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Dänische Luftstreitkräfte

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(Weitergeleitet von Flyvevåbnet)

Königlich Dänische Luftwaffe
— Flyvevåbnet —


Emblem der Königlichen Dänischen Luftwaffe
Aufstellung 1. Oktober 1950
Staat Danemark Dänemark
Typ Teilstreitkraft (Luftstreitkräfte)
Stärke 3000 Soldaten
4500 Reservisten
Führung
Kommandeur Generalmajor Jan Dam[1]
Stellv. Kommandeur Brigadegeneral Karsten Jensen[2]
Insignien
Flugzeugkokarde
Hoheitszeichen (Seitenleitwerk)

Die Flyvevåbnet (Flugwaffe), in der NATO auf Englisch als Royal Danish Air Force bezeichnet, sind die Luftstreitkräfte des Königreiches Dänemark und die dritte Teilstreitkraft der dänischen Streitkräfte. Sie hat eine Personalstärke von etwa 3000 Aktiven Soldaten und 4500 Reservisten.[3]

Die Leitung ihrer Operationen liegt beim Führungskommando (Flyverstaben) in Karup und im übergeordneten logistischen Bereich beim JMTO (Joint Movement and Transportation Organisation) in Brabrand, westlichen Aarhus und Karup. Neben den unten aufgelisteten Flugplätzen unterhält die Flyvevåbnet Radarstationen unter dem Kommando der Kontroll- und Frühwarngruppe. Diese überwachen ständig den Luftraum über Dänemark und können zur unmittelbaren Abwehr und Luftverteidigung Jagdflugzeuge einsetzen und im Kriegsfall, auf Befehl des Luftwaffenführungskommandos, zusätzlich Flugabwehrraketen.

Die Geschichte der dänischen Luftstreitkräfte begann als Teil der Landstreitkräfte mit der Gründung einer Heeresfliegerschule (Hærens Flyveskole) am 2. Juli 1912. Die Marine hatte bereits im November 1910 eine Aeronautische Abteilung aufgestellt und eröffnete im Januar 1913 ebenfalls eine Fliegerschule (Marinens Flyveskole) sowie im Jahresverlauf in Kløvermarken auf Amager die erste Seefliegerstation des Marineflugwesens (Marinens Flyvevæsen), der noch weitere folgten. Weiterhin wurde am 18. Oktober 1917 die Aufstellung des Heeresfliegerdienstes (Hærens Flyvertjeneste) durchgeführt, der am 1. Februar 1923 zum Heeresfliegerkorps (Hærens Flyverkorpset) umorganisiert wurde und aus dem schließlich am 1. November des Jahres die Heeresfliegertruppe (Hærens Flyvertropper) hervorging. Der Bestand an Luftfahrzeugen setzte sich bei Heer und Marine in den 1920er Jahren hauptsächlich aus französischen (Breguet 14), deutschen (Friedrichshafen FF 49 und Heinkel HE 8) und niederländischen (Fokker C.V) Typen zusammen. Später folgten das Jagdflugzeug L.B.II „Dankok“, eine auf der britischen Hawker Woodcock basierende Lizenzversion, und die niederländische Fokker D.XXI, ebenfalls ein dänischer Nachbau.

Bei Beginn des deutschen Überfalls auf Dänemark im April 1940 betrugen die Personalstärken von Heeres- und Marinefliegertruppe zusammen etwa 800 Mann. Den Großteil der Jagdfliegerkräfte bildeten 13 Gloster Gauntlet des Heeres sowie zwölf Hawker Nimrod der Marine, der Rest bestand aus zum Teil veralteten Fluggerät wie HE 8, C.V und de Havilland DH.82 Tiger Moth. Zudem wurde bei einem Bombenangriff des deutschen Zerstörergeschwaders 1 auf den nördlich von Kopenhagen befindlichen Flugplatz Værløse am Morgen des Angriffstages der größte Teil der dänischen Heeresflieger ausgeschaltet. Auch die Flugzeuge der Marineflieger wurden entweder am Boden zerstört oder erbeutet.[4] Während der deutschen Besatzung wurden die dänischen Flugplätze aus- und neugebaut.

Nach Kriegsende unterstanden die wiederhergestellten fliegenden Verbände wie zuvor dem Heer und der Marine (Hærens Flyvertropper bzw. Marinens Flyvevæsen). Ihre Ausrüstung bestand insbesondere aus gebrauchten Supermarine Spitfire HF.IXE und PR.XI. Die beiden Verbände wurden am 27. Mai 1950 zur Flyvevåbnet verschmolzen,[5] welche die Spitfire noch bis 1956 einsetzte. Als NATO-Mitglied setzte Dänemark im Kalten Krieg insbesondere Kampfflugzeuge der US-amerikanischen century series ein wie die North American F-100D und F und die Lockheed F-104G Starfighter, hinzu kamen schwedische Saab Draken. Dabei wurden die Maschinentypen F-100 und Saab Draken von der F-16 abgelöst, die F-100 Anfang der 1980er-Jahre – die Maschinen wurden in die Türkei verkauft – die Draken erst 1991.

Anfang der 1950er Jahre wurden bei den Luftstreitkräften als auch später beim Heer Hubschrauber eingeführt, wobei erstere diese Maschinen 1977 an die Marine abgab, die sie früher auch als Bordhubschrauber verwendete. Die ebenfalls in diesen Jahren beschafften Lockheed Hercules wurden 2004 durch die modernisierte Version Lockheed Martin C-130J Hercules ersetzt.

Bereits 1980 wurden die modernisierten General Dynamics F-16A/B in Dienst gestellt, Dänemark gehörte zusammen mit den Niederlanden, Belgien und Norwegen zu den ersten europäischen Nutzern dieses Musters. Die Anzahl der aktiven Maschinen, insgesamt wurden 77 beschafft, wurde jedoch nach dem Ende des Kalten Krieges zuerst auf 49 und dann auf 30 reduziert.[6]

Beim ersten Kampfeinsatz der NATO, der Operation Allied Force im Kosovo 1999, kamen auch dänische Maschinen zum Einsatz. Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends nahmen dänische Maschinen auch an Einsätzen in Afghanistan teil. Ein dänischer AW101 Merlin verunglückte dort im Oktober 2014 nahe dem Feldlager in Masar-e Scharif.[6]

Seit 2004 beteiligt sich Dänemark gemeinsam mit Belgien, den Niederlanden, Norwegen und Portugal am European Expeditionary Air Wing, das der NATO 30 Kampfflugzeuge und den Betrieb eines Luftwaffenstützpunkts zur Verfügung stellen kann. Diese Fähigkeiten werden in erster Linie im Air Policing Baltikum eingesetzt.

Ebenfalls Mitte der 2000er Jahre wurde die Luftwaffe in fünf Geschwader (Kampf-, Transport-, Hubschrauber-, Führungs- und Unterstützungwsgeschwader) gegliedert und in Ausbildung und Ausrüstung verstärkter Wert auf die Fähigkeit zu gemeinsamen Einsätzen mit anderen NATO-Staaten gelegt. 16 F-16 wurden für Einsätze im NATO-Verbund reserviert. Ebenfalls mit Blick auf NATO-Verpflichtungen wurden drei C-130H durch vier modernere Flugzeuge vom Typ C-130J und acht Sikorsky S-61 durch 14 EH-101/AW101 ersetzt.

In der zweiten Hälfte der 2010er Jahre erhielt die Flyvevåbnet als Ersatz der SeaLynx der Marine MH-60R-Bordhubschrauber[7] und als Nachfolger für die F-16 waren von Anfang an Maschinen des Typs Lockheed Martin F-35 vorgesehen. Nachdem die Kosten des Programms allerdings immer weiter gestiegen waren, wurde die Beschaffung zunächst auf Eis gelegt. Im März 2013 wurde der Wettbewerb neu ausgeschrieben mit dem Ergebnis zugunsten der Beschaffung der F-35.

Der Zulauf der F-35 begann Anfang der 2020er Jahre und in Folge der Ereignisse nach 2022 wurde die Bestellung 2025 auf 43 Exemplare erhöht.[8] Im selben Jahr hatte Dänemark beschlossen das Verteidigungsbudget zu erhöhen.[9] Die bodengestützte Flugabwehr wurde mit der Aufstellung eines Flugabwehrgeschwaders reaktiviert und die Beschaffung neuer bodengestützter und fliegender Waffensysteme wurden angeschoben. Hierzu zählte auch der Beitritt zur NATO-MMU.[10]

Die Ausrüstung der dänischen Luftwaffe bestand Mitte 2024 aus folgenden Luftfahrzeugen und Waffensystemen:[11][3]

Flugzeug Foto Herkunft Verwendung Standort Version Aktiv Bestellt Anmerkungen
Kampfflugzeuge
F-35 Lightning II
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Mehrzweckkampfflugzeug Skrydstrup F-35A 15[12] 6
Flugzeuge für Spezialmissionen
Challenger 600 Kanada Kanada Seefernaufklärer / VIP-Transport / SAR / MedEvac Aalborg Challenger 604 4 Eine Maschine ist dauerhaft auf Grönland stationiert und untersteht dem Arktiskommando.[13]
Transportflugzeuge
C-130 Hercules
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Transportflugzeug Aalborg C-130J 4
Schulflugzeuge
F-35 Lightning II
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Schulflugzeug F-35A 6 Zur Ausbildung der dänischen Piloten auf der Luke Air Force Base in Arizona stationiert.[14]
Saab Safari T17 Supporter
Schweden Schweden Schulflugzeug MFI-17 27
Pipistrel Velis Electro
Slowenien Slowenien Schulflugzeug 2[15]
Hubschrauber
AgustaWestland AW101 Italien Italien / Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich Transporthubschrauber Karup 14 Werden als SAR- und taktische Truppentransporthubschrauber (TTT) eingesetzt. In Aalborg, Skrydstrup und Roskilde ist jeweils ein Rettungshubschrauber stationiert. Ein vierter kann von Bornholm aus eingesetzt werden.[16]
H125 Écureuil Frankreich Frankreich Mehrzweckhubschrauber Karup H125M
AS550
11 Werden für leichte Transportaufgaben, zur Unterstützung der Polizei sowie zum Grenzschutz eingesetzt.[17]
MH-60R Seahawk
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Mehrzweckhubschrauber Karup MH-60R 9 Wird als Bordhubschrauber unter anderem für die U-Jagt eingesetzt. Von Grönland und den Färöer-Inseln aus werde die Maschinen für die Gewässerüberwachung und Seenotrettung genutzt.[18]
Radare
RAC 3D
Frankreich Frankreich Mobiles Kurzstreckenwarnradar 4 Wird zur Luftraumüberwachung, Vorwarnung und Leitung von Fliegerabwehrwaffen eingesetzt.[19]
RAT-31 DL
Italien Italien Stationäres 3D-Langstreckenradar Skagen 1 Montiert auf einem 22 m hohen Radarturm in Skagen.
S-723
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich Stationäres 3D-Langstreckenradar Bornholm 1 Montiert auf einem 20 m hohen Radarturm auf Bornholm.
Lockheed Martin AN/TPS-77
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Taktisches mobiles 3D-Langstreckenradar 2
Ground Master 200 Multi Mission
Niederlande Niederlande Taktisches mobiles 3D-Mittelstreckenradar 5[20]

Luft-Luft-Raketen:

Bomben:

Luftwaffenstützpunkte

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Dänische Luftstreitkräfte (Dänemark)
Dänische Luftstreitkräfte (Dänemark)
Flyvestation Aalborg
Flyvestation Karup
Flyvestation Skalstrup
Flyvestation Skrydstrup
Flyvestation Værløse
(1934–2004)
Flyvestation Tirstrup
(1943–1998)
Flyvestation Lundtofte
(1917–1956)
Flyvestation Vandel
(1943–2003)
Aktive Stützpunkte der Flyvevåbnet in Dänemark
Ehemalige Fliegerhorste

Die fliegenden Verbände sind im Wesentlichen das Kampfgeschwader auf dem Militärflugplatz Skrydstrup, die Transportflieger in Aalborg und die Helikopter auf dem Stützpunkt in Karup. Alle drei Plätze befinden sich auf dem Festland Jütland.

Die „Wiege“ der Luftstreitkräfte, die Flyvestation Værløse, ist heute stillgelegt.

Commons: Dänische Luftstreitkräfte – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Dorothee Frank: Zusammenwachsen der nordischen Luftwaffen. In: www.behoerden-spiegel.de. 28. März 2023, abgerufen am 19. Juli 2023.
  2. Danish air defenders host 10th AAMDC commanding general, discuss air defense acquisitions and interoperability [Image 3 of 7]. In: www.dvidshub.net. 24. Oktober 2022, abgerufen am 19. Juli 2023 (englisch).
  3. a b International Institute for Strategic Studies (Hrsg.): The Military Balance 2023. 123. Auflage. Taylor & Francis, 2023, ISBN 978-1-03-250895-5, S. 84–86.
  4. Frank Drägert: Luftstreitkräftelexikon bis 1945. Die Länder der Welt und ihre Luftstreitkräfte. Rockstuhl, Bad Langensalza 2013, ISBN 978-3-86777-536-6, S. 199–202.
  5. Ole Nikolajsen: Flyvevåbnet – Dänemarks Luftwaffe im Kalten Krieg. Fliegerrevue Extra, Möller 2011, ISSN 0941-889X, S. 80.
  6. a b Søren Augusten: Defendable Danes. In: Air Forces Monthly. Nr. 10. Key Publishing, Oktober 2016, ISSN 0306-5634, S. 84–89.
  7. Euronaval 2018: Lockheed Martin prepares to deliver final Danish MH-60R helicopter, eyes future markets | Jane’s 360. In: janes.com. Jane’s, abgerufen am 29. Mai 2019 (englisch).
  8. Denmark commits $4.5 billion for additional F-35 jets, invests in Arctic defense spending plan. In: Breaking Defense. 10. Oktober 2025, abgerufen am 13. Oktober 2025 (englisch).
  9. Agreement putting Denmark at more than 3 pct. of GDP allocated for defence in 2025 and 2026. Dänisches Verteidigungsministerium, 22. Februar 2025 (englisch).
  10. Danish acquisition programmes. European Security & Defence, 29. Juli 2025 (englisch).
  11. World Air Forces 2023. (PDF) Flight International, abgerufen am 19. Juli 2023.
  12. Patrick Zwerger: Dänemark fliegt jetzt keine F-16 mehr. 19. Januar 2026, abgerufen am 19. Januar 2026.
  13. CL-604 Challenger. Abgerufen am 16. Juni 2024 (dänisch).
  14. ESD: Denmark Receives its First Locally Based F-35s. 20. September 2023, abgerufen am 16. Juni 2024 (amerikanisches Englisch).
  15. Dänische Armee: Velis Electro el-fly. In: forsvaret.dk. Dänische Armee, 10. Januar 2022, abgerufen am 29. Januar 2023 (dänisch).
  16. EH101 Merlin. Abgerufen am 16. Juni 2024 (dänisch).
  17. AS-550 Fennec. Abgerufen am 16. Juni 2024 (dänisch).
  18. MH-60R Seahawk. Abgerufen am 16. Juni 2024 (dänisch).
  19. Radarer. Abgerufen am 16. Juni 2024 (dänisch).
  20. ES&T Redaktion: Dänemark gibt Luftraumüberwachungsradare in Auftrag. 7. November 2023, abgerufen am 16. Juni 2024 (deutsch).