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Fide Struck

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Fide Struck (* 17. März 1901 in Hamburg als Friedrich Wilhelm Theodor Struck; † 15. Oktober 1985 ebenda) war ein deutscher kaufmännischer Angestellter, Amateurfotograf und freier Bildberichterstatter, dessen in den 1930er-Jahren entstandenes sozialdokumentarisches Werk dem Umfeld der Arbeiterfotografie zugeordnet wird.[1]

Leben und Werdegang

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Fide Struck wuchs in einfachen, proletarischen Verhältnissen im Hamburger Gängeviertel auf und absolvierte bis 1918 eine Lehre zum Textilkaufmann. Nach dem Ersten Weltkrieg schloss er sich der Jugend- und Wandervogelbewegung sowie der reformorientierten Jugendgruppe „Neue Schar“ um Friedrich Muck-Lamberty an. Ab 1924 war er als Buchhalter in der Freiland-Siedlung und Künstlergenossenschaft „Handwerkschaft Gildenhall“ bei Neuruppin tätig, einem alternativen Kunst- und Wirtschaftsprojekt, wo er in der Lichtbildnerei von Curt Warnke die Grundlagen der Fotografie und Bildentwicklung erlernte.[2]

Nach seiner Zeit in Gildenhall zog Struck nach Berlin, wo er als Buchhalter bei der „Brandenburgischen Heimstätte“ arbeitete, im Sommer 1932 jedoch erwerbslos wurde. Von seiner Abfindung erwarb er eine moderne Fotoausrüstung, die ihm die Arbeit als freier Bildberichterstatter ermöglichte. Nach der Verhaftung von KPD-Mitgliedern aus seinem direkten Freundeskreis zog sich Struck ab 1934 zunehmend aus der politischen Fotografie zurück, kehrte in eine feste Anstellung als Buchhalter zurück und fokussierte sich auf unpolitische und private Motive.[1]

Fotografisches Werk

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Strucks fotografischer Schwerpunkt lag zwischen 1930 und 1941 auf Alltagsszenen, Arbeitswelten und dem urbanen Leben in Hamburg, Altona und Berlin. Er dokumentierte das Treiben von Hafenarbeitern, Fischverkäuferinnen, Krabbenfischern an der Westküste sowie den dynamischen Handel an der Hamburger Börse und den Bauernmarkt an den Deichtorhallen. Seine Bilder zeichnen sich durch eine ausgeprägte Empathie für die arbeitende Bevölkerung, ungewöhnliche Perspektiven, quadratische Bildausschnitte sowie Einflüsse der avantgardistischen Fotografie der 1920er-Jahre aus.[3]

Im Jahr 1941 verpackte Struck rund 3000 seiner Negative in einen Holzkoffer, um sie vor den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs zu schützen. Dieser Koffer überstand die Kriegs- und Nachkriegszeit unbeschadet und verblieb über Jahrzehnte unentdeckt. Erst im Jahr 2015 öffnete sein jüngster Sohn, der Dokumentarfilmer Thomas Struck, den Nachlass und leitete die systematische Erschließung des zeithistorisch bedeutenden Werks ein, das anschließend in den Bestand des bpk-Bildarchivs Preußischer Kulturbesitz aufgenommen wurde.[4][5]

Posthume Rezeption und Ausstellungen

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Seit der Wiederentdeckung des Fotonachlasses wird Fide Strucks Werk in verschiedenen Institutionen ausgestellt und kunsthistorisch gewürdigt. Das Museum Kunst der Westküste zeigte seine Aufnahmen unter dem Titel „Schippermütz und feiner Zwirn. Fide Struck fotografiert Arbeitswelten der Waterkant“. Im Berliner Willy-Brandt-Haus wird sein Werk in der Ausstellung „Ein Berliner Koffer. Der Fotonachlass von Fide Struck“ präsentiert, begleitet von einem im Distanz-Verlag erschienenen Bildband.[6]

  • 2020–2021: Fisch, Gemüse, Wertpapiere. Fide Struck fotografiert Hamburg 1930–33 – Altonaer Museum, Hamburg.
  • 2021: Foto Flaneur Fide Struck – Berlin 1930–1941 – Lichtraum Foto Meyer, Berlin.
  • 2023–2024: Schippermütz und feiner Zwirn. Fide Struck fotografiert Arbeitswelten an der Waterkant 1930–1933 – Museum Kunst der Westküste, Alkersum auf Föhr.
  • 2024: WIEDER-ENTDECKT. Fotografie der 1930er Jahre (Gruppenausstellung) – Fotografie-Forum der Städteregion Aachen, Monschau.
  • 2026: Ein Berliner Koffer. Der Fotonachlass von Fide Struck – Freundeskreis Willy-Brandt-Haus, Berlin.
  1. 1 2 Autro ungenannt: Fide Struck |. In: bpk-fotoarchiv.de. 2026, abgerufen am 31. Mai 2026.
  2. Fide Struck Biografie. Museum Kunst der Westküste, 28. August 2023, abgerufen am 31. Mai 2026.
  3. Schippermütz und feiner Zwirn. Fide Struck fotografiert Arbeitswelten an der Waterkant 1930-1933 | Deutsche Gesellschaft für Photographie e.V. 24. September 2023, abgerufen am 31. Mai 2026.
  4. FOTO FLANEUR FIDE STRUNK, BERLIN 1930 BIS 1941. 24. September 2021, abgerufen am 31. Mai 2026.
  5. Friederike Gräff: Momente statt Meinungen / In der Weimarer Republik fotografiert der Buchhalter Fide Struck die Menschen um ihn herum. Jahrzehnte später findet einer seiner Söhne die Bilder, die sich allen Schubladen entziehen In: taz.die tageszeitung vom 17. August 2024, Seite 30–31
  6. Ein Berliner Koffer. Der Fotonachlass von Fide Struck 1932-1938 | Deutsche Gesellschaft für Photographie e.V. 4. Juni 2026, abgerufen am 31. Mai 2026 (Ausstellungsdauer 05.06.2026 - 27.09.2026).