Flexfuge

Eine Flexfuge oder Flexfugenmörtel ist ein starrer, zementbasierter Fugenmörtel, welcher zum Füllen der Fugen von Belägen aus Fliesen und Platten aus Keramik, Naturstein oder Betonwerkstein genutzt wird. Man spricht hier vom Verfugen.
Normative Vorgaben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Allgemein werden die zum Verfugen bestimmten Trockenfertigmörtel für die genannten Beläge auf Basis der EN 13888 "Fugenmörtel für keramische Fliesen und Platten - Teil 1: Anforderungen, Klassifizierung, Bezeichnung und Kennzeichnung" geprüft. Sie werden anhand der Norm in unterschiedliche Qualitäten eingestuft, in "CG1" oder "CG2". Im Rahmen der Einstufung in CG2 können noch weitere Qualitäten deklariert werden, "W" für eine verringerte Wasseraufnahme, "A" für eine erhöhte Abriebbeständigkeit und "F" für das frühe Erzielen der Druckfestigkeit.[1]
Abgeprüft werden hierbei Druck- und Biegezugfestigkeit nach unterschiedlichen Lagerungsarten, Schwindung, Wasseraufnahme und Abriebbeständigkeit. Eine Prüfung betreffend Flexibilität gibt es nicht.
Normative Anforderungen oder Definitionen zum Begriff "Flexfuge" gibt es nicht.
Eigenschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Allgemeinen beschreiben Hersteller Fugenmörtel als Flexfuge, welcher der Qualität CG2 entsprechen. Wegen des Fehlens der normativen Grundlage für den Begriff "Flexfuge" gibt es hier aber keine allgemeingültige Richtlinie. Diese auf einem Gemisch aus Gesteinskörnung, Zement und Farbpigmenten aufbauenden Fugenmörtel werden in der Regel mit Additiven vergütet[2], sodass ihre Wasseraufnahme sinkt und das Anhaftvermögen an Plattenflanken und die Biegefestigkeit steigen.[3]
Verarbeitung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Verarbeitung von Flexfugen erfolgt analog zu herkömmlichen Mischungen aus Gesteinskörnung und Zement. Der Mörtel wird mit Wasser angemischt und nach einer kurzen Reifezeit in die Belagsfugen eingeschlämmt. Nach der Erhärtung sind die Belagsflächen nutzbar.
Typische Anwendungsgebiete
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Beläge auf beheizten Fußbodenkonstruktionen
- Beläge auf Balkonen und Terrassen
- Beläge in Feuchträumen
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- EN 13888 "Fugenmörtel für keramische Fliesen und Platten - Teil 1: Anforderungen, Klassifizierung, Bezeichnung und Kennzeichnung"
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Sopro Planer XII Seite 57ff abgerufen am 20. Februar 2026
- ↑ Glossar. In: euroFEN Sachverständigenkreis e.V. Abgerufen am 20. Februar 2026.
- ↑ BauNetz: Fugen: Arten nach Rohstoffbasis | Fliesen und Platten | Fugen. Abgerufen am 20. Februar 2026.