Franz Kroller
Franz (Xaver) Josef Kroller (* 7. Juli 1923 in Traiskirchen; † 16. November 2000 in Graz) war ein Bibliothekar und von 1972 bis 1988 Direktor der Universitätsbibliothek Graz.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Franz Kroller wurde am 7. Juli 1923 als Sohn des Volksschullehrers Franz Kroller (* 2. Dezember 1894 in Graz; † 9. Dezember 1986 ebenda)[1] und dessen Ehefrau Hilda (geborene Fleschitz; * 30. April 1898 in Traiskirchen; † 25. März 1984 in Baden)[2] geboren und am 22. Juli 1923 auf den Namen Franz (Xaver) Josef Kroller getauft.[3] Nach seinem Vater, der später auch Volksschuldirektor war, ist die im Jahr 1967 auf dessen Betreiben auf dem Dach der Traiskirchner Stadtsäle errichtete Franz-Kroller-Sternwarte benannt. Am 19. Mai 1934 wurde er in der Grazer Dompfarre gefirmt.[3]
Nach abgeschlossener Schulausbildung studierte er Jus an der Universität Graz und wurde 1949 promoviert.[4] Im selben Jahr wechselte er von der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultätsbibliothek, wo er seit 1947 beschäftigt war, an die Universitätsbibliothek, deren Direktor er von 1972 bis zu seiner Pensionierung 1988 war.
Kroller verfasste zahlreiche Publikationen zu rechtlichen und baulichen Aspekten des Bibliothekswesens. Er war ein vielgefragter Fachmann für die Planung von Universitätsneubauten und -umbauten, unter anderem bei der Schweizerischen Landesbibliothek in Bern, der Biblioteca Nazionale Centrale in Rom, der National- und Universitätsbibliothek Zagreb und der Iranischen Nationalbibliothek in Teheran.[5] Er setzte sich für großzügige Freihandaufstellungen ein.[6]
Von 1976 bis 1982 war Kroller Präsident der Vereinigung österreichischer Bibliothekare (VÖB), von 1977 bis 1981 Vorsitzender der Section for Library Building and Equipment der International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA) und von 1983 bis 1988 Präsident der Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche (LIBER), der Vereinigung europäischer wissenschaftlicher Bibliotheken.[7]
Am 12. Mai 1951 heiratete er standesamtlich in Graz eine Elfrieda/Elfriede Fröhlich († Juni 2001), die er am 12. Mai 1954 in der Grazer Herz-Jesu-Kirche auch kirchlich heiratete.[3]
Im Alter von 77 Jahren starb Kroller am 16. November 2003 in Graz.[3] Das Familiengrab befindet sich am Zentralfriedhof Graz (Grab: Z-21C-3-6).[8]
Schriften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rechtsvorschriften und Erlässe zum österreichischen Bibliothekswesen. Stand 1. Januar 1963. Österreichische Nationalbibliothek, Wien 1963 (= Handbuch österreichischer Bibliotheken, Bd. 3 / Biblos-Schriften, Bd. 34).
- mit Josef Zessner-Spitzenberg und Magda Strebl: Bibliotheksrecht. Wien 1968 (= Leitfäden zur Bibliotheksprüfung, Heft 5).
- Verbände des Bibliotheks- und Dokumentationswesens. Österreichische Nationalbibliothek, Wien 1981.
- Das Bibliothekswesen im Ausland. Österreichische Nationalbibliothek, Wien 1981.
- mit Walter Jaksch und Edith Fischer: Österreichischer Bibliotheksbau.
- Bd. 1: Von der Gotik bis zur Moderne. Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 1992.
- Bd. 2: 1945–1985. Böhlau-Verlag, Wien, Graz, Köln 1986.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sigrid Reinitzer (Hrsg.): Bibliotheken bauen und führen: eine internationale Festgabe für Franz Kroller zum 60. Geburtstag, Saur, München 1983.
- Edith Fischer: Franz Kroller und das österreichische Bibliothekswesen. In: Bulletin der Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche (LIBER), Jg. 1989, Nr. 32–33, S. 1–5.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Franz Kroller im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Indexeintrag für Franz Kroller in der Datenbank der Deutschen Biographie
- Hofrat Dr. Franz Kroller zum Gedenken
- Eintrag zu Kroller, Franz im Austria-Forum (im AEIOU-Österreich-Lexikon)
Fußnoten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Taufbuch Graz-Dom, tom. IX, fol. 39 (Faksimile), abgerufen am 7. April 2026
- ↑ Taufbuch Traiskirchen, tom. J, fol. 173 (Faksimile), abgerufen am 7. April 2026
- 1 2 3 4 Taufbuch Traiskirchen, tom. M, fol. 281 (Faksimile), abgerufen am 7. April 2026
- ↑ Edith Fischer: Franz Kroller und das österreichische Bibliothekswesen. In: Bulletin der Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche (LIBER), Jg. 1989, Nr. 32–33, S. 1.
- ↑ Hofrat Dr. Franz Kroller zum Gedenken, abgerufen am 7. Februar 2022.
- ↑ Edith Fischer: Franz Kroller und das österreichische Bibliothekswesen. In: Bulletin der Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche (LIBER), Jg. 1989, Nr. 32–33, S. 3.
- ↑ Esko Häkli: Innovation through co-operation. The history of LIBER (Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherches) 1971–2009. The Royal Library / Museum Tusculanum Press, Kopenhagen 2011, ISBN 978-87-635-3791-9, S. 77.
- ↑ Franz Kroller in der Grabsuche des Zentralfriedhofs Graz, abgerufen am 7. April 2026
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kroller, Franz |
| ALTERNATIVNAMEN | Kroller, Franz Xaver Josef (vollständiger Name); Kroller, Franz Josef |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Jurist, Direktor der Universitätsbibliothek Graz |
| GEBURTSDATUM | 7. Juli 1923 |
| GEBURTSORT | Traiskirchen, Österreich |
| STERBEDATUM | 16. November 2000 |
| STERBEORT | Graz, Österreich |