Widuchowa
| Widuchowa | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Westpommern | |
| Powiat: | Gryfino | |
| Gmina: | Widuchowa | |
| Geographische Lage: | 53° 8′ N, 14° 23′ O | |
| Einwohner: | 1551 (2010[1]) | |
| Postleitzahl: | 74-120 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 91 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ZGR | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | Landesstraße 31: Stettin-Słubice | |
| Eisenbahn: | Staatsbahnlinie 273: Stettin–Breslau | |
| Nächster int. Flughafen: | Stettin-Goleniów | |
| Gmina | ||
| Gminatyp: | Landgemeinde | |
| Gminagliederung: | 21 Ortschaften | |
| 14 Schulzenämter | ||
| Fläche: | 209,63 km² | |
| Einwohner: | 4980 (1. Jan. 2024)[2] | |
| Bevölkerungsdichte: | 24 Einw./km² | |
| Gemeindenummer (GUS): | 3206092 | |
| Verwaltung (Stand: 2014) | ||
| Gemeindevorsteher: | Michał Lidwin | |
| Adresse: | ul. Grunwaldzka 8 74-120 Widuchowa | |
| Webpräsenz: | www.widuchowa.com.pl | |
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1740 | 514 | Stadt[8] |
| 1782 | 948 | [8] |
| 1802 | 1193 | Stadt[9] |
| 1810 | 1331 | [9] |
| 1816 | 1336 | davon 1305 Evangelische und 31 Juden; zwei Lehrkräfte[9] |
| 1817 | 1466 | [8] |
| 1821 | 1581 | in 173 Privatwohnhäusern[9] |
| 1822 | 1619 | [8] |
| 1867 | 3004 | am 3. Dezember, Stadt[10] |
| 1871 | 2813 | am 1. Dezember, Sradt, davon 2771 Evangelische, zwölf Katholiken, 30 Juden[10] |
| 1875 | 2872 | [11] |
| 1880 | 2931 | [11] |
| 1900 | 2780 | [5] |
| 1910 | 2682 | am 1. Dezember, Stadt mit einer evangelischen Pfarrkirche, im Gutsbezirk Fiddichow 171 Einwohner[12][13] |
| 1925 | 2543 | Stadt, darunter 2481 Evangelische, 13 Katholiken und 16 Juden,[6] nach anderen Angaben 2357 Einwohner[11] |
| 1933 | 2547 | Stadt[11] |
| 1939 | 2496 | Stadt[11] |
| Jahr | 2008 | 2010 |
|---|---|---|
| Einwohner | 1354 | 1551[1] |
Religionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Pfarrkirche
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Herz-Jesu-Kirche wurde im romanischen Stil im 13. Jahrhundert am Ufer der Oder auf einem rechteckigen Grundriss einschiffig ohne Chor mit einem Turm an der Westseite und der gleichen Breite wie das Kirchenschiff errichtet. Die Wände der Kirche bestehen aus sorgfältig bearbeiteten Granitquadraten, die in regelmäßigen Schichten verlegt sind. Alle Fassaden haben einen diagonal profilierten Sockel auf der Höhe des dritten Viertels, der bis zu den Laibungen der Portale reicht, und ein profiliertes Gesims. An der Nordseite ist eine Sakristei mit einem Pultdach angebaut, die mit einem halben Tonnengewölbe bedeckt ist. Die Kirche ist mit einer Holzdecke bedeckt und hat ein Satteldach aus Blech. Der östliche Giebel hat eine Blende in Form eines Kreuzes, unter dessen Armen sich zwei Blenden mit scharfen Bögen befinden. Darunter befindet sich ein zugemauertes großes Fenster mit Spitzbögen. Der Ostgiebel ist mit gleichmäßig verteilten Zinnen abgeschlossen. Auf der Nord- und Südfassade sind Reste ursprünglicher Fenster mit schmalen, durch einen scharfen Bogen verschlossenen Fensterbögen zu sehen. Wahrscheinlich wurden sie während des Wiederaufbaus im 18. Jahrhundert zugemauert und durch große, heute noch bestehende Fenster ersetzt. An der Südfassade befinden sich zwei Portale aus Granit mit Spitzbögen. Das Hauptportal der Kirche befindet sich an der Westfassade des Turms. Es wurde aus Granitblöcken und -keilen gebaut und mit einem scharfen Bogen ohne Schlussstein geschlossen. Das auf rechteckigem Grundriss errichtete Turmmassiv ist nur bis zur Höhe der Wände des Kirchenschiffs erhalten. Der oberen quadratische Teil des Turms besteht aus Fachwerk und ist von einer Laterne mit barocker Kuppel gekrönt.
Zur Ausstattung der Kirche gehören ein Kanzelaltar aus dem Jahr 1725, Kirchenbänke und eine Chorempore aus dem 19. Jahrhundert, Glocken aus den Jahren 1703 und 1787, ein Taufbecken aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ein Kruzifix und ein Ölgemälde (Trauer um Christus) aus dem 19. Jahrhundert.
Die Pfarrkirche war von der Reformation bis 1945 evangelisch. Das Gebäude der evangelischen Kirche in Fiddichow wurde 1945 zugunsten der polnischen katholischen Kirche zwangsenteignet.
Kirchspiel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die vor 1945 ansässigen Stadtbewohner waren größtenteils Evangelische (Angehörige der Landeskirche) und gehörten zum Kirchspiel Fiddichow in der Synode Bahn. Eingepfarrt war die Gemeinde Nipperwiese.[14][15] Der Bestand an Kirchenbüchern reichte bis 1696 zurück.[16]
Das katholische Kirchspiel war in Königsberg Nm.
Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Stadtbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft ist überwiegend katholisch.
Söhne und Töchter des Ortes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Colmar Baehr (1834–1894), deutscher Opernsänger
- Martin Klamroth (1855–1890), deutscher Gymnasiallehrer, Arabist und Mathematikhistoriker
- Friedrich Salis (1880–1914), deutscher Historiker und Hochschullehrer
- Karl Kleikamp (1894–1952), deutscher Jurist und Politiker (SPD)
- Gustav Kleikamp (1896–1952), deutscher Marineoffizier, zuletzt Vizeadmiral
- Otto Graff (1915–1997), deutscher Maler
Gmina Widuchowa
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Im Jahr 2021 am Ortsrand errichtete Aussichtsplattform
- 2022
- 2024
Allgemeines
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Landgemeinde Widuchowa umfasst ein Gebiet von etwas mehr als 200 km² und zählt 5500 Einwohner. Sie liegt an der Oder im Nationalpark Unteres Odertal am Westrand der Pommerschen Seenplatte. Nachbargemeinden sind:
- auf deutscher Seite die Stadt Schwedt/Oder im Landkreis Uckermark, und
- auf polnischer Seite die Gemeinden Banie (Bahn), Chojna (Königsberg/Neumark) und Gryfino (Greifenhagen), alle im Powiat Gryfiński (Kreis Greifenhagen).
Einwohnerzahlen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 1995 | 5688 |
| 1997 | 5710 |
| 1999 | 5733 |
| 2001 | 5642 |
| 2003 | 5648 |
| 2005 | 5571 |
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gmina Widuchowa liegt an der Landesstraße 31, die Stettin mit Słubice (Frankfurt (Oder)) verbindet, außerdem besteht über die Woiwodschaftsstraße 122 eine Verbindung sowohl nach Schwedt/Oder als auch in die Nachbarkreisstadt Pyrzyce (Pyritz).
Es gibt keinen direkten Eisenbahnanschluss, denn die Bahnstrecke Stettin–Breslau verläuft vier Kilometer weiter östlich.
Gemeindegliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zur Gmina Widuchowa gehören 21 Ortschaften, die 14 Ortsteilen („Schulzenämter“)[17] zugeordnet sind.
Schulzenämter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Übrige Ortschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kiełbice (Kolbitz), Krzywinek (Oberförstereigehöft Kehrberg), Lubiczyn (Obervorwerk), Pąkowo (Pankows Hof), Radoszki (Schenksruh), Tarnogórki (Stephanshöhe), Widuchówko (Försterei Fiddichow) und Wilcze (Vorwerk Wilhelmswalde).
Gemeindepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Fiddichow, östlich der Oder, Kreis Greifenhagen, Regierungsbezirk Stettin, Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Fiddichow (meyersgaz.org).
- Ludwig Wilhelm Brüggemann; Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinterpommern. Band 2, Teil I: Beschreibung der zum Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien zu Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 68–72; (books.google.de).
- Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern – Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. 133–136; Textarchiv – Internet Archive.
- Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil II, Band 3. Anklam 1868, S. 305–313; Textarchiv – Internet Archive.
- Martin Zeiller: Fiddechow. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Electoratus Brandenburgici et Ducatus Pomeraniae (= Topographia Germaniae. Band 13). 1. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1652, S. 54 (Volltext [Wikisource]).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Stadt Fiddichow im ehemaligen Kreis Greifenhagen in Pommern. (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011).
- Stadt Fiddichow. (Territorial.de)
- Fiddichow beim Heimatkreis Greifenhagen
- Website der Gemeinde (polnisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Zusammen mit den Ortschaften Lubiczyn und Widuchowa-Stacja. Quelle: Główny Urząd Statystyczny, Portret miejscowości statystycznych w gminie Widuchowa (powiat gryfiński, województwo zachodniopomorskie) w 2010 r. Online-Abfrage
- ↑ Area and population in the territorial profile in 2024. Abgerufen am 7. September 2025.
- ↑ Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinterpommern. Band 2, Teil I: Beschreibung der zum Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien zu Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 68–72, insbesondere S. 71 (books.google.de).
- ↑ Klaus Conrad (Bearb.): Pommersches Urkundenbuch. Band 1. 2. Auflage. Böhlau Verlag, Köln / Wien 1970, Nr. 48.
- 1 2 3 Fiddichow. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 6: Erdeessen–Franzén. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1906, S. 549 (Digitalisat. zeno.org).
- 1 2 Die Stadt Fiddichow im ehemaligen Kreis Greifenhagen in Pommern. (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011).
- ↑ Klockhaus' Kaufmännisches Handels- u. Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1048 (Google Books).
- 1 2 3 4 Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht. Berlin / Stettin 1827, S. 192–193 (books.google.de).
- 1 2 3 4 Alexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Band 5: T–Z. Halle 1823, S. 272–279, Ziffer 157 (Google Books).
- 1 2 Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preußischen Staats und ihre Bevölkerung. Teil III: Provinz Pommern. Königliches Statistisches Bureau, Berlin 1874, S. 32, Nr. 2 (books.google.de).
- 1 2 3 4 5 Michael Rademacher: Kreis Greifenhagen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- ↑ Fiddichow, östlich der Oder, Kreis Greifenhagen, Regierungspezirk Stettin, Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Fiddichow (meyersgaz.org).
- ↑ Landkreis Greifenhagen. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 13. Februar 2023; abgerufen am 20. Februar 2026.
- ↑ F. Sendke: Verzeichniss der evangelischen Pfarrstellen, Kirchen und Kapellen, der Kirchenpatrone, sowie der im Amt befindlichen evangelischen Geistlichen der Privinz Pommern, Stettin 1900, Druck von F. Hessenland, S. 21–22, Ziffer 2 (Google Books).
- ↑ Hans Moderow: Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. Teil 1: Der Regierungsbezirk Stettin, Stettin 1903.
- ↑ Martin Wehrmann: Die Kirchenbücher in Pommern. In: Baltische Studien, Band 42, Stettin 1892, S. 201–280, insbesondere S. 230 (Google Books).
- ↑ Sołectwa. widuchowa.pl.



