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Hofdame

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Hinter Königin Elizabeth II. gehen bei einem Besuch in Toronto (2010) zwei Hofdamen: eine Kammerdame (Lady Susan Hussey, links, mit weißem Hut) und eine Kammerdame (Lady Farnham, rechts, mit blauem Hut)
Diego Velázquez, „Las Meninas“ (1656)

Die Würde einer Hofdame, auch Ehrendame, Hofjungfer oder Palastdame genannt, wurde in Europa den zu einem Hofstaat gehörenden adeligen Damen aufgrund ihres Standes oder des Standes ihres Ehemanns verliehen. Die Hofdame steht jedoch in der Rangordnung unter der Person, der sie zur Seite steht.

Hofdamen verrichteten Ehrendienste und fungierten als Gesellschafterinnen. Solche Hofämter wurden nur von hoffähigen Adligen bekleidet. Im Gegensatz etwa zur Zofe waren sie in Europa keine Hofbeamten. Als männliches Äquivalent zur Hofdame kann der Ritter – und später der Kammerherr – angesehen werden.

Beide Stände traten vermutlich schon mit den ersten ausgeprägten Fürsten- und Königshöfen in Erscheinung. Die ersten schriftlichen Überlieferungen zu diesem gesellschaftlichen Stand sind über 3000 Jahre alt, zum Beispiel in Ägypten (siehe Nofretete) oder im Chinesischen und im Perserreich.

Unter den Personen an den Fürstenhöfen waren von jeher auch künstlerisch begabte Persönlichkeiten zu finden. Gut dokumentiert ist das Wirken der Minnesänger, doch auch manche Werke von Hofdamen zählen zur Weltliteratur. Ein fernöstliches Beispiel dazu ist der klassischjapanische Roman Genji Monogatari (die Geschichte vom [Prinzen] Genji), verfasst von Murasaki Shikibu, der Hofdame der Kaiserin um das Jahr 1000.

Charlotte von Stein

Die frühneuzeitlichen Fürstenhöfe in Deutschland orientierten sich am österreichischen Hofmodell.[1] Dieses Hofmodell sah vor, dass die Hofdamen einer Oberhofmeisterin (einer verwitweten oder verheirateten älteren Frau) unterstanden, die die Hoffräulein beaufsichtigte, von denen ein oder zwei in den mittleren Rang der Kammerfräulein (Kammerhofdame) aufsteigen konnten.[1] Die deutschen Fürstenhöfe wurden ihrerseits im 16. Jahrhundert zum Vorbild für die skandinavischen Höfe Dänemarks und Schweden.[2]

Eine bekannte deutsche Hofdame ist Charlotte von Stein (1742–1827), die Hofdame der Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach. Sie war eine enge Freundin von Johann Wolfgang von Goethe, Gottfried von Herders Familie und Friedrich von Schiller, deren Werk und Leben stark durch sie beeinflusst wurde.

Murasaki Shikibu war Hofdame der Kaiserin Shōshi

In der Heian-Zeit zählten der Kaiser, die Kaiserinnen oder die königlichen Prinzessinnen zu ihrem Gefolge oder in ihren Diensten eine Gruppe hochrangiger Hofdamen (nyōbō), die aus dem Adel stammten und aufgrund ihrer Bildung und ihres guten Geschmacks[3] ausgewählt worden waren; Die berühmtesten unter ihnen sind Literatinnen und Dichterinnen, die bis heute bekannt sind, wie Murasaki Shikibu, Sei Shōnagon, Izumi Shikibu oder Akazome Emon. Der Begriff „nyōbō bungaku“ bezeichnet manchmal die Literatur dieser gebildeten Hofdamen, die zu jener Zeit zurückgezogen im Palast lebten und die sowohl Aufschluss über das Leben am Hof als auch über die Rolle der Hofdamen und ihre Gedanken gibt.[4]

Beispiele bekannter Hofdamen

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  • Katrin Keller: Hofdamen. Amtsträgerinnen im Wiener Hofstaat des 17. Jahrhunderts. Böhlau, Wien u. a. 2005, ISBN 3-205-77418-3 (Vorschau in Google-books).
  • Susan Richter: Hofdame – ein Beruf für Frauenzimmer? Betätigungsfelder adeliger Damen am Beispiel des kurpfälzischen Hofes im 18. Jahrhundert. In: Zeitschrift für Geschichte am Oberrhein. N.F. 114 (2005), S. 441–480.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Nadine Akkerman, Birgit Houben: The politics of female households: ladies-in-waiting across early modern Europe (= Rulers & elites. Nr. 4). Brill, Leiden Boston 2014, ISBN 978-90-04-23606-6 (englisch).
  2. Fabian Persson: Servants of fortune: the Swedish court between 1598 and 1721. Wallin & Dalholm, Lund 1999, ISBN 978-91-628-3340-4 (englisch).
  3. A tale of flowering fortunes: annals of Japanese aristocratic life in the Heian period. Stanford University Press, Stanford, Calif 1980, ISBN 978-0-8047-1039-8 (englisch).
  4. Shūichi Katō, Don Sanderson: A History of Japanese Literature: From the Manyoshu to Modern Times. Taylor and Francis, Hoboken 2013, ISBN 978-1-873410-48-6, S. 69 (englisch).
  5. Robin Wang: Images of women in Chinese thought and culture: writings from the pre-Qin. Hackett Publishing Company, 2003, S. 171 (englisch).
  6. David Cunning: Margaret Lucas Cavendish. In: The Stanford Encyclopedia of Philosophy. Winter 2022 Auflage. Metaphysics Research Lab, Stanford University, 2022 (stanford.edu [abgerufen am 5. Februar 2025]).
Commons: Hofdamen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Hofdame – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen