Esk Valley Line
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| Streckenlänge: | 56,44 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Esk Valley Line ist eine Bahnstrecke in Nordengland. Sie hat eine Gesamtlänge von ca. 56 Kilometern und führt von Middlesbrough nach Whitby. Der östliche Teil der Bahnstrecke verläuft parallel zum Fluss Esk durch den North York Moors Nationalpark.
Die Esk Valley Line wurde im Jahr 2005 als sogenannte „community rail“-Strecke eingestuft, wodurch für die Strecke vereinfachte Standards gelten, um langfristig einen möglichst wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen.[1]
Die auf der Strecke regelmäßig verkehrenden Züge werden von Northern Trains betrieben. Die North Yorkshire Moors Railway führt gelegentlich Traditionsfahrten auf der Strecke durch.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Esk Valley Line ist historisch betrachtet keine eigene Eisenbahnstrecke, sondern Teil eines deutlich größeren Streckennetzes, von welchem der Großteil im Rahmen der Beeching-Axt eingestellt wurde. Sie setzt sich zusammen aus Teilen von den vier separaten Bahnstrecken Whitby Town–Pickering, Picton–Grosmont, Middlesbrough–Guisborough und der Nunthorpe–Battersby-Verbindung.
Teile der Esk Valley Line
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Whitby Town–Pickering
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bahnstrecke Whitby Town–Pickering wurde auf dem Abschnitt von Whitby nach Grosmont 1835 eröffnet, die Erweiterung nach Pickering wurde im darauffolgenden Jahr am 26. Mai 1836 fertiggestellt, womit die Bahnstrecke vollständig wurde. Anfangs wurden auf der Strecke Züge von Pferden gezogen.[2.1] Nachdem die Strecke durch die York & North Midland Railway übernommen wurde, wurde sie ab 1845 umgebaut, um einen Betrieb mit Dampflokomotiven zu ermöglichen.[2.2] Im Jahr 1854 wurde die Strecke von North Eastern Railway übernommen.
Der Abschnitt von Grosmont nach Pickering wurde im Jahr 1965 im Rahmen der Beeching-Axt stillgelegt, ging allerdings später an die North Yorkshire Moors Railway, die diese Strecke im Museumsverkehr betreibt. Der verbleibende Abschnitt Whitby Town–Grosmont ist heute gänzlich in der Esk Valley Line aufgegangen.
Picton–Grosmont
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bahnstrecke Picton–Grosmont verlief von Picton, wo sie an die Bahnstrecke Northallerton–Eaglescliffe angeschlossen war, nach Grosmont. Sie wurde von der North Yorkshire & Cleveland Railway gebaut, welche 1858 von North Eastern Railway übernommen wurde.[3]
Die Strecke wurde abschnittsweise gebaut, wobei der letzte Teil von Castleton Moor nach Grosmont am 2. Oktober 1865 eröffnet wurde. Der Betrieb des Personenverkehrs auf dem Abschnitt zwischen Stokesley und Castleton Moor wurde am 1. April 1861 aufgenommen.[2]
Der Personenverkehr auf dem Abschnitt zwischen Picton und Battersby wurde im Jahr 1954 eingestellt. Für den Güterverkehr hatte der Abschnitt ohnehin bereits an Bedeutung verloren und wurde 1965 gänzlich eingestellt und darauffolgend die Trasse auf dem kompletten Abschnitt entfernt. Bereits zuvor war für den Güterverkehr nur noch der Abschnitt zwischen Stokesley und Battersby nutzbar, da der Rest der Strecke nach Einstellung des Personenverkehrs verwendet wurde, um Waggons abzustellen.[3]
Als Teil der Esk Valley Line ist der Abschnitt zwischen Battersby und Grosmont noch heute in Betrieb.
Nunthorpe–Battersby-Verbindung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Nunthorpe–Battersby-Verbindung wurde im Jahr 1864 mit dem Ziel gebaut, die Bahnstrecken Middlesbrough–Guisborough und Picton–Grosmont miteinander zu verbinden.[2.3] Die gesamte Verbindung ist als Teil der Esk Valley Line erhalten geblieben.
Da sowohl die Verbindung, als auch der verbleibende Abschnitt der Bahnstrecke Picton–Grosmont aus nordöstlicher Richtung in den Bahnhof Battersby hereinführen, müssen heute alle Züge in Battersby die Fahrtrichtung zur Weiterfahrt wechseln.
Middlesbrough–Guisborough
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bahnstrecke Middlesbrough–Guisborough wurde als Güterbahn zum Abtransport von Eisenerz von der Codhill-Mine südlich von Guisborough gebaut und im Jahr 1853 in Betrieb genommen. Der Personenverkehr zwischen Middlesbrough und Guisborough startete im Jahr 1854. Im Jahr 1858 übernahm die Stockton and Darlington Railway die Bahnstrecke.[3]
Nachdem die North Eastern Railway, welche die Bahnstrecke in den Jahren 1863 bis 1865 übernommen hatte, den Bahnhof Guisborough im Jahr 1964 schloss, wurde die Trasse auf dem Abschnitt zwischen Guisborough und der Nunthorpe–Battersby-Verbindung abgebaut. So ist der Teil der Bahnstrecke Middlesbrough–Guisborough von Middlesbrough bis zu dem ehemaligen Abzweig als Teil der Esk Valley Line in Betrieb.[3]
Spätere Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In dem 1963 veröffentlichten Beeching-Report war die Esk Valley Line sowie alle anderen Bahnstrecken nach Whitby für eine Stilllegung vorgesehen. Da diese Abkopplung vom Eisenbahnnetz in Whitby auf starke Ablehnung stieß, wurde im Oktober 1964 angekündigt, die 'Bahnstrecke Middlesbrough–Whitby', womit die Esk Valley Line gemeint ist, nicht einzustellen. Diese Ankündigung sorgte bei Anwohnern teils für Verwunderung, da der Strecke nach Malton bis dahin höhere Überlebenschancen zugesprochen wurden als der Esk Valley Line. In den Folgejahren nach der Einstellung der anderen Strecken wurden anfangs die Abfahrtszeiten der Busse nach Malton noch aufgeführt, später wurden auch diese entfernt. Whitby wurde in Fahrplänen teilweise aufgeführt als „nicht per Zug erreichbarer Ort“, obwohl die Verbindung über die Esk Valley Line weiterhin bestand.[2.4]
Im Jahr 1969 wurden alle verbliebenen Ticketschalter der bemannten Bahnhöfe geschlossen. Alle Tickets mussten vorerst im Zug gekauft werden.[2.5]
Bis September 1984 war die Strecke zwischen Whitby und Sleights zweispurig, danach wurde die Strecke einspurig umgebaut, eine Ausweiche in Castleton Moor wurde bereits im Juli 1982 entfernt. In Glaisdale und Battersby befinden sich heute noch Ausweichen, jedoch werden nur in Glaisdale beide Bahnsteige regelmäßig genutzt.[2.5]
Zwischen Middlesbrough und Guisborough Junction ist die Strecke seit dem 26. Januar 1986 einspurig, der Bahnhof in Nunthorpe verfügt jedoch weiterhin über eine Ausweiche, an der beide Bahnsteige im regulären Betrieb genutzt werden.[2.5]
Zugsicherung
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Die Esk Valley Line verwendet heute noch das Token-System zur Zugsicherung, welches so modifiziert wurde, dass der Triebfahrzeugführer die Tokeninstrumente selbst bedienen kann, ohne an jeder Zwischenstation auf eine weitere Person außerhalb des Zuges angewiesen zu sein. Dieses System wird als No Signalman Token Remote bezeichnet und wird bspw. auch auf der Tarka Line verwendet. In den Stellwerken in Whitby, Glaisdale und Battersby sowie durch einen Signalmann in Nunthorpe werden die Schlüsseltoken an den Triebfahrzeugführer weitergegeben.[4]
Betrieb
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf der Esk Valley Line werden reguläre Züge durch Northern Trains betrieben. Montag bis Sonnabend fahren 6 Züge bis auf der Strecke bis nach Whitby (Stand 2026). Nicht alle Züge bedienen dabei jeden Zwischenhalt. Außerdem enden viele der Züge aus Richtung Middlesbrough bereits vor Whitby in Nunthorpe oder Great Ayton. Sonntags fahren je Richtung nur 4 Züge zwischen Middlesbrough und Whitby (Stand 2026). Einige Verbindungen verkehren zudem nicht nur von/bis Middlesbrough, sondern bieten eine direkte Durchfahrt zwischen Whitby und Darlington oder Newcastle.[5]
Die North Yorkshire Moors Railway, welche die Traditionszüge auf der privaten Strecke zwischen Grosmont und Pickering betreibt, führt auch Fahrten durch, die von Grosmont weiter nach Whitby führen.[6]
Um die Weiterfahrt der Traditionszüge von Grosmont aus nach Whitby gewährleisten zu können, wurde im Jahr 2007 zur Zugsicherung ein Zwischentokeninstrument in Grosmont installiert, an welchem Token für den Abschnitt Glaisdale-Whitby ausgegeben und wieder angenommen werden. Zuvor musste für die Traditionsfahrten ein Signalmann nach Glaisdale fahren, um die Ausgabe und Annahme der Token durchzuführen.
2024 wurde das Gutachten „A New Beginning“, welches von der Esk Valley Railway Development Company in Auftrag gegeben wurde, veröffentlicht. Dieses beschreibt den Zustand des Schienenverkehrs auf der Esk Valley Line, schätzt dessen Potential ein und schlägt unterschiedliche Maßnahmen zur Verbesserung des Personenverkehrs vor. In Folge der Veröffentlichung dieses Gutachtens bezeichneten sowohl Medien als auch die Esk Valley Railway Development Company selbst die Esk Valley-Zugverbindungen als „die schlechtesten des Landes“.[7][8] Hauptgrund für dieses Urteil sind laut Gutachten die wenigen täglichen Verbindungen, die lange Fahrzeit, die veraltete Technik und die daraus resultierende Unzuverlässigkeit der Zugverbindungen. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die Zugverbindungen weder für Anwohner, noch für Touristen ein attraktives Angebot darstellten und zeigt auf, an welchen Stellen Verbesserungspotential herrscht.[9]
Tarif
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Für auf der Esk Valley Line verkehrende Züge gilt das allgemeine Ticketsystem Großbritanniens. Northern Trains verkauft wie auf anderen Linien auch zusätzlich Advance Single Tickets, die preislich anders als viele andere Tickets nicht reguliert sind, wodurch Ticketpreise variieren können.
Esk Valley Railcard
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine Besonderheit an der Esk Valley Line ist, dass für diese mit der Esk Valley Railcard eine eigene regionale Railcard angeboten wird. Diese wird wie andere Railcards auch von National Rail herausgegeben. Die kosten dieser Railcard belaufen sich auf jährlich £15, welche dem Halter bei Fahrten auf der Esk Valley Line sowie auf Traditionszügen der North Yorkshire Moors Railway einen Rabatt von einem Drittel des Fahrpreises auf Anytime Day und Anytime Tickets gewährt.[10] Anders als bei vielen anderen Railcards gibt es für den Kartenhalter bei der Esk Valley Railcard grundsätzlich keinen Mindestfahrpreis.
Zusätzlich kann der Kartenhalter bis zu 4 Kinder bis zu einem Alter von 16 Jahren zu einem um 81 % vergünstigten Fahrpreis mitnehmen, wobei jedoch ein Mindestfahrpreis von £1 pro Kind anfällt.[11]
Die Railcard kann exklusiv durch lokale Einwohner entlang der Strecke und einigen umliegenden Orten beantragt werden. Der Antrag findet auf Papier statt und die physische Railcard muss anschließend an einem der lokalen Fahrkartenschalter persönlich abgeholt werden.[10]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Home. Abgerufen am 17. Mai 2026 (britisches Englisch).
- ↑ Martin Bairstow: Railways around Whitby. Volume One. Amadeus Press Ltd, Huddersfield, West Yorkshire 1989, ISBN 978-1-871944-17-4.
- 1 2 3 4 Gordon Suggit: Lost Railways of North and East Yorkshire. COUNTRYSIDE BOOKS, Newbury, Berkshire 2005, ISBN 1-85306-918-3.
- ↑ Esk Valley Line. Abgerufen am 27. Mai 2026.
- ↑ https://www.eskvalleyrailway.co.uk/wp-content/uploads/2025/12/2025-12-14-to-2026-05-16-1763738229.pdf
- ↑ North Yorkshire Moors Railway - Timetable. Abgerufen am 14. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Lisa Williams: Service ‘worst in the country’. In: Esk Valley Raliway. 1. Oktober 2024, abgerufen am 17. Mai 2026 (britisches Englisch).
- ↑ Esk Valley Train Service Deemed "Worst in the Country". Abgerufen am 17. Mai 2026 (englisch).
- ↑ A New Beginning. In: Esk Valley Railway Development Company. Esk Valley Railway Development Company, 1. Oktober 2024, abgerufen am 17. Mai 2026 (englisch).
- 1 2 Tickets, Fares & Residents Railcards. In: Esk Valley Raliway. Abgerufen am 14. Mai 2026 (britisches Englisch).
- ↑ Esk Valley Railcard | National Rail. Abgerufen am 14. Mai 2026 (englisch).
