Die Gebirgsgruppe wurde bereits 1845 von Adolf Schaubach in seinem Standardwerk Die Deutschen Alpen als „Gailthaler Alpen“ in ihren heutigen Grenzen beschrieben.[1] Der Name Lienzer Dolomiten für den Teil westlich des Gailbergsattels ist jüngeren Datums und wurde 1885 von der Section Lienz des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins eingeführt und konnte sich rasch etablieren.[2]
Das 100km lange, im Westen schmale Gebirge liegt zwischen der Gail im Süden und der Drau im Norden. In einer Furche zwischen den Gailtaler Alpen und dem Goldeck liegt der Weißensee, der höchstgelegene Badesee Österreichs.
Der Drauzug gliedert sich in West-Ost-Richtung in fünf durch Quertäler und ein Längstal getrennte Gebirgstöcke:[3]
Dobratsch (Villacher Alpe, 2166m) als östlicher Ausläufer der Gailtaler Alpen mit dem Naturschutzgebiet Die Schütt.
Innerhalb des Drauzuges befinden sich nur drei nennenswert bevölkerte Gegenden: Bleiberg zwischen Dobratsch- und Spitzegelgruppe, das durch Jahrhunderte von der Bleigewinnung lebte und heute vom Thermentourismus lebt, sowie der Stockenboier Graben und die Gegend Gitschtal-Weißensee, die beide vom Tourismus (Sommer wie Winter) leben.
Die Gailtaler Alpen sind größtenteils Teil des Drauzugs. Dieser liegt nördlich der Periadriatischen Naht und gehört somit geologisch nicht zum Südalpin, sondern zum Südrand des Ostalpins und ist ein südlicher „liegengebliebener“ Teil derjenigen ostalpinen Kalkdeckensysteme, die im Zuge der Alpenfaltung über den Alpenhauptkamm nach Norden geschoben wurden und dort die Nördlichen Kalkalpen bilden. Die Auffassung, dass Gailtaler Alpen und Nordkarawanken zum Drauzug zu rechnen sind, geht auf Leopold Kober 1938[4] zurück.