Doppelfederkrone
| Doppelfederkrone in Hieroglyphen | ||||||
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| Determinativ |
Schuti Šw.tj | |||||
| Volle Schreibung |
Schuti Šw.tj | |||||
Die Doppelfederkrone war eine früh- und altägyptische Krone, die im Alten Ägypten Schuti genannt wurde. Weil sie besonders durch die Gottheit Amun Bekanntheit erlangte, wird sie auch als Amun-Krone bezeichnet, auch wenn dies strenggenommen irreführend ist. Die Doppelfeder-Krone wurde mit dem Himmel und dem Kosmos assoziiert und sollte Göttern wie Königen Wissen und Macht über selbige verleihen.
Beschreibung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Schuti erinnert zunächst an die Rote Krone (Deschret), besonders ihre Basis. Sie ist jedoch deutlich abgeflachter und hat keinen hohen Steg im Nacken. Stattdessen stecken zwei übergroße, gleich lange und fast streng aufrecht stehende Federn in der Krone, die dem Betrachter stets in Frontalansicht präsentiert werden, wohl um zu verdeutlichen, dass es zwei Federn sind. Um was für Federn es sich genau handelt, ist in der Forschung etwas umstritten. Im Allgemeinen wird angenommen, dass es wahlweise zwei Schmuckfedern des Afrikanischen Straußes (Struthio camelus) oder zwei Schwanzfedern eines Falken sind. Um diese Krone ist in der Mehrzahl der Fälle das Ṣšd-Stirnband geschlungen, das am Hinterkopf verknotet wurde und dazu diente, die Federn zu befestigen. Bei tierköpfigen Göttern fehlen Krone und Stirnband.
Träger
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Schuti wurde, soweit nachvollziehbar, ausschließlich von Göttern getragen, manchmal aber auch von Priestern, Königen (Pharaonen) und Königinnen, besonders ab dem Neuen Reich. Zu den bekanntesten und wichtigsten Gottheiten mit Schuti zählen: Sopdu (falkenköpfiger Gott der östlichen Wüsten), Amun (Gott des Windes und der Fruchtbarkeit), Min (Fruchtbarkeitsgott) und Herischef (Gott der Seen). Gelegentlich werden auch Götter wie Sobek (krokodilköpfiger Gott des Nils) und Horus (nebst seinen unzähligen Erscheinungsformen) mit Schuti gezeigt. Auch Göttinnen wie Isis (Muttergöttin der Magie) und Hathor (Göttin des Himmels und der Musik) können mit Schuti abgebildet werden.
Eine Sonderform der Schuti zeigt diese mit Sonnenscheibe an der Basis. Auch diese konnte von fast allen vorgenannten Gottheiten getragen werden. Aus der Schuti gingen später weitere, recht komplex gestaltete Federkronen wie zum Beispiel die Atef-Krone des Osiris und die Adeti-Krone des Chnum hervor.
Ikonografischer Ursprung und Symbolik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit zu den frühesten Darstellungen eines Gottes mit Schuti gehört jene aus den Gefäßritzungen des Priesters Peren-Ka aus der 2. Dynastie. Sein Priestertitel Hem-netjer Sopdu (deutsch „Gottesdiener des Sopdu“) enthält das Gardiner-Zeichen G13, das einen mumifizierten Falken in kauernder Haltung mit Schuti zeigt. Aus dem Totentempel des Pharao Sahure der 5. Dynastie in Abusir stammt ein Relief, das den nun menschengestaltigen Sopdu mit seinem hoch aufragenden Federkopfschmuck zeigt. Auffälligerweise reichen die beiden im Stirnband steckenden Federn über die Begrenzung des Bildes hinaus und „durchstoßen“ bildhaft das mit Sternen verzierte Himmelszeichen, das den oberen Abschluss der Szene bildet.
Die Schuti war Symbol der Erhabenheit, Würde und Weisheit. Sie repräsentierte kosmische Kräfte und stand für kosmische Ordnung, Harmonie und Balance (altägyptisch Ma’at). Der Träger der Schuti war gewissermaßen eins mit dem Himmel und dem Universum und erlangte durch sie Wissen und Macht über deren Ma’at. So konnten Himmelsgötter wie Sopdu und Amun als solche leicht identifiziert werden. Die kosmologischen Aspekte werden in vielen Darstellungen durch Attribute wie Sonnenscheibe über der Stirn und/oder Sterne um die Krone verdeutlicht. Auch die häufige und populäre Darstellung der Schuti, die den Sternenhimmel zu durchstoßen scheint, unterstreicht die Allegorie. Dies galt dann auch für Götter, die eigentlich keine Himmelsgötter waren (wie zum Beispiel Sobek und Chnum) und trotzdem die Schuti tragen. Der irdische König (beziehungsweise die Königin) hingegen stand mit der Schuti symbolisch mit den Himmelsgöttern und dem Kosmos in Verbindung und repräsentierte diese vor seinem Volk.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Dagmar Budde: „Die den Himmel durchsticht und sich mit den Sternen vereint“. Zur Bedeutung und Funktion der Doppelfederkrone in der Götterikonographie. In: Studien zur Altägyptischen Kultur. (SAK) Band 30. H. Buske, Hamburg 2002, ISSN 0340-2215, S. 57–102 (Volltext als PDF).
- Inke W. Schumacher: Der Gott Sopdu, der Herr der Fremdländer (= Orbis Biblicus et Orientalis. Band 79). Universitätsverlag, Freiburg (CH) 1988 / Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1988, ISBN 3-52553-708-5, S. 29–32.
- Pierre Lacau, Jean-Philippe Lauer: La Pyramide à degrés. Tome IV (Band 4): Inscriptions gravées sur les vases. 2 Teile: fascicule 1: Planches. (Digitalisat); fascicule 2: Texte. (Digitalisat) Institut français d'archéologie orientale (IFAO), Kairo 1959 / 1961, S. 59–60.
