Am 21. Januar 1868 ersuchten 30 Eisenberger Bürger das zuständige Ministerium in Altenburg, die Gründung des Credit- und Spar-Verein zu Eisenberg S.-A. zu genehmigen. Nach Erteilung der Erlaubnis fand am 25. April 1868 die erste Generalversammlung statt. Zunächst wurde die Tätigkeit in der Rechtsform einer Gesellschaft mit unbeschränkter Haftung in den Privaträumen des Kassierers Konstantin Schöne aufgenommen. Der Stammanteil für neue Mitglieder betrug 25 Taler. Bis 1882 wuchs die Mitgliederzahl auf über 400 und der Geschäftsanteil betrug mittlerweile 150 Goldmark. Im Jahre 1897 erfolgte die Umwandlung in eine Genossenschaft, 1904 in eine Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. 1909 erfolgte die Umbenennung in Eisenberger Bank e.G.m.b.H., 1913 bezog die Bank ihr eigenes Gebäude. Ihren damaligen Namen Volksbank Eisenberg eGmbH erhielt die Bank 1941.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle Banken 1945 in der SBZ auf Befehl der SMAD zunächst geschlossen. Im Frühjahr 1946 wurde die Bank als Bank für Handwerk und Gewerbe Eisenberg eGmbH wieder eröffnet. 1953 erfolgte die Verschmelzung mit der Bank für Handwerk und Gewerbe Crossen eGmbH mit dem Sitz in Crossen und 1973 mit der Genossenschaftsbank Bad Klosterlausnitz eGmbH mit dem Sitz in Bad Klosterlausnitz zur Genossenschaftsbank für Handwerk und Gewerbe Eisenberg eG. Nach der Wende wurde das Bankwesen der DDR im Zuge der Währungsunion aufgehoben und die Bank in Volksbank Eisenberg eingetragene Genossenschaft umbenannt.
Im Jahr 1992 fusionierte die Volksbank Eisenberg eingetragene Genossenschaft mit der Raiffeisenbank und Handelsgenossenschaft eG Eisenberg mit dem Sitz in Eisenberg zur Volks- und Raiffeisenbank Eisenberg eG. Mit Eintragung vom 13. November 1997 erfolgte die Umfirmierung in Volksbank Eisenberg eG.
Im Jahr 1996 wurde die MarkeEisenberg Direkt eingeführt, unter der das Geschäft als Direktbank betrieben wurde.
Die EthikBank wurde im Jahr 2002 als „ethische und ökologische Direktbank“ gegründet und ist die Nachfolgerin der Eisenberg Direkt.[3] Sowohl die EthikBank als auch die Volksbank Eisenberg eG unterliegen den gleichen Anlagerichtlinien.[4]
Die EthikBank wurde 2025 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.[5][6]
Die Bank betreibt seit 2013 mehrere eigene Solaranlagen.[3]
Die Volksbank Eisenberg eG ist im Genossenschaftsregister beim Amtsgericht Jena unter GnR 200076 eingetragen. Die EthikBank ist eine hundertprozentige Tochter bzw. Zweigniederlassung der Volksbank Eisenberg eG. Sie werden als Gesamtbank bilanziert und unterliegen intern den gleichen ethischen und ökologischen Richtlinien.[7]
Die Bank finanziert ausschließlich nachhaltige und soziale Projekte in Bereichen wie erneuerbare Energien, Klima-/Umweltschutz, Bildung, Gesundheit, soziales Wohnen und ökologisches Bauen. Von der Finanzierung ausgeschlossen sind u.a. Rüstung, Atomkraft, fossile Energien, Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen, Suchtmittel, Korruption, Steuervermeidung und Umweltzerstörung. Sie investiert in Unternehmen des NAI/GCX-Index, Green Bonds sowie KMU und Privatkunden. Die Bank gibt an, dass eine strenge Prüfung nach ESG-Kriterien erfolgt und veröffentlicht alle Kredite, Beteiligungen und Anlagen transparent. Spekulationen und Parteispenden lehnt sie ab. Die Bank investiert ausschließlich in Unternehmen, Banken oder Staaten, die überdurchschnittliche Leistungen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance vorweisen können.[8][9]
Um diese detaillierten Kriterien[4] transparent einzuhalten, hat die Bank ein mehrstufiges Filtersystem entwickelt.[8][10]
Die EthikBank wurde 2002 als Direktbank und Zweigniederlassung der Volksbank Eisenberg eG gegründet. Sie arbeitet nach sozial‑ökologischen Kriterien und schließt unter anderem Investitionen in Rüstungsindustrie, Kernenergie, Kinderarbeit sowie bestimmte Staaten aus. Unternehmen und Länder werden dafür regelmäßig anhand externer Nachhaltigkeitsanalysen bewertet. Die EthikBank teilt sich die Strukturen mit der Volksbank Eisenberg eG. Beide unterliegen den gleichen strengen, nachhaltigen Regularien (Siehe Abschnitt Geschäftsausrichtung). Die Einhaltung der Kriterien wurde zuletzt im Jahr 2025 durch Awado und den Genoverband kontrolliert.[13][14]
Zwischen 2006 und 2007 erweiterte die Bank ihr Angebot, erreichte erstmals die Gewinnzone und nahm das Kreditgeschäft auf. Die Bank veröffentlicht ihre Anlage- und Kreditentscheidungen online und stellt damit umfangreiche Transparenzinformationen bereit.
Ab 2007 stieg die Anzahl der Konten von rund 6.700 auf rund 22.900 (2014).[15][16]
Das Volumen der Einlagen und Kredite wuchs von ca. 65 Mio. Euro auf ca. 242 Mio. Euro (2016).[17] Der Mitarbeiterstamm erhöhte sich von 7 auf 57 (2022; Maximum: 79 im Jahr 2019).[18][19]
Im Jahr 2024 wuchs die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 7% auf 577 Millionen Euro.[20]
Die Bank bietet unter anderem ein online geführtes Konto für Personen in finanziellen Schwierigkeiten sowie Kredite für ökologische Modernisierungen an. Zudem veröffentlicht sie ein eigenes Kundenmagazin.