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Fanny Wobmann

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Fanny Wobmann (geb. 1984 in La Chaux-de-Fonds) ist eine Schweizer Schriftstellerin und Schauspielerin. Sie schreibt in französischer Sprache. Einige ihrer Bücher wurden ins Deutsche übersetzt.

Fanny Wobmanns Vater arbeitete als Forstwart für die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit und bildete Förster in afrikanischen Ländern aus. Einen Teil ihrer Kindheit verbrachte sie deshalb in Ruanda und Madagaskar. Die Kindheitserinnerungen an diese Zeit verarbeitete sie später in einem Roman.[1] Nach ihrer Theaterausbildung (im Théâtre Populaire Romand und der École Serge Martin) absolvierte sie an der Universität Neuenburg ein Masterstudium in Soziologie und Museologie. Sie ist an zahlreichen Performance-, Theater- und Schreibprojekten beteiligt. Darunter sind die Theaterkompanie Compagnie Princesse Léopold[2] und das literarische Autorenkollektiv AJAR[3]. In ihren Projekten ist sie als Schriftstellerin und Schauspielerin tätig und führt auch Regie. Sie lebt in Neuenburg.

Ihren ersten Roman La poussière qu’ils soulèvent veröffentlichte Wobmann 2013 bei den Éditions de l’Hèbe. Er erzählt von einem Schweizer Architekten in Kathmandu und von einer jungen Nepalesin, die ihrer Familie davonläuft.

In ihrem zweiten Roman Nues dans un verre d’eau[4] (Flammarion, 2017) wechseln sich zwei Erzählperspektiven ab: die einer Grossmutter, die in einem Neuenburger Spital im Sterben liegt, und die ihrer schwangeren Enkelin.[5] Unter dem Titel Am Meer dieses Licht erschien 2018 die deutsche Übersetzung von Lis Künzli im Limmat Verlag.[6]

In ihrem dritten Roman Les arbres quand ils tombent (Quidam, 2024) geht Wobmann ihrer Kindheit in Ruanda und Madagaskar nach. Im Mittelpunkt stehen Erinnerung, Machtverhältnisse und die Frage nach dem eigenen kolonialen Erbe. Das Buch setzt sich auch kritisch mit der Schweizer Entwicklungshilfe auseinander. Der Roman wurde ebenfalls von Lis Künzli unter dem Titel Bäume, wenn sie fallen[7] (Limmat, 2026) ins Deutsche übersetzt.

Tiramisu[8] (Livreo-Alphil, 2026) ist ein Text zwischen Theaterstück und Gedicht. Darin steigt eine Frau steigt im Winter in einen See und spricht dort mit ihrem verstorbenen Vater.

Ihre Werke wurden mit diversen Preisen und Stipendien[9] ausgezeichnet. Nues dans un verre d’eau (Flammarion, 2017) gewann den Prix Terra Nova der Schillerstiftung[10] und gelangte in die Selektion für den Prix RTS 2018 (Shortlist des Publikumspreises von Radio Télévision Suisse).[11] Der Roman Les arbres quand ils tombent wurde 2024 mit dem Prix Bataillard x Payot de littérature suisse[12] ausgezeichnet.

Veröffentlichungen

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Romane und Prosa

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Gemeinschaftswerke

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  • mit dem Kollektiv AJAR: Vivre près des tilleuls. Roman. Flammarion, Paris 2016.
  • mit Camille Rebetez, Rebecca Vaissermann, Daniel Vuataz: On s'inquiètera en janvier. Theatertext, 2025.
  • mit Ellen Hertz (Hrsg.): Complications neuchâteloises. Histoire, tradition, patrimoine. Alphil, Neuchâtel 2014, ISBN 978-2-88930-022-8.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Ghania Adamo: Wie Fanny Wobmann der humanitären Hilfe der Schweiz den Spiegel vorhält. In: SWI swissinfo.ch. 31. Mai 2024, abgerufen am 22. Oktober 2026.
  2. ↑ Princesse Léopold. In: Théâtre Pro NE. Abgerufen am 21. Oktober 2026 (französisch).
  3. ↑ AJAR | Collectif littéraire. Abgerufen am 21. Oktober 2026 (französisch).
  4. ↑ Fanny Wobmann, la femme parallèle - Le Temps. 8. April 2017, ISSN 1423-3967 (letemps.ch [abgerufen am 21. Oktober 2026]).
  5. ↑ 2018-10-28 Fanny Wobmann: Am Meer dieses Licht. Abgerufen am 21. Oktober 2026.
  6. ↑ Am Meer dieses Licht - Limmat Verlag. Abgerufen am 21. Oktober 2026.
  7. ↑ Bäume, wenn sie fallen - Limmat Verlag. Abgerufen am 21. Oktober 2026.
  8. ↑ Tiramisu, Éditions Alphil. Abgerufen am 21. Oktober 2026 (französisch).
  9. ↑ Fanny Wobmann. Porträt bei der Fondation Leenaard. In: Fondation Leenaards. Abgerufen am 22. Oktober 2026 (Schweizer Französisch).
  10. ↑ 2017 – Fondation Schiller. Abgerufen am 21. Oktober 2026 (deutsch).
  11. ↑ Les six livres en lice pour le Prix du public 2018. 15. Februar 2018, abgerufen am 21. Oktober 2026 (französisch).
  12. ↑ Prix Bataillard x Payot de littérature suisse. In: Fondation Bataillard. Abgerufen am 21. Oktober 2026.