Fahlammer
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Fahlammer | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Spizella pallida | ||||||||||||
| (Swainson, 1832) |

Die Fahlammer (Spizella pallida) ist ein kleiner Sperlingsvogel aus der Familie der Neuweltammern.[1][2] Die Art ist in fast ganz Nordamerika verbreitet.
Der Vogel brütet in Kanada und in den USA, in den Prärieprovinzen in Westkanada und den Great Plains, und überwintert in Texas, entlang des Golfes von Mexiko und in Mexiko.
Das Bruthabitat umfasst offene, buschige Flächen und Wälder aus Banks-Kiefer (Pinus banksiana), Savanne und Parkflächen, bevorzugt werden Feldränder, Waldränder, Fluss- und Straßenränder. Überwintert wird in Wüsten und flachem Gelände, in Flussnähe und auf Flussinseln, auf offenen gras- und krautbewachsenen Flächen mit etwas Gebüsch.
Der Artzusatz kommt von lateinisch pallidus ‚blass‘.[3]

Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Vogel ist 12–14 cm groß und wiegt etwa 12 g. Die Oberseite ist hellbraun mit dunklerer schwärzlicher Strichelung auf dem Rücken. Der Scheitel ist dunkelbraun mit hellem grauen oder weißem Scheitelstreif, einem breiten Überaugenstreif bis zu Nacken reichend, einem dunklen Augenstreif, matt rosa bis gelbbraunen Zügeln und hellbraunen, dunkelbraun umrandeten Ohrdecken sowie einem dunklen Bartstreif. Der Nacken ist grau, die Flügel sind braun mit weißlichen Flügelbinden, der Bürzel ist braun, der gekerbte Schwanz ist lang und schmutzig graubraun oder gelbbraun, die äußeren Steuerfedern sind mitunter heller, die Innenfahnen zum Ende hin hellgrau berandet, die Außenfahnen sind sehr schmal blass gelbbraun im frischen Gefieder. Hand- und Armschwingen sind graubraun bis gelbbraun mit rosafarbenen bis gelbbraunen Federspitzen. Die Handschwingen haben schmale blassbraune Ränder, die Armschwingen breitere gelbbraune Ränder. Die kleinen Flügeldecken sind gräulich braun mit breiten Spitzen und Rändern in gelbbrauner Färbung. Die Oberschwanzdecken sind etwas gelbbrauner mit undeutlichen graubraunen Streifen. Die Unterseite ist blasser gräulich weiß und ungestrichelt. Die Geschlechter unterscheiden sich nur wenig, der Überaugenstreif ist beim Weibchen weniger weiß, auch sind die Flügel etwas kürzer. Die Iris ist dunkel rotbraun, die Beine hellbraun, rosafarben oder bräunlich, bei den Küken rosafarben. Der Unterschnabel ist hell rötlich braun, der Oberschnabel bräunlich schwarz, die Spitze dunkelbraun, bei Küken ist der Schnabel cremefarben und wird in der Mitte braun in den ersten Tagen. Jungvögel sind besonders an der Unterseite, an Kopf, Nacken und Rücken gestrichelt.
Die Art ähnelt der Blassammer (Spizella breweri) und der Schwirrammer (Spizella passerina) im Schlichtkleid, die Kopfzeichnung ist jedoch ausgeprägter. Die Unterseite ist etwas stärker gelbbraun überhaucht, der Bürzel ist braun, die Lautäußerungen erlauben eine Unterscheidung. Außerhalb der Brutzeit bilden diese Arten gern gemeinsame Gruppen.[4]
Geografische Variation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Art ist monotypisch.
Es wurden Hybride zwischen der Fahlammer und der Klapperammer (Spizella pusilla) Spizella pallida x pusilla, zwischen Fahlammer und der Blassammer (Spizella breweri) Spizella pallida x breweri sowie zwischen Schwirrammer (Spizella passerina) und Fahlammer Spizella passerina x pallida nachgewiesen.[5]
Stimme
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Männchen singt von einer offenen Warte aus zur Abgrenzung seines Reviers, sobald es sein Brutgebiet erreicht hat. Gesungen wird während der gesamten Brutzeit, gegen Ende zu abnehmend. Der Gesang wird als Folge von 2 bis 8 insektenartigen, tiefen, gleichmäßigen Summtönen „Bzzzz bzzzz za za“ beschrieben. Der Kontaktruf ist ein „tsip“, der Alarmruf ein lauteres und schärferes „chip“.[4]
Lebensweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Art ist ein Zugvogel, Brut- und Überwinterungsgebiet liegen deutlich auseinander. Der Vogel zieht in größeren bis großen Gruppen. Das Überwinterungsgebiet wird Ende März verlassen, das Brutgebiet Anfang Mai erreicht und im August wieder verlassen. Der Zug erfolgt sowohl tagsüber als auch nachts.
Die Nahrungssuche erfolgt am Boden, während der Brutzeit deutlich vom Nest entfernt. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Pflanzensamen und Insekten, die außerhalb der Brutzeit auch in kleinen Gruppen gesucht werden.
Die Art lebt monogam. Die Paarbildung beginnt kurz nach der Ankunft im Brutgebiet, die Männchen kommen einige Tage früher und besetzen ein Brutrevier, auf dem die Paarfindung erfolgt. Die Männchen sind standorttreu. Das Nest ist eine flache Schale auf dem Boden oder niedrig in einem kleinen Strauch und wird vom Weibchen aus Gras erstellt und mit Haaren oder dünnerem Material ausgelegt. Das Männchen hilft bei der Materialbeschaffung. Meist wird in den Morgenstunden am Nest gearbeitet, nach 2 bis 4 Tagen ist es fertig. Die Eiablage beginnt kurz nach Fertigstellung des Nestes.
Das Gelege besteht aus 4 bläulich grauen Eiern mit dunkelbraunen Flecken. Das Weibchen beginnt mit dem Brüten, wenn das vorletzte oder letzte Ei gelegt ist. Die Brutdauer beträgt 10–14 Tage. Sobald der Nachwuchs flügge ist, sammelt er sich in lockeren Gruppen zur Nahrungssuche oft in der Nähe von Teichen und Tümpeln.
Geht das Gelege verloren, erfolgt bereits wenige Tage darauf ein neuer Brutversuch in den ersten Monaten der Brutzeit.[4]
Gefährdungssituation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Fahlammer gilt als nicht gefährdet (Least Concern).[6]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- W. J. Swainson: Emberiza pallida. In: Fauna Boreali-Americana; or the zoology of the northern parts of British America: containing descriptions of the objects of natural history collected on the late northern land expeditions under command of Captain Sir John Franklin, R.N. Part second, the birds, Band 2, S. 251, 1831, Biodiversity Library
- W. R. Salt: A Nesting Study of Spizella Pallida. In: The Auk, Band 83, Heft 2, Artikel 8, S. 274–281, 1966, Digitalcommons
- J. A. Shaffer, L. D. Igl, D. H. Johnson, M. Sondreal, C. Goldade,M. P. Nenneman und B. Euliss: The effects of management practices on grassland birds—Clay-colored Sparrow (Spizella pallida). In: D. H. Johnson, L. D. Igl, J. A. Shaffer und J. P. DeLong (Herausgeber): The effects of management practices on grassland birds: U.S. Geological Survey, Professional Paper 1842, S. 27, 2023, Abstrakt
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- xeno-canto: Tonaufnahmen – Fahlammer (Spizella pallida)
- Fahlammer (Spizella pallida) auf eBird.org
- BirdLife International: Species Factsheet – clay-colored-sparrow (Spizella-pallida)
- Macaulay Library
- Spizella pallida im Integrated Taxonomic Information System (ITIS)
- Fahlammer auf oiseaux.net (französisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Fahlammer (Spizella pallida) bei Avibase; abgerufen am 28. April 2026.
- ↑ P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
- ↑ J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
- 1 2 3 T. A. Grant und R. W. Knapton: Clay-colored Sparrow (Spizella pallida), version 1.0. In: A. F. Poole (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Spizella pallida
- ↑ Avibase Hybride
- ↑ Spizella pallida in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2021. Eingestellt von: BirdLife International, 2021. Abgerufen am 28. April 2026.