Eremite

Eremite, auch Romite, früher San Giuseppe genannt, ist ein Kirchengebäude im venezianischen Sestiere Dorsoduro. Es befindet sich am Rio de le Romite bzw. den Fondamenta Eremite.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einige Augustinereremitinnen, die bei San Marcuola lebten, erhielten vom Senat die Erlaubnis, ein neues Kloster zu gründen. Diese waren die Schwestern Angela und Lucia Pasqualigo, die aus einer Patrizierfamilie stammten. Sie gründeten 1628 eine Kongregation frommer Frauen in zwei zu Klöstern umgebauten Häusern mit einer angrenzenden Kapelle, die Jesus und Maria geweiht war. 1633 wurde das Kloster erweitert und die Kapelle in eine Kirche umgewandelt, allerdings gegen den anhaltenden Widerstand von San Trovaso. Am 1. Juli 1647 wies Papst Innozenz X. den Frauen die Regel des Augustinus zu und bestätigte ihre Regularien. Erst 1669 gelang es den jeweils drei Frauen, sich von der Mutterkirche unabhängig zu machen, Ende des 17. Jahrhunderts wurde ihre Zahl auf sechs erhöht.
Mit Genehmigung des Senats vom 12. August 1693 und mit Geldmitteln des Santo Donadoni wurde die Kirche in den Jahren 1693 und 1694 als Gesù Maria e Giuseppe nach Plänen von Giovanni Battista Lambranzini errichtet. Nun durften auch mehr als sechs Frauen sich dorthin zurückziehen. Formal erhielt die Kongregation den Status eines Klosters mit Klausur erst am 3. Juni 1722 durch den Patriarchen Pietro Barbarigo. Dieser wiederum handelte auf Weisung Roms, wo sich die Frauen an den Papst gewandt hatten. Wie eine Reihe anderer Klöster, so erhielten auch die Eremite zahlreiche Reliquien aus den römischen Katakomben. Laura Corner, die Witwe des Dogen Giovanni II. Corner, verbrachte ihre letzten Jahre von 1722 bis 1729 im Klosterkomplex.
Die Gemeinschaft wurde am 21. Juni 1806 in Ausführung des napoleonischen Dekrets vom 8. Juni 1805 aufgelöst. Die verbliebenen 38 Nonnen mussten das Haus 1810 verlassen.
1821 wurden in diesem Kloster die Serviten-Eremiten von Maria Adolorata aufgenommen. Die Kirche ist heute Teil eines Komplexes, in dem sich ein Frauenkloster (das der Unbefleckten Jungfrau Maria geweiht ist) sowie ein von Canossianerinnen geführtes Studentenwohnheim befinden. Letztere waren bereits 1863 eingezogen. Ende der 1990er Jahre wurde die Kirche auf Initiative von Venice in Peril restauriert.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, n. 157, S. 99.
- Giuseppe Tassini: Curiosità veneziane ovvero origini delle denominazioni stradali di Venezia, 3. verbesserte Aufl., M. Fontana, Venedig 1882, S. 222 f. (Digitalisat)
- Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 517–521. (Digitalisat)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Le Eremite. Giovanni Battista Lambranzini 1693, auf Churches of Venice, archive.org, 8. Juli 2018
Fußnoten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, n. 157, S. 99.
Koordinaten: 45° 25′ 54,8″ N, 12° 19′ 28,2″ O