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Ernst Greier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Bronze-Plastik Der Schmied,
Höhe 26 cm.

Ernst Greier (* 4. September 1858 in Berlin; † 5. April 1926 in Berlin-Neukölln) war ein deutscher Bildhauer, Modelleur und Medailleur.

Ernst Greier wurde als Sohn des Töpfermeisters Ferdinand Julius Greier geboren und evangelisch getauft. Über seine Biografie liegen nur spärliche Informationen vor. Greier arbeitete u. a. für die Lampenfabrik Wild und Wessel in Berlin. Von seinem bildhauerischen Werk sind vor allem Kleinplastiken bekannt, deren heroisierenden Motive aus der Arbeitswelt im Jugendstil sehr beliebt waren. Großplastiken von ihm sind nicht bekannt. Als Medailleur schuf Greier während des Ersten Weltkrieges Erinnerungsmedaillen.[1] 1915 ist er im Berliner Adressbuch als Greier, E., Bildh. mit der Adresse Neukölln, Fuldastr. 41 verzeichnet.[2] Dort betrieb er sein Atelier für künstlerische Modelle.

Ernst Greier entwarf 1880 die Petroleumlampe Nr. 2356 für Wild und Wesel, Berlin. Ihr Fuß aus Zinkguss ist mit medaillenförmigen maskaronartigen Ornamenten am Leuchtenkörper versehen.[3]

Von Greiers Kleinplastik Der Schmied sind mindestens drei verschiedene Varianten nachgewiesen, deren wesentlicher Unterschied darin besteht, dass die Figur ihre rechte Hand entweder offen ausstreckt, einen Hammer hält oder auf einen schweren, auf der Plinthe stehenden Abbruchammer gestützt ist. Die Plastiken sind mit einem Gießstempel versehen. Sie wurden demnach bei der Aktien Ges. Gladenbeck, vorm. H. Gladenbeck & Sohn in Friedrichshagen gegossen. Die ursprünglich in Berlin ansässige Firma des Hermann Gladenbeck war 1887 nach Berlin-Friedrichshagen verzogen. Im April 1888 erfolgte die Umfirmierung als Aktien Ges. Gladenbeck Friedrichshagen. Demnach müssen die Abgüsse des Schmieds 1888 oder später entstanden sein.

Das Dorotheum versteigerte 2022 in seiner Auktion Kleinode des Jugendstils & Angewandte Kunst des 20. Jahrhunderts eine Version des Schmieds mit Abbruchhammer.[4] Andere Anbieter haben in den letzten Jahren unterschiedliche Varianten der Skulptur versteigert.

Während des Ersten Weltkriegs trat Greier mit Entwürfen für Medaillen hervor, die als Erinnerungen an Kriegsereignisse ausgegeben wurden. So schuf er 1915 eine Eisenguss-Medaille, auf deren Vorderseite ist General Hans von Beseler abgebildet, der im Oktober 1914 mit seinen Truppen die Stadt und Festung Antwerpen erobert hatte. Auf der Rückseite sieht man den gekrönten deutschen Adler über einem auf zwei Fahnen liegenden besiegten belgischen Löwen, dem die Krone entfallen ist, ein weiterer gekrönter Löwe schreitet nach rechts. Dahinter die Ansicht von Antwerpen.[5]

Einzelnachweise

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  1. Vgl. W. Steguweit: Das Münzkabinett der Königlichen Museen zu Berlin und die Förderung der Medaillenkunst. Künstlerbriefe und Medaillenedition zum Ersten Weltkrieg. Das Kabinett 5, 1998.
  2. Berliner Adressbuch 1915, Bd. 1. S. 795 abgerufen am 11. Januar 202
  3. museum-digital:deutschland Petroleumlampe, abgerufen am 11. Januar 2026.
  4. Dorotheum E. Greier, Bronzefigur eines Schmieds, Berlin, um 1920/30, abgerufen am 11. Januar 2026.
  5. museum-digital:deutschland von Beseler-Medaille, abgerufen am 11. Januar 2026.