Expanded Memory Specification
Die Expanded Memory Specification (kurz EMS genannt, oft unglücklich zu „Expansionsspeicher“[1] eingedeutscht) ist eine Schnittstelle zum Zugriff auf sogenannten Expanded Memory auf einem x86-kompatiblen PC im Real Mode.[2] Dabei regelt ein Expanded Memory Manager (mit EMM abgekürzt) den Zugriff auf den damit verwalteten Speicher.
Eigenschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Expanded Memory Specification ist rein für IBM-PC-kompatible Computer, „PCs“, auf Basis von 16-Bit-x86-Prozessoren 8088/8086, 80186 und ggf. auch 80286 gedacht. Mit den 8088/8086 und 80186 stand nur ein Adressraum von maximal 1 MiB in direkter Adressierung (also ohne Speicher-Management-Funktionen, der retronym so genannte Real Mode) zur Verfügung. Diese Einschränkung gilt auch für Nachfolgeprozessoren, wenn sie im 8088/8086-kompatiblen Real Mode betrieben werden.
Mit EMS kann die Begrenzung auf 1 MiB physischen Speicher aufgehoben werden, indem weiterer Speicher in kleinen Teilen, als einzelne Speicherseiten, an einer bestimmten (normalerweise nicht mit RAM belegten) Stelle im 1 MiB großen Adressraum eingeblendet wird.[2][3] Eine solche Speichererweiterung („Expansionsspeicher“) war bis zum 80186 nur in Form von Speicherkarten möglich, die als Steckkarten mit darauf verbauten Speicherbausteinen PCs erweitern. Eine derartige Speichererweiterung war zwar mit zusätzlichen Kosten verbunden, aber als damals einzige Möglichkeit waren EMS-Speicherkarten bis Mitte der 1980er Jahre bis inklusive PCs mit 80286-Prozessor – wie dem PC/AT von 1984 – noch weit verbreitet.

Auf dem 80286 setzte Intel mit dem Protected Mode einen erweiterten Betriebsmodus um, der jedoch grundsätzlich mit dem bisherigen Betriebsmodus des IBM PC und mit DOS inkompatibel ist. Gleichzeitig war es beim 80286 nie vorgesehen, zwischen den beiden Betriebsmodi hin und her zu wechseln. Hinzu kam, dass der 80286 selbst im Real Mode inkompatibel mit der bisherigen Software war – weil der 80286 mehr Adressleitungen besitzt als noch der 8086/8088 und 80186, funktioniert der in PC DOS bzw. MS-DOS als Programmiertrick genutzte Ganzzahlüberlauf nicht mehr. Dabei wird eine Speicheradresse, die über die Grenze von 1 MiB hinausreicht, genutzt, um den Speicher am Anfang des Speicherbereichs anzusprechen, was einen Geschwindigkeitsvorteil hat. Um die volle Kompatibilität wieder herzustellen, muss ab dem 80286 eine Schaltung vorhanden sein, die die zusätzlichen Adressleitungen für den Real Mode „abklemmt“, damit der Programmiertrick wieder funktioniert. Diese Schaltung wurde von IBM als das A20-Gate, auch A20-Leitung genannt, im IBM PC/AT erstmals eingeführt und in späteren x86-Prozessoren übernommen.
Für PC-kompatibles DOS bedeutet das jedoch, dass die A20-Leitung eine wesentliche Rolle dabei spielt, ob Speicher über der 1-MiB-Grenze angesprochen werden kann oder nicht. Es stellte sich nämlich heraus, dass ein weiterer Hack ab dem 80286 den Zugriff auf fast 64 KiB zusätzlichen Speicher auch im Real Mode ermöglicht. Dazu muss die A20-Leitung jedoch „offen“ sein, wie im Protected Mode. Dies wurde als HIMEM-Trick bekannt und ermöglichte die Nutzung der High Memory Area (HMA) auch unter DOS, erfordert jedoch die volle Kontrolle über die A20-Leitung. Gleichzeitig wurde ab dem 80286 der zusätzliche Speicher, der im Protected Mode ansprechbar ist (beim 80286 sind 16 MiB direkt adressierbar), als Erweiterter Speicher bzw. englisch Extended Memory auch unter DOS erreichbar, wenn zwischen den beiden Betriebsmodi kontrolliert hin und her geschaltet wurde. Dies nutzte u. a. Windows im Standard Mode ab Windows/286. Dieser Speicher wurde für DOS in der Extended Memory Specification (XMS) standardisiert.
Auf 80286-Systemen, wo der Wechsel aus dem Protected Mode zurück in den Real Mode nie vorgesehen war, ist dieser nur über einen „teuren“ Hack möglich. Dabei wird der Prozessor kontrolliert zurückgesetzt, was jedoch viel Zeit in Anspruch nimmt.
Damit hatte EMS gegenüber XMS-Speicher einen Geschwindigkeitsvorteil, da der Prozessor bei EMS stets im Real Mode verbleibt.[4] Erst auf Systemen mit Intel 80386-Prozessor, der zusätzlich einen 32-Bit-Protected-Mode bietet, konnte XMS-Speicher ohne diesen Geschwindigkeitsnachteil angesprochen werden.
Der über EMS verfügbare zusätzliche Speicher ist für Daten gedacht. Das direkte Ausführen von Programmcode in den eingeblendeten Speicherseiten ist im Regelfall nicht möglich.[5]
Bei 32-Bit-Systemen hat EMS keine praktische Bedeutung mehr, weil moderne Betriebssysteme und Prozessoren ausreichend Adressraum haben, und PC-Betriebssysteme wie DOS, OS/2 und Windows im Protected Mode diesen Adressraum auch nutzen können. x86-Prozessoren ab dem 80386, der die 32-Bit-x86-Architektur „IA-32“ begründet, unterstützen auch flexibles Speichermanagement mit virtuellem Speicher. Auch auf PCs unter DOS, weiterhin ein 16-Bit-Betriebssystem, etablierte sich ab dem 80386er virtueller Expansionsspeicher (siehe EMS ab dem 386er), der mit den Speicherverwaltungsmethoden des Protected Mode im „Erweiterten Speicher“ (als XMS bezeichnet) emuliert wird, als besserer Ersatz und daher als Nachfolger von EMS-Speicherkarten. Auf dem 80286, der als 16-Bit-Architektur ebenfalls Speicher bis 16 MiB in Form von XMS unterstützt, wurde zwar später prinzipiell auch virtueller EMS-Speicher möglich, aber weniger effizient als auf dem 386er und neueren x86-Prozessoren. Zudem ersetzte XMS auch in Programmen zunehmend EMS, da er einfacher zu bedienen ist als andere Methoden.
Entstehungsgeschichte
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Mitte der 1980er Jahre, als das Betriebssystem MS-DOS den PC-Markt dominierte, reichten die 640 KiB Konventioneller Speicher, die es für Programme maximal zur Verfügung stellte, für viele größere Programme bereits nicht mehr aus. Es wurden verschiedene Lösungen realisiert, um auf mehr Arbeitsspeicher zuzugreifen. So wurden spezielle Steckkarten verkauft, die oft zwischen 512 KiB und 2 MiB zusätzlichen Speicher enthielten. Diese Karten blenden einen Teil ihres Speichers an einer bestimmten Stelle im 1-MiB-Adressraum ein – diese Technik wird als Memory Bank Switching bezeichnet –, so dass ein DOS-Programm, das mit EMS umgehen kann, darauf zugreifen kann. Der eingeblendete Teil selbst darf bis zu ca. 64 KiB groß sein.[6] Über spezielle Befehle kann gesteuert werden, welcher Teil des Kartenspeichers im Adressraum des Prozessors eingeblendet werden soll. Mit dieser Technik kann ein Programm nie den gesamten Kartenspeicher auf einmal verwenden, sondern immer nur den Teil, der gerade eingeblendet ist. Die Speicherkarten wurden memory expander genannt (von englisch expand für deutsch u. a. expandieren, ausdehnen oder ausbauen). Dementsprechend wird der Speicher, der so zusätzlich zur Verfügung steht, mit expanded memory bezeichnet.
Anfangs waren EMS-Speicherkarten zueinander inkompatibel und ein Programm, das diese memory expander unterstützte, musste für die spezielle Speicherkarte eigene Programmfunktionen besitzen. Da das sehr unpraktikabel war, einigten sich im Jahre 1985 die Firmen Lotus (als Hersteller der Tabellenkalkulation Lotus 1-2-3), Intel und Microsoft auf einen Standard: LIM-EMS. Bei Programmen ab 1985 ist daher in der Regel dieser Standard gemeint, wenn von expanded memory die Rede ist.
Expanded Memory Manager
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]LIM-EMS
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]LIM-EMS („LIM“ steht für Lotus, Intel und Microsoft) schreibt einen so genannten „Expanded Memory Manager“ (EMM) vor. Dies ist ein Gerätetreiber, der seine Funktionen über einen Software-Interrupt zur Verfügung stellt. Der expanded memory, eingedeutscht auch oft „EMS-Speicher“ (neben „Expansionsspeicher“), wird in Seiten (englisch pages) zu je 16 KiB aufgeteilt. Beim Design des IBM PC wurde ein Teil der Speicheradressen für das System reserviert. Dieser Speicherbereich zwischen 640 KiB und 1024 KiB an den Adressen A0000hex bis FFFFFhex wurde später Oberer Speicherbereich (UMA, englisch Upper Memory Area) bezeichnet. Darin können u. a. Erweiterungskarten, die in den dafür vorgesehenen Steckplätzen zahlreiche zusätzliche Funktionen übernehmen können, deren Firmware oder spezifischen Gerätespeicher (RAM) bereitstellen. Speichererweiterungskarten nutzen diesen Adressraum für das 64 KiB große Speicherfenster (page frame oder page window), das somit oberhalb des als Arbeitsspeicher für Programme genutzten Konventionellen Speichers liegt. Darin können jeweils 4 EMS-Speicherseiten eingeblendet werden. Da die tatsächlichen Adressen vom jeweiligen System abhängen (und damals im Allgemeinen nicht nur beim ISA-Bus manuell festgelegt werden müssen, z. B. auf der Erweiterungskarte selbst), können sie variieren, meist jedoch belegt das EMS-Fenster die Adressen D0000hex bis DFFFFhex; die 4 eingeblendeten EMS-Seiten beginnen dann an den Adressen D0000hex, D4000hex, D8000hex und DC000hex.

Der Speicher, aus dem die 64 KiB Fenster eingeblendet werden, konnte anfangs selbst bis zu ca. 8 MiB groß sein. Bei LIM-EMS 4.0 kann bis zu 32 MiB EMS-Speicher verwendet werden.[7] Zur Funktion unter DOS bietet der vom Kartenhersteller mitgelieferte EMS-Treiber (oft EMM.SYS oder eine Variation davon) einen genormten Satz an Funktionen an, etwa zur Abfrage der Größe des gesamten expanded memory, der Anzahl der noch freien Seiten, das Belegen und Freigeben von Speicherseiten und natürlich das Ein- und Ausblenden bestimmter Seiten in das EMS-Fenster. Für Programme mit EMS-Unterstützung bietet der EMS-Treiber die Funktionen per Software-Interrupt 67hex an.[8]
EMM beim 80286
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der 80286-Prozessor kann bis zu 16 MiB adressieren. Wie beim Nachfolger 80386 wäre emulierter EMS-Speicher eine Möglichkeit gewesen, ohne teure EMS-Erweiterungskarten an EMS-Speicher zu kommen. Allerdings wurde der 80286 entworfen, um vom Betriebssystem in den Protected Mode umgeschaltet zu werden, wo die gesamten 16 MiB adressierbar sind, und in diesem Modus dann auch zu verbleiben – ein Zurückschalten oder eine Hardware-unterstützte Emulation des Real-Mode-Betriebs (wie später beim 80386) war beim 80286 nicht vorgesehen. Zwar startet aus Gründen der Kompatibilität auch der 80286 (wie alle späteren x86-Prozessoren der nächsten Jahrzehnte) weiterhin im 8088/8086-kompatiblen Real Mode, doch in diesem Modus sind, wie gehabt, nur 1 MiB RAM erreichbar.

Das Problem war jedoch, dass das 16-Bit-Betriebssystem MS-DOS und PC DOS sowie dafür geschriebene Programme weiterhin den Markt beherrschten, sodass auch der 80286 unter DOS stets im Real Mode betrieben wurde. Betriebssysteme, die den 16-Bit-Protected-Mode des 286er nutzten – wie bspw. Xenix 286 oder OS/2 – waren die Ausnahme bzw. hatten nicht dieselbe Verbreitung wie DOS.[9] Deshalb wurden vielfach die für den 8088/8086 entwickelten EMS-Speicherkarten weiterverwendet. Nach und nach wurden auch spezielle, zwar teurere Chipsätze für den 80286 entwickelt, die LIM-EMS durch Adressspeicherumschaltung (englisch bank switching) innerhalb der maximal möglichen 16 MiB emulieren können, was in Summe aber die noch teurere Anschaffung einer EMS-Zusatzkarte ersetzen konnte (und obendrein einen Steckplatz spart). Der NEAT-Chipsatz von Chips & Technologies bietet als einer der ersten Chipsätze überhaupt im BIOS-Setup eine flexible Konfiguration, u. a. auch von emuliertem EMS aus dem über 1 MiB hinausgehenden verbauten RAM. Die Größe des zu emulierenden EMS-Speichers ist aber einstellbar, jedoch nicht mehr als XMS („Extended Memory“) nutzbar. Wird mehr XMS-Speicher unter DOS benötigt, muss folgerichtig im BIOS-Setup die eingestellte EMS-Speichergröße verringert werden. Die unterschiedlichen Chipsätze sind zueinander inkompatibel. Oft sind die von den unterschiedlichen Herstellern der 286er-Mainboards bereitgestellten DOS-Treiber die einzige Möglichkeit, den emulierten EMS-Speicher gemäß LIM-EMS unter DOS bereitzustellen, wie es zuvor auch bei den EMS-Speicherkarten bereits der Fall ist. Der Treiber, oft EMM.SYS oder eine Variation davon, muss noch vor anderen Speichermanagern wie HIMEM.SYS und DPMS geladen werden.
LIMulator
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Englischen wurden DOS-Dienste, die EMS-Speicher ohne eigene EMS-Hardware simulieren, auch als LIMulator (ein Wortspiel auf Simulator mit LIM-EMS) bezeichnet.[10][11][12]
EMM386
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die EMS-Speicherkarten erlangten keine allzu große Verbreitung, da sie recht teuer waren. Ab dem 80386er beherrschten die Prozessoren jedoch einen speziellen Betriebsmodus, der Virtual 8086 Mode bzw. kurz VM86 genannt wird. Mit diesem Modus lässt sich eine Real-Mode-Umgebung (wie sie DOS benutzt) innerhalb einer Protected-Mode-Umgebung emulieren. Im Protected Mode beherrschen die x86-kompatiblen Prozessoren ab dem „i386“ außerdem die so genannte Paging-Technik, mit der eine Abbildung der (virtuellen) Programmadressen auf davon verschiedene reale (physische) Speicheradressen möglich wird.
Diese beiden Techniken ermöglichen einen Speichertreiber, der ein EMS-Fenster bereitstellt, und die Zugriffe darauf auf andere Speicherbereiche (jenseits der 1-MiB-Grenze) umlenkt. Ein EMS-Treiber ermöglicht so die Bereitstellung von EMS-Speicher, ohne dass eine EMS-Karte im Rechner vorhanden ist. Der Standard-EMS-Treiber ist EMM386.EXE von Microsoft, wie er bei MS-DOS ab Version 4.00 mitgeliefert wurde, es gibt aber auch entsprechende Pendants anderer zu MS-DOS kompatibler DOS-Versionen, z. B. DR DOS, oder Speichermanager mit EMS-Funktion von Drittanbietern, z. B. QEMM oder 386MAX, die mit den meisten gängigen DOS-Versionen kompatibel sind.
EMM286
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als nach einiger Zeit ein Workaround gefunden wurde, den 80286-Prozessor wieder geordnet in den Real Mode zurückfallen zu lassen, wurde es möglich, analog zu EMM386 einen allgemeinen EMS-Treiber zu entwickeln, der nur in den Protected Mode schaltet, um die gewünschte EMS-Seite ins untere 1 MiB zu kopieren, und anschließend wieder in den Real Mode zurückkehrt. Damit war EMS-Speicher zwar auch für den 80286 ohne teure Zusatzkarte und ohne speziellen Chipsatz verwendbar, zu einer größeren Verbreitung kam es angesichts zwei entscheidender Nachteile allerdings nicht: Zum einen dauert das Zurückfallen aus dem Protected Mode in den Real Mode beim 286er deutlich länger als beim moderneren 386er, zum anderen muss der EMM286-Treiber das 64 KiB große Speicherfenster im Konventionellen Speicher bereitstellen – da Upper Memory Blocks (UMBs) auf 286-Hardware nur mit entsprechender Hardware (Chipsatz, Erweiterungskarten) und in Zusammenarbeit mit den dafür nötigen DOS-Treibern überhaupt erst möglich sind. Dadurch wird der freie Speicher für DOS-Programme um 64 KiB beschnitten, was entscheidend sein kann. Beide Nachteile bestehen sowohl bei einem 286er-Chipsatz, der EMS im Erweiterten Speicher unterstützt (mit dem dafür vorgesehenen EMS-Treiber), als auch beim 80386-Prozessor nicht.
Nachfolge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als Nachfolger von EMS kann XMS gesehen werden. Dennoch wurde EMS-Speicher auch nach der Verfügbarkeit von XMS noch lange Zeit von DOS-Programmen unterstützt. Gerade bei 16-Bit-DOS-Programmen ergab sich der Vorteil, auch auf älteren PCs, wie etwa dem originalen IBM Personal Computer mit EMS-Erweiterungskarte, kompatibel zu bleiben, und gleichzeitig auf modernen PCs mit 386er-Prozessor und neuer uneingeschränkt ausgeführt werden zu können.
Aus Mangel an Software-Unterstützung wurde Erweiterter Speicher (englisch extended memory) zudem anfangs hauptsächlich für RAM-Disks genutzt.[13]
Beide Speicherarten (EMS und XMS), die ab dem 80286er zur Verfügung stehen, sind nur unter 16-Bit-Betriebssystemen wie allen voran PC-kompatiblem DOS überhaupt notwendig, weil DOS der Kompatibilität wegen weiterhin am zum 8088/8086-kompatiblen Konventionellen Speicher festhalten musste. Für 32-Bit-DOS-Anwendungen ist XMS jedoch klar im Vorteil, sodass diese EMS nicht mehr unterstützten.
XMS
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit XMS ermöglichen standardisierte DOS-Extender für VCPI und DPMI eingeschränktes Multitasking, während DOS-Programme, die selbst in den Protected Mode schalten, zwar Zugriff auf den gesamten Speicher haben, aber weiterhin nur exklusiv laufen können.[14] Nach und nach wurden viele Programme unter DOS von EMS nach XMS portiert, um von den Vorteilen zu profitieren.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Expanded Memory Specification Version 4.0. Lotus, Intel, Microsoft. October 1987. 300275-005. (Englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Van Walverton: MS-DOS Version 5 – Das optimale Benutzerhandbuch von Microsoft. 5., überarbeitete und erweiterte Auflage. Friedrich Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig, Wiesbaden 1991, ISBN 978-3-528-44378-8, 17.4.2 Speichertypen und ihre Unterschiede, S. 502 ff., S. 503 (amerikanisches Englisch: Running MS™DOS – The Definitive Guide to MS-DOS and PC-DOS, Now Completely Revised to Include Version 4 and the New Dos Shell. Übersetzt von Translingua Übersetzungsdienst GmbH, Bonn): „Expansionsspeicher – Wenn man sich den Erweiterungsspeicher als ‚hohen‘ Speicher vorstellt, den ein Programm mit Hilfe der geeigneten Mittel erreichen kann, läßt sich der Expansionsspeicher (Expanded Memory, EMS) als separates Reservoir betrachten, das ein Programm mit Hilfe einer Pipeline anzapfen kann. Erweiterungsspeicher muß mit einem Programm namens Expanded Memory Manager verwaltet werden. Nur dieser Manager kann Programmen den Speicher zuweisen. Dazu verwendet er 16 KB-Blöcke, die über einen Speicherabschnitt (den sogenannten page frame) des reservierten Speicherbereichs zur Verfügung gestellt werden. Zu jedem Expansionsspeicher wird normalerweise ein Expanded Memory Manager mitgeliefert. Falls der Manager Expansionsspeicher nach dem von Lotus, Intel und Microsoft für solche Programme aufgestellten Standard verwaltet, wird er als LIM (Lotus-Intel-Microsoft) oder LIM EMS (LIM Expanded Memory Specification) bezeichnet.“
- 1 2 Steven Roman: Understanding Personal Computer Hardware. 1. Auflage. Springer, New York 1998, ISBN 0-387-98531-X, Expanded Memory, S. 151 f., doi:10.1007/978-1-4684-6419-1 (englisch).
- ↑ Jörg Wollert, Jörg Fiedler: Automatisieren mit dem PC. 2. Auflage. Springer, Berlin, Heidelberg 1998, ISBN 978-3-540-63271-9, 3 Betriebssysteme; 3.2 MS-DOS, S. 128 ff. „Expanded Memory (EMS) ermöglicht über eine spezielle Hardware die Zuordnung eines in 16 Kbyte große Abschnitte aufgeteilten Speichers in ebenso große Abschnitte innerhalb eines 64 Kbyte großen Fensters. Die Lage des Fensters kann beliebig verschoben werden, es muß jedoch gewährleistet sein, daß sich an dieser Stelle kein Speicher (RAM oder ROM) befindet.“
- ↑ Jörg Wollert, Jörg Fiedler: Automatisieren mit dem PC. 2. Auflage. Springer, Berlin, Heidelberg 1998, ISBN 978-3-540-63271-9, 3 Betriebssysteme; 3.2 MS-DOS, S. 128 ff., S. 129: „Der Vorteil des EMS-Konzepts ist die Verwendung des ‚real mode‘ der Prozessoren. In diesem Modus wird eine einfache und damit sowohl schnelle als auch deterministische Zuordnung des logischen und physikalischen Speichers vorgenommen. Damit ist dieser Modus für harte Echtzeitanforderungen im Gegensatz zu den anderen Modi besonders geeignet. Die Verwendung von EMS-Speicher ermöglicht die Berücksichtigung von größeren Speicherbereichen, ohne in einen anderen Modus schalten zu müssen.“
- ↑ Jörg Wollert, Jörg Fiedler: Automatisieren mit dem PC. 2. Auflage. Springer, Berlin, Heidelberg 1998, ISBN 978-3-540-63271-9, 3 Betriebssysteme; 3.2 MS-DOS, S. 128 ff., S. 130: „Die Struktur des EMS-Speichers ist vor allem für die Ablage von umfangreichen Daten geeignet, wie sie z. B. in der Meß- oder Betriebsdatenerfassung vorkommen. Die direkte Ausführung von Code im EMS-Speicher ist nur über spezielle Verwaltungsmechanismen möglich, die vom EMM-Treiber in der Version 3.x nicht berücksichtigt werden.“
- ↑ https://books.google.de/books?id=pDGnxFyejN4C&lpg=PA170&hl=de&pg=PA156#v=onepage&q&f=false More Options For enlarging the Dimensions of Memory by Charles Petzold, Test von Expanded Memory Karten (englisch)
- ↑ Hans C. Nieder: MS-DOS 6.2 + 6.22: Das Kompendium; komplette Übersicht aller Funktionen. Markt+Technik Verlag, 1999, ISBN 3-8272-5693-3, Expansionsspeicher bzw. Expanded Memory (EMS), S. 607 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche): „Mit EMS 4.0 können bis zu 32 Mbyte Expansionsspeicher installiert werden.“
- ↑ INT 67 - Expanded Memory Specification. In: flint.cs.yale.edu. Yale University, abgerufen am 26. Dezember 2023 (englisch).
- ↑ Ray Duncan: Power Programming: Using Extended Memory, Part 1. In: PC Magazine. Band 8, Nr. 10. Ziff Davis, 30. Mai 1989, ISSN 0888-8507, S. 377 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 17. März 2025]): “In their protected mode, 80286 and 80386 CPUs are capable of generating these addresses directly, and protected-mode operating systems such as OS/2 and Unix and Xenix can use all the extended memory you can plug into your machine for storing programs and data. By contrast, DOS and its applications run on the 80286 and 80386 in real mode—a sort of 8088/8086 emulation mode. In real mode, the 80286 and 80386 CPUs can generate only 20-bit addresses. The obvious implication would seem to be that DOS and its client programs cannot make use of extended memory for storage of programs and data. Yet our daily experiences tells us otherwise. We’ve all got RAMdisks, disk caches, print spoolers, TSRs, and other utilities of every description that do exploit extended memory when it is present.”
- ↑ Taku Okazaki, Andrew Schulman: Undocumented Corner: The Windows Global EMM Import Interface. In: Dr. Dobb’s Journal. Band 19, Nr. 7–12, 1994, ISSN 1044-789X, S. 123 (englisch, Dr. Dobb’s Journal (articles from 1988 – 2009)): “… a LIMulator is a paging EMM driver …”
- ↑ Mark Minasi: The Complete PC Upgrade and Maintenance Guide. Sybex, 1994, ISBN 978-0-7821-1498-0, ChargeCard 286 limulator, S. 89 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche): “… limulator. Good examples are 386 to the Max from Qualitas and QEMM386 from Quarterdeck. Many 386 vendors offer such a program free, as Compaq does with its CEMM program.”
- ↑ Scott Mace: Qualitas Scores With 386 Memory Manager. In: InfoWorld. Band 12, Nr. 10, 5. März 1990, S. 47, 2. Spalte, letzter Absatz (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche): “The product also has a ‘Limulator’ that lets users convert parts of 386 extended memory into EMS 4.0 memory, which more and more software vendors are exploiting.”
- ↑ Winn Rosch: (Hands On:) V-EMM: Virtual Disk for EMS Memory. In: PC Magazine. Band 5, Nr. 16. Ziff Davis, 30. September 1986, ISSN 0888-8507, S. 54 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 17. März 2025]): “Extending AT Memory – V-EMM can redirect 80286 protected mode (extended memory) to the Lotus/Intel/Microsoft expanded memory specification so that PC ATs can actually use memory in excess of the 640K bytes of RAM recognized by DOS. While many of EMS programs are available, most notably 1-2-3, there’s little use for extended memory beyond RAMdisks.”
- ↑ Ray Duncan: Power Programming: Using Extended Memory, Part 1. In: PC Magazine. Band 8, Nr. 10. Ziff Davis, 30. Mai 1989, ISSN 0888-8507, S. 379 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 17. März 2025]): “Primitive Management – You may already have spottet the major weakness of the extended memory functions supported by the ROM BIOS. While they let you access any location in extended memory quite freely, they do not make any attempt to arbitrate between two or more programs or drivers that are using extended memory at the same time. For example, if an application program and RAMdisk both attempt to put data in the same area of extended memory, no error will be returned by either program, but the data of one or both may be detroyed. … During 1988—4 years after the introduction of the PC AT—two long-overdue proposals for a more sophisticated, cooperative use of extended memory under DOS were introduced. The first is the eXtended Memory Specification (XMS), which represents a collaborative effort of Microsoft, Intel, AST Research, and Lotus. The second, which applies only to 80386-based systems, is the Virtual Control Program Interface (VCPI), and it is sponsored by Quarterdeck Office Systems and Phar Lap Software.”