Die Embraer Legacy 600 ist eine Variante der Embraer-ERJ-145-Familie. Der Jet hat eine erweiterte Tankkapazität und Winglets. Das Programm wurde auf der Farnborough Air Show 2000 gestartet. Als Derivat wird noch der Legacy Shuttle angeboten, der dieselbe Kabinenkonfiguration wie der ERJ 135 mit der Reichweite des Legacy verbindet. Bisher wurden 71 Flugzeuge verkauft.
Die Embraer Legacy 650 basiert auf der Legacy 600 mit den gleichen äußeren Abmessungen, verwendet aber eine modifizierte Version der Triebwerke Rolls-Royce AE 3007 A2 und hat eine höhere Reichweite von 7223km.[2] Die maximale Abflugmasse wurde auf 24.300kg angehoben, weshalb Tragflächen und Fahrwerk strukturell verstärkt werden mussten. Das Cockpit ist mit dem Avionikpaket Primus Elite von Honeywell ausgerüstet, das auch als Nachrüstsatz für die Legacy 600 angeboten wird. In der Kabine finden 14 Passagiere Platz. Die Kabine hat eine getrennt regelbare Klimaanlage für drei verschiedene Bereiche, zusätzliche Dämmung und umfangreiche Kommunikationsausrüstung. Die Maschine hatte am 23.September 2009 am Flughafen Embraer Unidade Gavião Peixoto ihren Erstflug und wurde im Oktober 2009 auf der Geschäftsluftfahrtmesse NBAA-BACE in Orlando offiziell vorgestellt. Die Zulassung durch die brasilianische ANAC und die europäische EASA erfolgte am 20.Oktober 2010. Die Zulassung der FAA wurde Anfang März 2011 erteilt. Die erste Maschine wurde am 19.November 2010 an den britischen Geschäftsmann Alan Sugar ausgeliefert.[3] Die Embraer Legacy steht in Konkurrenz zu Typen wie der Bombardier Challenger 850.[4]
Bei dem Gol-Transportes-Aéreos-Flug 1907 am 29. September 2006 stieß eine Legacy 600 mit einer Boeing 737-800EH zwischen Brasília und Manaus in der Luft zusammen. Alle 154 Insassen der Boeing starben beim Absturz. Die Legacy musste notlanden und die sieben Insassen kamen mit dem Schrecken davon. Ursache des Vorfalls war eine falsche Flughöhe und der versehentlich abgeschaltete Transponder der Legacy.