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Engelbert Kimberger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Engelbert Kimberger (* 24. November 1906 in Simbach; † 28. Juni 1944 in München-Stadelheim) war ein deutscher Widerstandskämpfer und Mitglied der Hartwimmer-Olschewski-Widerstandsgruppe.

Kimberger war der Sohn von Stefan Kimberger, gelernter Schneidermeister und wohnte mit seinen Eltern und Geschwistern in Waldtrudering. 1931 wurde er wegen Unterschlagung zu vier Jahren Gefängnis verurteilt und nach Verbüßung der Strafe bis zum 20. April 1939 im KZ Dachau inhaftiert. Dort kam er über die Mitgefangenen Hans Hutzler und Wilhelm Olschewski junior in Kontakt mit der Hartwimmer-Olschewski-Widerstandsgruppe. Kimberger beteiligte sich am gemeinsamen Hören von „Feindsendern“, an politischen Diskussionen und versuchte, Bekannte für die Widerstandsgruppe zu gewinnen.

Trotz konspirativer Vorgehensweise der Gruppe konnte die Gestapo Spitzel in die Berliner Uhrig-Römer-Widerstandsgruppe einschleusen und erhielt so auch Informationen über Aktivitäten der Münchner Gruppe. Vor seiner Verhaftung konnte Kimberger am 14. März 1942 aus dem Haus seiner Familie rechtzeitig fliehen und lebte anschließend an verschiedenen Orten Oberbayerns im Untergrund. Durch anonyme Hinweise gelang es der Polizei, ihn am 11. November 1942 in der Wohnung seiner Eltern zu verhaften. Bei der Hausdurchsuchung wurde festgestellt, dass Kimberger auch mit schwarzgeschlachtetem Fleisch gehandelt hatte.

Im Prozess beim Sondergericht München am 19. Mai 1943 wurde er wegen „fortgesetzten kriegsschädlichen Verhaltens durch Schwarzschlachtung“ und aufgrund der damit gezeigten „gemeinschaftswidrigen Gesinnung“ zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Seine Strafe verbüßte er zunächst in der Justizvollzugsanstalt Kaisheim und wurde dann nach München überstellt. Am 21. April 1944 verurteilte ihn der Volksgerichtshof zum Tode. Auch wegen seiner Vorstrafen stellte der Richter fest: „Ein solcher Mensch hat keinen Platz mehr in unserem Raum.“[1]

In seinem Abschiedsbrief schrieb Kimberger: „Mein Urteil war schon fertig vor der Verhandlung. Ich wurde überhaupt nicht angehört, sondern nur geschlagen ohne Ende; dies war meine Vernehmung, meine Unterschrift hieß Prügel ohne Ende“. Sein Vater erlitt beim Lesen des Abschiedsbriefes einen tödlichen Herzschlag.

Engelbert Kimberger wurde am 28. Juni 1944 zusammen mit Otto Binder und Wilhelm Olschewski junior im Gefängnis München-Stadelheim hingerichtet.

Am 14. September 1947, dem „Tag der Opfer des Faschismus“ wurden die Särge mit den sterblichen Überresten in einer Gedenkveranstaltung vor der Münchner Feldherrnhalle aufgebahrt und die Ermordeten von Mitgliedern der bayerischen Staatsregierung geehrt.

Einzelnachweise

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  1. Friedbert Mühldorfer: Kimberger, Engelbert. NS-Dokumentationszentrum München, 5. Mai 2025, abgerufen am 18. Mai 2026.