppi, Frieda |
| ALTERNATIVNAMEN | Schoen, Frieda (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Widerstandskämpferin |
| GEBURTSDATUM | 22. September 1884 |
| STERBEDATUM | 8. Februar 1961 |
| STERBEORT | Berlin |