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Fluopicolid

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Strukturformel
Strukturformel von Fluopicolid
Allgemeines
Name Fluopicolid
Andere Namen

2,6-Dichlor-N-[3-chlor-5-trifluormethyl-2-pyridylmethyl]benzamid

Summenformel C14H8Cl3F3N2O
Kurzbeschreibung

geruchsloser, beigefarbener Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 239110-15-7
EG-Nummer (Listennummer) 607-285-6
ECHA-InfoCard 100.110.208
PubChem 11159021
ChemSpider 9334122
Wikidata Q13636695
Eigenschaften
Molare Masse 383,58 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,65 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

150 °C[1]

Siedepunkt

zersetzt sich vor dem Sieden bei 320 °C[3]

Dampfdruck

3,03·10−7 Pa (20 °C)[2]

Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser (2,8 mg·l−1 bei 20 °C)[1]
  • leicht löslich in DMSO (183 g·l−1 bei 20 °C)[4]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[5] ggf. erweitert[3]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 361d400
P: 273[3]
Toxikologische Daten

> 5000 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[1]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).

Fluopicolid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Benzamide, bzw. genauer der Acylpicolide. Die Verbindung wurde von Bayer CropScience entwickelt und 2006 als Fungizid eingeführt.

Fluopicolid ist als Fungizid besonders wirksam gegen Eipilze (Oomycetes) wie Phytophthora infestans, Plasmopara viticola, Pythium, Bremia lactucae und Pseudoperonospora cubensis. Es wird in zahlreichen landwirtschaftlichen Kulturen eingesetzt.[4]

Es gehört als einziger Vertreter zu der neuen Wirkstoffklasse der Spektrin-delokalisierenden Fungizide.[4] Laut Einschätzung des Schweizer Bauernverbands ist die Substitution von Fluopicolid durch nicht TFA-bildende Wirkstoffe möglich, aber problematisch.[6]

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Pflanzenschutzmittel mit Fluopicolid als Wirkstoff zugelassen. Fluopicolid wird entweder mit Fosetyl-aluminium für den Weinbau oder mit Propamocarb für den Anbau von Kartoffeln und Gemüse angeboten.[7]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 Eintrag zu Fluopicolid. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 23. Juli 2014.
  2. 1 2 Eintrag zu Fluopicolide (Ref: AE C638206) in der Pesticide Properties DataBase (PPDB) der University of Hertfordshire, abgerufen am 9. April 2026.
  3. 1 2 3 Eintrag zu Fluopicolid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 9. April 2026. (JavaScript erforderlich)
  4. 1 2 3 Fluopicolide, a new Anti-oomycetes Fungicide with a New Mode of Action inducing Perturbation of a Spectrin-like Protein (doi:10.1002/9783527619580.ch19) In: Wolfgang Krämer, Ulrich Schirmer, Peter Jeschke, Matthias Witschel: Modern Crop Protection Compounds: Herbicides, Band 1. Wiley-VCH, 2011, ISBN 978-3-527-32965-6, S. 831 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Eintrag zu Fluopicolid (ISO); 2,6-Dichlor-N-[3-chlor-5-(trifluormethyl)-2-pyridylmethyl]benzamid in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 14. August 2023. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  6. Trifluoressigsäure (TFA) in der Umwelt: Quellen, Vorkommen und Bedeutung für die Landwirtschaft – Grundlagenbericht. Schweizer Bauernverband, 2026 (sbv-usp.ch [PDF]).
  7. Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Fluopicolide in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs (Eingabe von „Fluopicolid“ im Feld „Wirkstoff“) und Deutschlands, abgerufen am 14. Februar 2016.