Schlagzeug
| Schlagzeug | |
|---|---|
| englisch drumset, italienisch batteria, französisch batterie | |
| Standardaufbau des Schlagzeugs 1. Ridebecken 2. Floortom 3. Hängetom 4. Bass Drum 5. Snare Drum 6. Hi-Hat | |
| Klassifikation | Membranophon (Trommeln) Idiophon (Becken, Cowbell) Schlaginstrument |
| Klangbeispiel | Rockbeat auf einem Schlagzeug |
| Verwandte Instrumente | Elektronisches Schlagzeug, Liste der Schlaginstrumente, Perkussion |
| Musiker | |
| Liste von Schlagzeugern und Schlagwerkern, Kategorie:Schlagzeuger | |
| Bauart | Größe |
|---|---|
| Große Trommel | 22 Zoll (16 bis 30 Zoll) |
| Kleine Trommel | 14 Zoll (6 bis 16 Zoll) |
| Tomtom | 10, 12 und 14 oder 12, 13 und 16 Zoll
(6 bis 18 Zoll) |
| Hi-Hat | 14 Zoll (8 bis 16 Zoll) |
| Ride-Becken | 20 Zoll (18 bis 24 Zoll) |
| Crash-Becken | 16 Zoll (13 bis 24 Zoll) |
| Splash-Becken | 10 Zoll (6 bis 12 Zoll) |
| China-Becken | 18 Zoll (8 bis 26 Zoll) |
Hardware
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Unter Hardware werden sämtliche Bedienelemente wie Fußmaschine, Beckenständer und Stative sowie die diversen Halterungen zusammengefasst. Auch mit dem Kessel fest verbundene Teile wie Spannböckchen, Snare-Abhebung und die Bass-Drum-Füße gehören dazu.
Schlägel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Trommeln und Becken des Schlagzeugs werden per Hand mit zwei Trommelstöcken (englisch drumsticks) gespielt, die zumeist aus Holz bestehen. Die Basstrommeln werden mit einer Fußmaschine gespielt, die einen Schlägel mit einem Filz- oder Kunststoffkopf auf das Fell schlägt. Per Hand kommen auch Besen zur Anwendung oder „Rods“ genannte Ruten mit gebündelten Holz-Stöckchen, die man wegen ihrer Eigenschaften zwischen Sticks und Besen auch „Stesen“ nennt. Daneben finden sich für das Handspiel Schlägel mit Filz- oder Flanellköpfen für abgedämpftes oder dumpfes Spiel. Beim Spiel mit den Händen wird das Abprallen der Sticks von der schwingenden Oberfläche ausgenutzt, vor allem je dichter ein „Schlagteppich“ wird, bis hin zum Wirbel. Um einen gedämpften Ton zu erzielen, werden besonders in der klassischen Musik die Mallets verwendet.
Materialien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Felle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Felle des Schlagzeugs wurden früher aus Naturfell hergestellt. Heutzutage bestehen sie gewöhnlich aus ein- oder zweilagiger Kunststofffolie. Sie werden auf den Trommelkessel mittels Spannreifen aufgespannt, die meist aus Metall oder auch Holz gefertigt sind. Dies geschieht abhängig vom Kesseldurchmesser mit je vier bis zwölf Spannschrauben. Auf diese Weise lassen sich die Felle durch Veränderung der Spannung in einer zum Musikstil passenden Tonhöhe stimmen. Das obere bespielte Fell heißt Schlagfell, das untere wird als Resonanzfell bezeichnet. Man unterscheidet bei Fellen hauptsächlich zwischen durchsichtigen („clear“) und aufgerauten Fellen („coated“). Letztere erzeugen einen wärmeren Klang der Trommel und erlauben es, mit Schlagzeug-Besen beim Wischen ein Rauschen zu erzeugen. Während aufgeraute Felle früher oft nur auf der Schnarrtrommel verwendet wurden, findet man sie heute oft auch auf den anderen Trommeln. Des Weiteren wird zwischen einlagigen und mehrlagigen (meist zweilagig) Fellen unterschieden. Die mehrlagigen Felle haben meist einen etwas gedämpfteren und tieferen Klang als einlagige Felle, außerdem sind sie stabiler. Die mehrlagigen Felle sind meist in härteren Musikrichtungen wie Rock, Hardrock und Metal anzutreffen. Außerdem gibt es Snarefelle mit sehr kleinen Löchern, die den Klang beeinflussen und die kleine Trommel trockener klingen lassen. Diese werden mit dem Zusatz „dry snare“ bezeichnet. Je mehr Spannschrauben zur Befestigung des Felles verwendet werden, desto präziser kann die Trommel gestimmt werden. Bekannte Hersteller von Fellen sind Remo, Evans und Aquarian.
Kessel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kessel der großen Trommel und der Toms sind meistens aus Holz gefertigt. Das populärste Holz ist Ahorn (oftmals als engl. Maple bezeichnet), das einen warmen und ausgewogenen Klang mit relativ starken Tiefen bietet. Daneben ist Birke aufgrund der hervorgehobenen Höhen in Tonstudios sehr beliebt. Im Gegenzug dazu bietet Mahagoni sehr kräftige Tiefen und reduzierte Höhen. Als weitere Hölzer verwendet man Buche, Pappel, Linde, Eiche und etliche andere Hölzer. Auch Holzgemische sowie verschiedene Kunststoffe (Hayman, Ludwig) finden Verwendung. Bei preisgünstigen Schlagzeugen findet man unter anderem auch Pappkessel, die verklebt und gepresst sind. Diese reichen im Klang jedoch nicht an die Alternativen heran.
Die kleine Trommel besteht oft aus Metall oder ebenfalls aus Holz. Inzwischen bieten mehrere Hersteller zudem exotische Snares an, zum Beispiel mit größeren Löchern im Kessel („vents“), die für einen lauteren und knalligeren Klang sorgen.
Je geringer der Klangverlust im Kessel ist, desto besser und vor allem resonanter ist der Trommelklang. Daran lässt sich gute Qualität der Trommelkessel erkennen. Damit der Klang möglichst ohne Verluste auf die Kessel übertragen wird, sind Qualität und Form der Gratung ausschlaggebend; das ist die Kante des Kessels, auf der das Fell aufliegt. Während früher meist flache oder runde Gratungen vorherrschten, haben sich heute dünne und spitze Kanten durchgesetzt.
Bei hochwertigen Sets sind die Kessel oft lackiert, um sie optisch attraktiver zu machen. Dafür sollte die äußerste Holzschicht eine schöne Maserung aufweisen. Bei preisgünstigen Sets werden dagegen oft farbig bedruckte Folien verwendet, die auf den Kessel aufgeklebt sind. Auch hochwertige Sets können foliert sein, um ein entsprechendes Aussehen zu erzielen. Die Verwendung solcher Folien kann jedoch die Klangqualität des Kessels beeinträchtigen, wenn die Folien schlecht verklebt sind und den Kessel so am Schwingen hindern.
Becken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Becken bestehen in der Regel aus Legierungen wie Messing oder verschiedenen Bronzen, wie Kupfer-Nickel-Bronze und Zinn-Bronze. Der Zinn-Gehalt variiert von 8 % bis hin zur Glocken-Bronze mit 20 %. Darüber hinaus enthalten viele hochwertige Becken einen geringen Anteil an Silber. Zu früheren Zeiten existierten Sterlingsilber-Becken, welche silbrig schimmerten und aus der namensgleichen Legierung bestanden. Sie waren jedoch höchstens in der Unterklasse der Becken einzuordnen. Bekannte Hersteller von Becken sind Zildjian, Meinl, Sabian und Paiste. Im Schatten dieser vier großen Beckenschmieden haben sich weitere Hersteller etabliert, wie zum Beispiel Masterworks, Anatolian und Ufip.
Trommelstöcke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Trommelstöcke werden aus Holz (meistens Hickory), Kunststoff oder Kohlenstofffaser (Carbon-Sticks) und selten aus Metall gefertigt. Rods bestehen aus mehreren dünnen Holz- oder Plastikstöckchen, die zu einem Bündel zusammengebunden sind. Die Besen bestehen meist aus Kunststoff oder Metall. Die Schlägel werden meist aus Holz oder Kunststoff angefertigt; für den Kopf wird Filz oder Fell verwendet. Auch im Bereich der Trommelstöcke existiert eine Vielzahl von Herstellern. Zu den bekannten zählen dabei Vic Firth, Vater Percussion und Pro Mark. Trommelstöcke werden auch von Herstellern anderer Schlagzeugteile vertrieben; so gibt es auch Serien von Zildjian oder Sonor.
Geschichte und Hersteller
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Wichtig für die Entstehung des Schlagzeugs ist die Erfindung des ersten Bass-Drum-Pedals im Jahr 1887 durch George R. Olney. Darauf folgte im Jahr 1899 die Herstellung des ersten Serienprodukts durch William F. Ludwig und auf kulturellem Gebiet die „No-Drumming-Laws“ in den USA. Diese verboten es den Sklaven, ihre traditionellen Handtrommeln zu spielen, und führte dazu, dass die afrikanische, stark rhythmische Musikkultur mit europäischen und orientalischen Schlaginstrumenten gepflegt wurde. Das erste komplette Schlagzeug kam 1918 durch die Ludwig & Ludwig Drum Company in den Handel.[1]
Wie in vielen anderen Wirtschaftsbranchen setzten sich auch in Schlagzeugherstellung und -vertrieb die Internationalisierung und Globalisierung durch. Bis in die 1960er-Jahre kamen die Spitzenprodukte vor allem aus den USA (Ludwig, Gretsch), Großbritannien (Premier) und Deutschland (Sonor, Trixon).
Ab den 1960er-Jahren erwuchs aus deutlich preiswerteren Produkten eine zunehmende Konkurrenz. Billig-Schlagzeuge kamen zunächst aus Japan, später aus Taiwan und Südkorea. Japan und Taiwan boten schon ab den 1970er-Jahren hochwertige Produkte an (Tama, Yamaha, Pearl), welche die Spitzenschlagzeuge aus den USA, Großbritannien und Deutschland auf dem Markt bedrängten und Schritt für Schritt große Marktanteile von den traditionellen Herstellern übernahmen.
Im Laufe der 1980er-Jahre wurde besonders Taiwan immer mehr zum günstigst produzierenden Hardware-Zulieferer fast jedes Schlagzeugherstellers auf der Welt. Mit der Globalisierung ab etwa 1990 drehte sich das internationale Abhängigkeitsverhältnis um: Ehemalige Spitzenproduzenten kamen in die Abhängigkeit früherer Billigproduzenten (wie beispielsweise Sonor in chinesische Kapitalabhängigkeit).
In jüngster Zeit drängt Brasilien mit preisgünstigen Schlagzeugen der Marke RMV in relativ hoher Qualität auf den internationalen Markt.
Seit 2011 besteht mit dem Schlagzeugmuseum Ludwigsburg das einzige Museum seiner Art in Deutschland.
Elektronisches Schlagzeug
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Das elektronische Schlagzeug (kurz E-Drums) wird wie das klassische Drumset gespielt. Die Töne entstehen jedoch nicht beim Schlag auf ein Instrument, sondern werden durch den Schlagimpuls (Trigger) ausgelöst, zumeist digital in einem Soundprozessor erzeugt und können über Lautsprecher oder Kopfhörer ausgegeben werden. Zu diesem Zweck sind alle bespielten Komponenten mit elektronischen Tonabnehmern ausgestattet. Der entstehende Klang ist abhängig vom verwendeten Soundprozessor bzw. der Art und Qualität der verwendeten Soundvorlagen („Samples“); er kann dem Klang eines herkömmlichen akustischen Schlagzeugs sehr nahekommen, bietet im Vergleich zu diesem jedoch noch nicht alle möglichen spielerischen Feinheiten. Neben dem aufwendigeren Aufbau und dem teilweise höheren Anschaffungspreis des elektronischen Schlagzeugs ist dies der Grund, dass heute beide Formen nebeneinander verwendet werden.
Ein großer Vorteil des elektronischen Schlagzeugs ist sein fast völlig fehlender Eigenklang ohne Verstärkung. Es eignet sich deswegen für den Einsatz unter schwierigen akustischen Verhältnissen. Einsatzbeispiele sind Popmusik in Zimmerlautstärke bei entsprechenden Veranstaltungen, das Üben ohne Lärmbelästigung der Nachbarn beim Spiel mit Kopfhörern sowie Musicalproduktionen, bei denen eine extrem geringe Bühnenlautstärke erforderlich ist. Ein weiterer Vorteil des elektronischen Schlagzeugs ist, dass man mit nur einem Set die Klänge verschiedener Schlagzeug- und Perkussionsinstrumente erzeugen kann.
Das elektronische Schlagzeug ist nicht mit dem Drumcomputer zu verwechseln, der die Klänge der Instrumente ohne Interaktion mit einem Schlagzeuger nachahmt.
Seit einiger Zeit gibt es Lösungen, für die lediglich elektronisch konfigurierte Drumsticks sowie zwei Fußpads benötigt werden, um realistische Schlagzeugklänge über ein virtuelles, unsichtbares Drumkit durch die bloße Haltung und Bewegung der Stöcke zu produzieren und über Kopfhörer oder andere Klangerzeuger wiederzugeben.[2]
Spielpraxis
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Funktion des Schlagzeugs
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Hauptfunktion des Schlagzeugs in einer Band ist das Erzeugen eines Grundrhythmus, der die Band trägt und gemeinsam mit den anderen Instrumenten der Rhythmusgruppe (Bass und Keyboard) den tragenden Groove ergibt. Dazu setzt der Schlagzeuger in der Regel eine feste Schlagfolge ein, die er ständig wiederholt. Die Basis des tragenden Rhythmus ist dabei die Abwechslung zwischen dem tiefen Klang der Bass-Drum, dem hohen Klang der kleinen Trommel sowie dem metallischen, durchgehenden Puls von Hi-Hat oder Ride-Becken.
Neben dieser grundlegenden Funktion wird mit höherer Komplexität der Musik etwas anderes immer wichtiger: Das Schlagzeug baut Verzierungen ein, betont und hebt durch Effekte und Abwandlungen wie den rhythmischen Fills Stellen hervor. Hier kommen meist Crashbecken oder andere Effektbecken zum Einsatz. Auch der Einsatz von Wirbeln und Rudiments auf der kleinen Trommel zielen auf diesen Effekt ab. Der Gipfel der Verzierung und Betonung ist das Schlagzeugsolo, bei dem die anderen Instrumente der Band in den Hintergrund treten.
Notation
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Aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten, die verschiedenen Schlaginstrumente zu kombinieren und aufzubauen, hat sich bis heute keine verbindliche Notation durchgesetzt. Dies führt dazu, dass am Anfang von Schlagzeugnoten die Notation erläutert werden muss. Diese Beschreibung wird als drum key bezeichnet.
Dazu gibt es mehrere Schreibkonventionen: Anstelle der gängigen Notenschlüssel wird ein neutraler Notenschlüssel verwendet, da viele Schlaginstrumente nicht auf eine Tonhöhe gestimmt sind. Zudem werden die metallenen Einzelinstrumente (Becken und Hi-Hat) mit x-förmigen Notenköpfen dargestellt, während die Trommeln (Bass-Drum, Snare, Toms) runde Notenköpfe erhalten. In der Anordnung der Instrumente im Notenbild sind die relativen Tonhöhen der Instrumente zueinander ablesbar. Es ist zudem üblich, die Teile des Sets, die mit den Füßen gespielt werden, in den unteren Teil des Notensystems zu setzen, während diejenigen, welche mit den Händen gespielt werden, weiter oben stehen. Hinsichtlich dieser Unterscheidung bildet die Hi-Hat eine Ausnahme, da sie sowohl mit Füßen als auch mit Händen angespielt werden kann.
Wenn jedes Instrument als Einzelstimme notiert wird, dann erscheint eine komplexe Schlagzeugfigur schnell unübersichtlich. Pausenzeichen werden daher in der Praxis nicht nach festen Regeln gesetzt, sondern je nach Einzelfall im Bemühen um optimale Lesbarkeit. So behandelt das folgende Notenbeispiel das Schlagzeug als ein einziges Instrument:

Analysieren und Lernen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Analysieren und Lernen steht in engem Zusammenhang mit dem Aufbau eines Drumsets. Das Schlagzeug unterscheidet sich von der Masse anderer Instrumente dadurch, dass es nicht nur mit beiden Händen, sondern auch mit beiden Füßen gespielt wird. Zudem ist es nicht ein einzelnes Instrument, sondern ein System aus mehreren Instrumenten, die für Hände und Füße bequem erreichbar und schnell schlagbar sein müssen. Auf der Snare können die Schlagfiguren grundsätzlich erlernt werden, die im nächsten Schritt auf dem ganzen Schlagzeug und besonders in das Wechselspiel von Snare und Bass-Drum umgesetzt werden. Dieser Übertragungsprozess wird mit Hand-Fuß-Koordination umschrieben und ist wesentlicher Bestandteil des Lernprozesses. Jedoch ist erst die Kombination aus beidem, das heißt aus Figuren auf der Snare (und auch auf den Toms) und kompletten Grooves auf Hi-Hat, Snare und Bass-Drum, die Grundlage für das Trommeln in einer Band.
Das Analysieren und Lernen erfolgt oft praktisch anhand eines Musikstücks. Hier gilt es, zuerst die Taktart und die Form des Stückes herauszuhören. Anschließend analysiert und erlernt man eine passende Begleitung auf dem Schlagzeug und spielt es später zusammen mit anderen Instrumenten. Dieser Prozess kann durch Unterricht unterstützt werden. Dieser vermittelt das besonders in größeren Musikgruppen wichtige Aufzeichnen des Gespielten mithilfe von Schlagzeugnoten. Auch können so wichtige Grundkenntnisse der allgemeinen Musiklehre und die richtige Körperhaltung am Schlagzeug von Grund auf richtig erlernt werden.
Pädagogik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Spielen des Schlagzeugs kann an den meisten Musikschulen erlernt werden. Eine weitere verbreitete Art des Unterrichts sind private Schlagzeuglehrer. Als professionelle Fortsetzung des Unterrichts ist es möglich, das Schlagzeugspiel zu studieren. Diesen Weg bieten neben den staatlichen Hochschulen auch private Institute wie das Drummers Focus an.
In der Musikpädagogik spielt das Schlagzeug eine große Rolle. Neben dem Einsatz zum Abbau von Aggressionen, besonders für jüngere Kinder, kann das Schlagzeug zur Vermittlung von grundlegendem Musikverständnis wie Takt und Rhythmus eingesetzt werden. Aufgrund der schnellen Erfolgserlebnisse ist der Motivationsgrad bei Anfängern meist hoch. Es empfiehlt sich, diesen Motivationsgrad zu fördern, da die Komplexität weiterer Lerninhalte stark zunimmt. Durch eine korrekte und von Lehrerseite motivierte und motivierende Förderung sowie durch die Vielseitigkeit und Komplexität des Schlagzeugspiels kann eine große Langzeitmotivation entstehen. Diese kann durch den Einsatz in einer größeren Instrumentengruppe wie einer Band noch verstärkt werden.
Gesundheitsrisiken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Schlagzeuger sind einem erhöhten Risiko für Gehörschäden wie Hörverlust und Tinnitus ausgesetzt, da das Schlagzeugspielen zu hohen Schalldruckpegeln führen kann. Insbesondere der impulshaltige Schall ist eine enorme Belastung für das Gehör.[3] Beim Schlagzeugspielen entstehen Schalldruckpegel von durchschnittlich 90 bis 110 Dezibel (dB) und können sogar bis zu 120 dB erreichen. Bisher ist es nicht möglich, Gehörschäden wie Hörverlust oder Tinnitus zufriedenstellend zu behandeln.
In entsprechenden Umgebungen tätige Arbeitnehmer sind verpflichtet, bereits ab einem Schalldruckpegel von 85 dB einen Gehörschutz zu tragen.[4][5][6] Um Gehörschäden vorzubeugen, können auch Schlagzeuger einen Gehörschutz verwenden, wie z. B. Ohrstöpsel oder spezielle In-Ear-Monitoring-Systeme. Zudem ist es ratsam, regelmäßige Pausen einzulegen, um das Gehör zu entlasten und den Schalldruckpegel während des Spielens zu kontrollieren und gegebenenfalls zu reduzieren.[7]
Hinzu kommen erhebliche Risiken hinsichtlich unterschiedlicher Gelenk-, Sehnen- und Wirbelsäulenerkrankungen.[8][9]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Matt Brennan: Kick It: A Social History of the Drum Kit. Oxford University Press, Oxford 2020
- Tom Börner: Basisbuch Schlagzeug. Das Buch für den Anfangsunterricht und die ersten acht Jahre; ein pädagogisch erprobtes Lern- und Spielkonzept. Musiktotal, Berlin 2004, ISBN 3-9809547-1-4.
- Tom Börner: Stimmen der Trommel. Im Handumdrehen zum guten Sound, Tipps zum Stimmen des Schlagzeugs. Verlag musiktotal, Berlin 2005, ISBN 3-9809547-9-X.
- Joachim Fuchs-Charrier: History of Drumsetplaying. LEU-Verlag, ISBN 3-89775-041-4.
- James Holland: Das Schlagzeug. (= Yehudi Menuhins Musikführer.) 2. durchges. u. aktualisierte Auflage. Edition Bergh im Verlag Ullstein, Frankfurt am Main u. a. 1994, ISBN 3-7163-0136-1.
- Geoff Nicholls: The Drum Book. A history of the rock drum kit. Miller Freeman, San Francisco 1997, ISBN 0-87930-476-6.
- Tannigel Peinkofer: Handbuch des Schlagzeugs. 2. rev. u. erg. Auflage. 1981.
- Stefan Schütz: Fundamentale Konzepte für Schlagzeuger. Ein Lesebuch. Leu Verlag, Neustadt 2007, ISBN 978-3-89775-103-3.
- Christian Wenzel: Taschenlexikon Drumset und Percussion. PPVMEDIEN, Bergkirchen 2002, ISBN 3-932275-32-2.
- Peter Wicke, Kai-Erik, Wieland Ziegenrücker: Handbuch der populären Musik. Überarb. und erw. Neuausgabe, 4. Auflage. Atlantis-Schott, Mainz 2001, ISBN 3-254-08363-6, S. 477–479, S. 437–46 u. a.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ 100 Jahre Schlagzeug. Deutschlandfunk Kultur
- ↑ SCHLAGZEUGER testet die "Pocketdrums 2" auf Youtube.com
- ↑ Monika Preuk: Die 13 wichtigsten Fragen zum Hören. In: Focus Online. Abgerufen am 10. November 2023.
- ↑ Christoph Miebach: Hörsturz, Tinnitus und andere Schäden vermeiden: Was du als Musiker über Gehörschutz wissen musst! In: Backstage Pro. 10. Februar 2017, abgerufen am 10. November 2023.
- ↑ Akustische Eigenschaften von Musikinstrumenten. DPA Microphones, abgerufen am 10. November 2023.
- ↑ Safe and Sound - Ratgeber zur Gehörerhaltung in der Musik- und Entertainmentbranche. In: BAuA. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 2010, abgerufen am 10. November 2023.
- ↑ Christoph Behm, Sven von Samson: 5 Tipps, um ein Schlagzeug leiser zu machen. In: Bonedo. 18. Januar 2023, abgerufen am 10. November 2023.
- ↑ Tagesspiegel: Welche Krankheiten typisch für Musiker sind
- ↑ musiker-gesundheit.de - Schlagzeuger






