Fagenstraße

Die Fagenstraße (italienisch Via Fago) ist eine ungefähr 1 km lange Straße in Bozens Stadtviertel Gries-Quirein. In südwest-nordöstlicher Richtung verlaufend, verbindet sie den Nordausgang des Grieser Platzes mit dem Beginn der Sarntaler Straße. Die Straße bildet eine zentrale Achse des alten Gries, sie wird mit dem monumentalen Stadel von Kloster Muri-Gries, dem Weinhof Schmid-Oberrautner, der alten Turnhalle, dem ehemaligen Sonnenhof, der Villa Clara und der Villa Guntschna (ehemals Navratil) von einigen denkmalgeschützten Bauten gesäumt. An ihrem oberen Ende befinden sich mit dem Realgymnasium und der Fachoberschule für Bauwesen „Peter Anich“ zwei wichtige deutschsprachige Oberschulen Bozens. Ebenso ist hier mit dem Rehazentrum Bozen (Physiotherapie-Ergotherapie, Logopädie und Ambulatorium für ambulante integrative Behandlung) ein Dienst des Südtiroler Sanitätsbetriebs untergebracht, ungefähr an der Stelle, wo sich früher das Hotel Austria befand.
Der früheste bezeugte Name der alten Verbindung ist Fagner Weg, dann auch Fagenweg. In der Spätphase der österreichisch-ungarischen Monarchie wurde der Weg zur Habsburger Straße. Nach der Annexion Südtirols durch Italien 1919/20 wurde die Straße rückbenannt und 1929 für kurze Zeit einsprachig zur Via Fago. Der Name „Fagen“ ist alt und geht auf eine historische Viertelbezeichnung zurück, die seit dem 14. Jahrhundert urkundlich bezeugt ist.[1] Er geht zurück auf mhd. „vach“, was eine Vorrichtung zur Aufstauung des Wassers bezeichnet, das mit dem Fagenbach das Gebiet periodisch zu überschwemmen drohte und etymologisch ein Pendant in der oberbayerischen Hofmark Fagen bei Bad Aibling aufweist.[2]
Von 1909 bis 1948 führte durch die Fagenstraße ein Abschnitt der Straßenbahn Bozen.[3]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Josef Tarneller: Die Burg-, Hof- und Flurnamen in der Marktgemeinde Gries bei Bozen (= Schlern-Schriften. Band 6). Innsbruck: Wagner 1924, S. 36–37 mit Anm. 1 (Digitalisat online bei Teßmann).
- ↑ Hannes Obermair: Das Werden eines Raums. Rottenbuch vor Rottenbuch. In: Helmut Stampfer (Hrsg.): Der Ansitz Rottenbuch in Bozen-Gries. Tappeiner: Lana 2003. ISBN 88-7073-335-1, S. 11–19, bes. 16–17.
- ↑ Georg Tengler: Die Bozner Straßenbahn. Zur 75. Wiederkehr ihres Erbauungsjahres. Hrsg.: Heimatschutzverein Bozen. Bozen 1984 (OBV).
Koordinaten: 46° 30′ 28″ N, 11° 20′ 28″ O