Die Küstenmotorschiffe der Morgenstond-II-Serie, auch Ferus 5500, Ferus 6070 beziehungsweise Ferus 6250, wurde in zwölf Einheiten gebaut. Eines der Schiffe machte im Dezember 2015 als Emsmoon Schlagzeilen, nachdem es mit der Friesenbrücke in Weener kollidiert war und diese dabei beschädigte.
Die Schiffe des Typs wurden von verschiedenen Reedereien in Auftrag gegeben und entstanden von 1996 bis 2001 auf den Werften in Westerbroek und Leer des Schiffbauunternehmens Scheepswerf Ferus Smit. Die ersten georderten Einheiten waren zunächst ein Einzelschiff für die Reederei C. T. Drent aus Siddeburen mit etwa 5500 Tonnen Tragfähigkeit und einem Laderaum sowie danach mehrere Schiffe für die Groninger Reederei Flinter mit über 6000 Tonnen Tragfähigkeit und zwei Laderäumen. Als Grundentwurf wurde zunächst die längere Variante entwickelt, die kürzere Variante wurde daraus abgeleitet. Die ersten beiden Flinter-Einheiten der längeren Bauversion wurden schon vor der Fertigstellung geringfügig angepasst um die Stabilität zu verbessern. Nach dem Bau der ersten drei Einheiten wurde der Entwurf nochmals überarbeitet und etwa einen halben Meter breiter ausgelegt, woraufhin er eine bessere Stabilität und eine etwas höhere Tragfähigkeit erhielt. Von diesem überarbeiteten Entwurf wurden sieben Einheiten der langen Variante für mehrere Reedereien und 1998 nochmal zwei etwa zehn Meter kürzere Schiffe mit nur einem Laderaum für eine Reederei in Groningen gebaut.
Am Abend des 3.Dezember 2015 kollidierte die Emsmoon mit dem geschlossenen Klappteil der Friesenbrücke und zerstörte ihn. Die Brücke wurde bei dem Zusammenstoß so stark beschädigt, dass sie komplett neu gebaut werden muss.[1] Der Frachter erlitt nur geringe Schäden. Er hatte sich jedoch so stark mit der Brücke verkeilt, dass er mit Hilfe des SchleppersGerd Bliede befreit werden musste. Der Schlepper brachte die Emsmoon zunächst in den Hafen von Papenburg zurück.[2] Die Emsmoon wurde nach dem Unfall repariert und wieder in Fahrt gesetzt. 2019 wurde es an die Reederei Lohmann in Haren (Ems) verkauft und in Helas umbenannt.
Die Schiffe sind als Trockenfrachter mit achtern angeordneten Aufbauten ausgeführt. Das Deckshaus des TypschiffsMorgenstond II ist ein Deck flacher, alle Folgebauten haben höhere Aufbauten, wobei das Deck der Nina und Lara unter dem Steuerhaus nicht ausgebaut wurde. Die kurzen Versionen des Typs haben einen einzelnen Laderaum, die langen Versionen verfügen über zwei Laderäume. Alle Laderäume werden mit stapelbaren Lukendeckeln seefest verschlossen. Der Laderaum der kurzen Versionen ist 71,40m lang, bei den langen Einheiten ist der vordere Laderaum 27,30m lang und der hintere 53,70m lang. Alle Laderäume sind 12,65m breit und 9,44m hoch. Der Laderaum der kurzen Versionen fasst rund 7700m³, das Volumen der „Langversion“ beträgt beim vorderen Laderaum 2820m³ und 6232m³ beim hinteren Laderaum (jeweils für Schüttgut). Die Tankdecke des Laderaums ist sowohl für den Transport von schweren Ladungen verstärkt, als auch mit Einrichtungen für den Transport von Containern versehen. Die Containerkapazität der Morgenstond II beträgt insgesamt 287TEU, die der Nina und Lara mit den höheren Aufbauten 324TEU. Bei den ersten beiden langen Varianten beträgt sie 356TEU, bei den späteren 390TEU. Davon können 163TEU in den Laderäumen und 227TEU an Deck geladen werden. Die Tankdecke kann mit 10t/m², die Lukendeckel mit 1,7t/m² belastet werden. Die Tragfähigkeit der kurzen Schiffe liegt bei 5500Tonnen, die der längeren beträgt rund 6300Tonnen.
Die Antriebsanlage des Schiffes besteht aus einem Viertakt-Dieselmotor des Herstellers Wärtsilä. Die kurzen Versionen der Schiffe erhielten den Neunzylinder-Typ 9L26 mit einer Leistung von 2924Kilowatt, die bei den langen Schiffen verbauten Motoren des Achtzylinder-Typs 8R32E leisten bis zu 3280kW. Die Motoren treiben über ein Untersetzungsgetriebe einen Verstellpropeller an. Die An- und Ablegemanöver können durch ein Bugstrahlruder mit 280kW Leistung unterstützt werden. Für die Stromerzeugung stehen ein Wellengenerator und zwei Sisu-Dieselmotoren des Typs 645DSBIMG zur Verfügung. Als Hafen- und Notgenerator wurde ein Sisu-Dieselgenerator des Typs 620DSG verbaut.
Der Rumpf des Schiffes ist eisverstärkt. Die Einrichtungen für die Schiffsbesatzung sind auf fünf Decks verteilt. Für die Schiffsbesatzung stehen zehn Kabinen zur Verfügung.