Fransenenziane
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Gewöhnlicher Fransenenzian (Gentianopsis ciliata) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Gentianopsis | ||||||||||||
| Ma |
Die Fransenenziane (Gentianopsis) bilden eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Die etwa 15 Arten sind auf der Nordhalbkugel weitverbreitet.[1]
Beschreibung
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Vegetative Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gentianopsis-Arten sind ein-, zweijährige bis ausdauernde krautige Pflanzen.[1] Die meist Pflanzenteile sind kahl.[1]
Die einfachen Laubblätter sind kreuzgegenständig angeordnet. Meist ist eine grundständige Blattrosette, deren Laubblätter aber bis zur Anthese verwelken, vorhanden.[1]
Generative Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Blütenstandsschäfte sind meist kürzer als die Stängel und sie sind manchmal papillös-beschuppt.[1] Meist stehen die Blüten endständig einzeln oder selten zu zweit an einem Pflanzenexemplar oder endständig an den Verzweigungen der Stängel.[1]
Die zwittrigen Blüten sind vierzählig mit doppelter Blütenhülle.[1] Die Kelchblätter sind verwachsen. Bei den meisten Arten sind die zwei äußeren Kelchlappen lanzettlich und länger sowie schmaler, spitzer oder zugespitzter als die beiden inneren.[1] Die blauen oder bei den meisten Arten manchmal rosafarben-violetter oder weißen selten hell-gelben Kronblätter sind je nach Art auf mindestens der Hälfte ihrer Länge weit-röhrig oder röhrig-glockenförmig verwachsen. Ihre Innenseite ist Nahe dem Bereich an dem die Staubblätter inseriert sind kahl oder mit winzigen Trichomen behaart. Die Kronlappen sind während der Anthese ausgebreitet und oft am Ende der Anthese zurückgekrümmt. Die Ränder der Kronlappen sind meist deutlich gezähnt oder gefranst, selten sind sie glatt oder fast glatt.[1] Es sind keine Faltenlappen (Plicae) zwischen den Kronzipfeln vorhanden.[1] Unter jedem Kronlappen befindet sich an der Kronröhre ein Nektarium.[1] Es ist nur ein Kreis mit vier Staubblätter vorhanden, sie sind an der oberen Hälfte der Kronröhre inseriert[1] und ragen nicht aus der Kronröhre heraus. Die Staubbeutel sind deutlich ausgebildet.[1] Der Fruchtknoten kaum bis deutlich gestielt.[1] Der haltbare, aufrechte Griffel ist kaum erkennbar und nur kurz, selten ist er gut ausgebildet und schlank.[1] Die Narbe ist zweilappig.[1]
Die zweifächerigen Kapselfrüchte sind abgeflacht-einförmig und enthalten viele Samen.[1]
Die Chromosomengrundzahl ist x = selten 11 oder meist 13.[1]
Systematik und Verbreitung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gattung Gentianopsis wurde 1951 durch Yu Chuan Ma in Acta Phytotaxonomica Sinica, Volume 1, Issue 1, Seite 7–19, Tafel 1–4, 5 aufgestellt. Synonyme für Gentianopsis Ma sind: Crossopetalum Roth, Gentiana sect. Crossopetalae Froel. ex Griseb., Gentiana subgen. Eublephis Raf. Vor 1951 wurden diese Arten in die Gattung der Enziane (Gentiana) eingeordnet.
Die Gattung Gentianopsis gehört zur Untertribus Swertiinae aus der Tribus Gentianeae innerhalb der Familie Gentianaceae.[2]
Die Gattung Gentianopsis umfasst je nach Autor 15[1] bis 24 Arten:
- Gentianopsis barbata (Froel.) Ma (Syn.: Gentiana barbata Froel., Gentianella barbata (Froel.) Bercht. & J.Presl, Gentianopsis stricta (Klotzsch) Ikonn.): Sie ist in China, Japan, Kasachstan, Kirgisistan, Russland und der Mongolei verbreitet.[3]
- Gentianopsis barbellata (Engelm.) Iltis: Sie gedeiht in Höhenlagen von 1000 bis 3800 Metern in den westlich-zentralen US-Bundesstaaten Arizona, Colorado, Utah, Wyoming sowie New Mexico.[1]
- Gewöhnlicher Fransenenzian (Gentianopsis ciliata (L.) Ma):[4] Sie ist von Marokko über Europa bis Sibirien verbreitet.
- Gentianopsis crinita (Froel.) Ma (Syn.: Gentiana crinita Froel.): Sie gedeiht in Höhenlagen von 0 bis 1400 Metern in Kanada und in den USA.[1]
- Gentianopsis contorta (Royle) Ma: Sie kommt in Nepal, Japan, Tibet und in den chinesischen Provinzen Guizhou, Liaoning, Qinghai, Sichuan sowie Yunnan vor.[3]
- Gentianopsis detonsa (Rottb.) Ma (Syn.: Gentiana detonsa Rottb., Gentianella detonsa (Rottb.) G.Don): Sie ist auf der Nordhalbkugel weitverbreitet. Es gibt seit 2004 etwa vier Unterarten:[2][1]
- Gentianopsis detonsa (Rottb.) Ma subsp. detonsa: Sie kommt in Island, Norwegen, im europäischen Russland, in Grönland, Alaska und Kanada vor.[2][1]
- Gentianopsis detonsa subsp. nesophila (Holm) J.S.Pringle: Sie gedeiht in Höhenlagen von 0 bis 20 Metern in Kanada.[1]
- Gentianopsis detonsa subsp. raupii (A.E.Porsild) Á.Löve & D.Löve: Sie gedeiht in Höhenlagen von 100 bis 300 Metern nur im kanadischen Alberta sowie Nordwest-Territorien.[1]
- Gentianopsis detonsa subsp. yukonensis (J.M.Gillett) J.M.Gillett: Sie gedeiht in Höhenlagen von 100 bis 500 Metern in Alaska und im kanadischen Yukon-Territorium.[2][1]
- Gentianopsis doluchanovii (Grossh.) Tsvelev: Sie kommt vom östlichen und nördlichen europäischen Russland bis Sibirien vor.
- Gentianopsis grandis (Harry Smith) Ma: Sie gedeiht in Höhenlagen von 2000 bis 4100 Metern in den chinesischen Provinzen südwestliches Sichuan sowie nordwestliches Yunnan.[3]
- Gentianopsis holopetala (A.Gray) Iltis (Syn.: Gentiana holopetala (A.Gray) Holm, Gentiana serrata var. holopetala A.Gray):[2] Sie gedeiht in Höhenlagen von 1800 bis 4000 Metern in den US-Bundesstaaten Kalifornien sowie Nevada.[1]
- Gentianopsis komarovii (Grossh.) Toyok.: Sie kommt in Russlands Fernem Osten vor.[5]
- Gentianopsis lutea (Burkill) Ma (Syn.: Gentiana detonsa Rottbøll var. lutea Burkill): Dieser Endemit gedeiht an steinigen Hängen in Höhenlagen von etwa 2300 Metern nur in Kunming Shi in Yunnan.[3]
- Gentianopsis macrantha (D.Don ex G.Don) Iltis: Sie kommt von Arizona und in den nördlichen bis westlichen mexikanischen Bundesstaaten Chihuahua, Durango, Sonora sowie Zacatecas vor.[1]
- Gentianopsis paludosa (Munro ex Hook.) Ma: Sie ist in drei Varietäten in Bhutan, Indien, Nepal, Sikkim, Tibet in der Inneren Mongolei, und in den chinesischen Provinzen Gansu, Hebei, westliches Hubei, Ningxia, Qinghai, Shaanxi, Shanxi, Sichuan sowie Yunnan verbreitet.[3]
- Gentianopsis simplex (A.Gray) Iltis: Sie gedeiht in Höhenlagen von 1200 bis 3400 Metern in den US-Bundesstaaten Oregon, Idaho, Nevada und Kalifornien vor.[2][1]
- Gentianopsis thermalis (Kuntze) Iltis (Syn.: Gentiana elegans A.Nelson, Gentiana thermalis Kuntze, Gentianella detonsa subsp. elegans J.M.Gillett, Gentianopsis elegans (A.Nelson) Ma, Gentianopsis detonsa var. elegans (A.Nelson) N.H.Holmgren): Sie kommt in den US-Bundesstaaten Colorado, Wyoming, Idaho, Montana, Utah, Nevada und New Mexico vor.[2][1]
- Gentianopsis virgata (Raf.) Holub: Die drei Unterarten kommen vom östlichen bis südlichen Kanada bis zu den nördlich-zentralen und den nordöstlichen Vereinigten Staaten vor:[1]
- Gentianopsis virgata subsp. macounii (Holm) J.S.Pringle (Syn.: Gentianopsis macounii (Holm) Iltis): Sie kommt vom subarktischen Amerika bis zu den nördlichen Vereinigten Staaten vor.[1]
- Gentianopsis virgatasubsp. victorinii (Fernald) Lammers (Syn.: Gentianopsis victorinii (Fern.) Iltis): Dieser gefährdete Endemit kommt nur in der Tidenzone des St. Lawrence Strom auf Meeresniveau in der kanadischen Provinz Quebec vor.[1]
- Gentianopsis virgata (Raf.) Holub subsp. virgata
- Gentianopsis yabei (Takeda & Hara) Ma ex Hid.Takah.: Sie kommt in Japan vor.
Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America, North of Mexico, Volume 14: Magnoliophyta: Gentianaceae to Hydroleaceae, Oxford University Press, New York, 2023, ISBN 978-0-19-769146-5. Gentianopsis Ma., S. 62–72 – textgleich online wie gedrucktes Werk.
- Ting-nung Ho, James S. Pringle: Gentianaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 16 – Gentianaceae through Boraginaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1995, ISBN 0-915279-33-9. Gentianopsis, S. 130–131 – textgleich online wie gedrucktes Werk.
- Daniil Olennikov, Nina Kashchenko: Gentianopsis metabolites and bioactivity: HPLC-PDA-ESI-tQ-MS/MS profiles, HPLC-UV quantification of Gentianopsis komarovii and Gentianopsis stricta, and choleretic potential. In: Natural Product Research, Volume 38, Januar 2024, S. 158–163. doi:10.1080/14786419.2022.2107640
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America, North of Mexico, Volume 14: Magnoliophyta: Gentianaceae to Hydroleaceae, Oxford University Press, New York, 2023, ISBN 978-0-19-769146-5. Gentianopsis Ma., S. 62–72 – textgleich online wie gedrucktes Werk.
- 1 2 3 4 5 6 7 Gentianopsis im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
- 1 2 3 4 5 Ting-nung Ho, James S. Pringle: Gentianaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 16 – Gentianaceae through Boraginaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1995, ISBN 0-915279-33-9. Gentianopsis, S. 130 – textgleich online wie gedrucktes Werk.
- ↑ Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
- ↑ Daniil Olennikov, Nina Kashchenko: Gentianopsis metabolites and bioactivity: HPLC-PDA-ESI-tQ-MS/MS profiles, HPLC-UV quantification of Gentianopsis komarovii and Gentianopsis stricta, and choleretic potential. In: Natural Product Research, Volume 38, Januar 2024, S. 158–163. doi:10.1080/14786419.2022.2107640
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- James S. Pringle, 2012: Datenblatt Gentianopsis bei Jepson Flora Project (Hrsg.): Jepson eFlora
- Die Tribus Gentianeae bei Lena Struwe: Gentian Research Network, 2002–2011. (engl.)