Die erste Namenerwähnung lässt sich auf das Jahr 1411 (Funtannen) datieren. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort fontana für Quelle, Brunnen ab.[3]
Die Grosse Fontanne entspringt in dicht bewaldetem Gebiet auf 1130mü.M. an der Schafegg beim Champechnubel (1261mü.M.) südlich des Napfs an der Grenze zum Kanton Bern.
Anfangs fliesst sie nach Südosten und erreicht bei Under Freimoos den Talboden. Sie verlässt den Wald und durchfliesst nun ein enges Tal mit Bergweiden, welches von stark bewaldeten Hügeln flankiert wird. Beim Hof Fontanne, bei der Einmündung des Chollochgrabe, wendet sie sich nach Nordosten.
Kurz später, bei Pfaffemättili, bildet sie eine enge und bewaldete Schlucht, welche sich teilweise ab der Alp Brand wieder öffnet und bei Stampf ein wenig ausbreitet. Sie nimmt hier den Seeblibach auf und fliesst wenig später kurz nach Norden. Dabei tangiert sie das Dorf Romoos im Osten, welches auf einem Hügel oberhalb der Grossen Fontanne liegt. Etwa ab der Mündung des Altmülibachs wendet sie sich wieder gegen Nordosten. Die Grosse Fontanne passiert nun zwei markant über den Fluss ragende Flühe, namentlich die Badhusflue und die Bergstoosflue. Bei Stägplatz, wenig nördlich von Doppleschwand, vereinigt sie sich schliesslich mit der Kleinen Fontanne und heisst nun nur noch Fontanne.
Fontanne
Kurz darauf mündet die Fontanne aus dem Südwesten kommend auf 595mü.M. bei Burgmatt von links in die aus dem Süden heranziehende Kleine Emme.
Der etwa 14,87km lange Lauf der Fontanne endet ungefähr 535 Höhenmeter unterhalb ihrer Quelle, sie hat somit ein mittleres Sohlgefälle von circa 36‰.
Die mittlere Höhe des Einzugsgebietes beträgt 932,6mü.M.[4] Der höchste Punkt ist am Hängst mit einer Höhe von 1343mü.M. im Südwesten des Einzugsgebietes.
Bei der Mündung der Fontanne in die Kleine Emme beträgt ihre modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 1,58m³/s. Ihr Abflussregimetyp ist nivo-pluvial préalpin[5], und ihre Abflussvariabilität[6] beträgt 20.
Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) der Fontanne in m³/s[2]
Wie alle Bäche des Napf zieht die Grosse Fontanne ein tiefes Kerbtal durch die Nagelfluh und wäscht das darin enthaltene Gold aus. Daher ist das Napfgebiet seit mindestens der Eisenzeit für das Waschen von Gold begangen worden. Einzelne Funde von bronzezeitlichen Fibeln lassen die Vermutung zu, dass bereits in dieser Zeit Gold in der Fontanne gewaschen wurde.
Das Gold der Fontanne ist sehr rein. Es besteht aus kleinen Flittern bis kaum mehr sichtbaren Stäubchen. Bis 1893 wurde das Goldwaschen in der Fontanne und der Kleinen Emme noch hauptberuflich betrieben. Danach rentierte der Aufwand nicht mehr und wurde nur noch als Hobby betrieben. In der Namenslandschaft des Napfgebietes bildet sich der Einfluss des Goldes und des Goldwaschens in zahlreichen Flurnamen ab. So zum Beispiel: Seeblibach, Goldbach und Goldsitenegg.
↑Martin Pfaundler, Rolf Weingartner, Robert Diezig:«Versteckt hinter den Mittelwerten» – die Variabilität des Abflussregimes. In: Hydrologie und Wasserbewirtschaftung (HyWa). Jg. 50, Heft 3, 2006, S.116–123, hier Tabelle auf S. 119 (Download[PDF; 3,2MB; abgerufen am 31.August 2020]). Abrufbar unter Gesamtes HyWa Heft 3, 2006.Abgerufen am 30.August 2020
↑Die Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert.