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Fregehaus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Die Straßenfassade des Fregehauses 2006

Das Fregehaus ist ein barockes Kaufmannshaus an der Katharinenstraße 11 in der Innenstadt von Leipzig. Es steht unter Denkmalschutz.[1]

Das aus vier Flügeln bestehende viergeschossige Gebäude ist um einen rechtwinkligen Innenhof angelegt. Die symmetrische Hauptfassade ist von einem mit Fruchtgirlanden verzierten Kastenerker gekennzeichnet. Auf dem steilen Satteldach mit 62 Grad Neigung sitzen in vier Reihen 16 Giebelgauben. Zu den erhaltenen Teilen des Vorgängerbaus gehören das Kreuzgewölbe der Hofeinfahrt, Portale im Erdgeschoss und im Innenhof ein Relief, das Papst und Kaiser über Luther als Spottbild darstellt.

Der Kaufmann Gottfried Otto kaufte 1705 das Grundstück und ließ das dort befindliche Renaissancehaus (erbaut vermutlich 1535) in den Jahren 1706 bis 1707 vom Leipziger Ratsmaurermeister Johann Gregor Fuchs im barocken Stil umbauen.

Seinen heutigen Namen verdankt das Fregehaus dem Bankier Christian Gottlob Frege II (1747–1816), der es 1782 erwarb. Es blieb bis 1945 Sitz der Privatbank und bis 1976 eines Handelsbetriebes (mit staatlicher Beteiligung) der Familie Frege.[2] Im Zweiten Weltkrieg hatte die Westseite der Katharinenstraße bis auf die Alte Waage kaum Schaden genommen und damit auch das Fregehaus.[3] Ab 1978 war das Fregehaus der Sitz des VEB Leipziger Denkmalpflege, der das Haus von 1980 bis 1986 sanierte. Von 1973 bis 2013 – mit Unterbrechung während der Sanierung – befand sich im Fregehaus die Galerie am Sachsenplatz.

Als Nachfahren der Familie sind unter anderem der Vetter 2. Grades 3× entfernt[4] von Christian Gottlob Frege II, der erste Präsident des Bundesverwaltungsgerichtes Ludwig Frege und sein Enkel Andreas Frege besser bekannt als Campino, Sänger und Frontmann der deutschen Musikgruppe Die Toten Hosen.

Von 1998 bis März 2014 nutzte der gemeinnützige Verein „Europahaus Leipzig e. V.“ das Gebäude, das heute ein Hotel und ein Ladengeschäft beherbergt. Der Innenhof ist frei zugänglich.

Commons: Fregehaus – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. ↑ Eintrag in der Denkmaldatenbank des Landes Sachsen zur Denkmal-ID 09298306 (PDF, inklusive Kartenausschnitt). Abgerufen am 20. Januar 2026.
  2. ↑ Bestand 21021 Frege & Co., Handels- und Bankhaus, Leipzig im Staatsarchiv Leipzig.
  3. ↑ Siehe dazu Karte in Peter Schwarz: Das tausendjährige Leipzig. Vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. 1. Auflage. Band 3. Pro Leipzig, Leipzig 2015, ISBN 978-3-945027-13-4, S. 192/193.
  4. ↑ Stammtafel in: Gottlob Frege Leben-Werk-Zeit; Lothar Kreiser, Meiner Verlag, Hamburg, 2001.

Koordinaten: 51° 20′ 31″ N, 12° 22′ 29″ O