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Doctor Marrax

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Doctor Marrax (* 21. Mai 1953 als Gerhard „Max“ Matheis) ist ein deutscher Zauberkünstler, Straßenkünstler und Autor. Bekannt wurde Matheis durch seine Kunstfigur Doctor Marrax, einen Quacksalber und Wunderdoktor nach dem Vorbild historischer Jahrmarktmediziner. Über mehrere Jahrzehnte trat er mit dieser Figur auf Straßenfesten, Kleinkunstbühnen, Jahrmärkten und Zauberveranstaltungen im In- und Ausland auf.[1]

Matheis absolvierte 1971 eine Ausbildung zum Schriftsetzer und arbeitete anschließend als Offsetmontierer, Reinzeichner und Photosetzer bis 1993 im grafischen Gewerbe.

Seit 1981 präsentierte er zunächst klassische Zauberkunst. Von 1989 bis 2002 war er Ensemblemitglied des Zaubertheaters Ein Magisches Spektakulum, bestehend aus Signora Tre Face, Frascatelli und Shri Magada. In dieser Zeit entwickelte sich die Rolle des Quacksalbers Doctor Marrax. Sie wurde zu seinem Markenzeichen und begleitete ihn über mehr als drei Jahrzehnte.[1]

Seit 1992 arbeitete Matheis als professioneller Zauberkünstler.[2] Er nahm an nationalen und internationalen Zauberwettbewerben teil. Zu seinen Wettbewerbserfolgen zählen:

  • 1993: Deutscher Meister in der Kategorie Allgemeine Magie mit Vortrag
  • 1994: 3. Platz in der Sparte Comedy Magic bei der Weltmeisterschaft der Zauberkunst der Fédération Internationale des Sociétés Magiques (FISM) in Yokohama, Japan
  • 1999: 1. Platz beim Internationalen Wettbewerb der Straßenzauberer in St. Wendel
  • 2000: 2. Platz bei der französischen Meisterschaft Magie Comique in Paris, Frankreich
  • 2003: 3. Platz in der Sparte Stage Illusions bei der FISM-Weltmeisterschaft der Zauberkunst in Den Haag, Niederlande
  • 2007: 2. Platz mit der Formation Doctor Marrax & Söhne beim Internationalen Wettbewerb der Straßenzauberer in St. Wendel
  • 2012: 2. Platz mit Doctor Marrax & Söhne beim 13. Internationalen Kleinkunstfestival auf der Insel Usedom

Der deutsche Meistertitel sowie die beiden dritten Plätze bei den FISM-Weltmeisterschaften 1994 und 2003 sind in der zauberhistorischen Literatur dokumentiert.[1]

Ab 2002 trat Matheis solo auf. Von 2007 bis 2015 war er gemeinsam mit seinem Sohn Paul Scharkowski als Doctor Marrax & Söhne unterwegs.

2018 kündigte Matheis seinen Rückzug von der Bühne an.[1] 2019 beendete er seine aktive Bühnenlaufbahn.

Neben seiner Tätigkeit als Künstler engagierte sich Matheis für die Pflege der Zauberkunst und deren Geschichte. Er sammelt historische Souvenirpostkarten, Requisiten und Dokumente und hielt Vorträge zu zauberhistorischen Themen.[3]

Die Figur Doctor Marrax verkörpert einen wandernden Wunderheiler, Scharlatan und Quacksalber aus der Zeit um 1900. Mit rollendem „R“, böhmischem Akzent, langem Bart, schwarzem Zylinder und einem fahrbaren „Medicinal-Karren“ beziehungsweise einer „Quacksalber-Bühne“ präsentierte Matheis eine Medicine-Show aus Straßentheater, Zauberkunst und Comedy.[2]

Im Zentrum der Darbietungen stand das angebliche Universalspecificum Marrax-o-fax, ein fiktives Wundermittel, mit dessen Hilfe Doctor Marrax scheinbar unmögliche Heilungen und magische Vorgänge vollbrachte. Die Figur behauptete unter anderem, verlorene Augen wieder einsetzen, tiefe Schnittwunden heilen oder sogar abgesägte Köpfe erneut anwachsen lassen zu können. Das Marrax-o-fax entwickelte sich zu einem charakteristischen Bestandteil der Bühnenfigur.[3]

Zu den charakteristischen Aussprüchen der Figur gehörte:

„Birrrger, mecht ich mich vorstellen, bin ich Doctor Marrax!“

Die Figur war bewusst als historische Charakterrolle angelegt und orientierte sich an der Welt der Jahrmarktmediziner, Wunderheiler und Gaukler des späten 19. Jahrhunderts.

Veröffentlichungen

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Gemeinsam mit dem Straßenkünstler Radalou veröffentlichte Matheis 2008 das Fachbuch Anlocken – Fesseln – Abkassieren! Handbuch der Straßenzauberei im Eigenverlag. Das Buch behandelt sowohl künstlerische als auch praktische Aspekte des Arbeitens auf der Straße und basiert auf den Erfahrungen der Autoren als Straßenkünstler.[1]

Matheis veröffentlichte außerdem Fachbeiträge zur Zauberkunst, darunter 2002 den Beitrag Akustische Täuschungen in der Zauberkunst in der Fachzeitschrift Magie.[1]

Nach seinem Rückzug von der aktiven Bühne widmete sich Matheis verstärkt dokumentarischen Projekten. 2021 produzierte er den Dokumentarfilm GILBERT le Saltimbanque – Ein Gespräch unter Gauklern. Gemeinsam mit Rainer Schwarz führte er Regie.[4]

Der Film porträtiert den belgisch-französischen Straßenkünstler Gilbert Jakubczyk-Liberman, einen langjährigen Freund und Weggefährten von Matheis. Matheis und Schwarz besuchen darin Stationen aus Gilberts Leben und dokumentieren dessen Arbeit als Straßenkünstler und Gaukler.[5]

Der Film hat eine Laufzeit von 105 Minuten.[4]

Zauberhistorisches Engagement

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Auch nach dem Ende seiner aktiven Bühnenlaufbahn bleibt Matheis der Zauberkunst verbunden. Er engagiert sich als Veranstalter, Referent und Unterstützer zauberhistorischer Projekte. Seine Sammlertätigkeit umfasst historische Werbemittel, Souvenirpostkarten, Requisiten und Dokumente. In Vorträgen beschäftigt er sich mit historischen Zauberkünstlern und der Entwicklung der Zauberkunst.[3]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 Doctor Marrax. In: Zauber-Pedia. Abgerufen am 25. August 2026.
  2. 1 2 Performance 2018. (PDF) Stadt Paderborn, abgerufen am 25. August 2026.
  3. 1 2 3 Wissenswertes von Agoston und Bosco bis Sparovitz und Werry. In: ZZZAUBER Blog. Abgerufen am 25. August 2026.
  4. 1 2 Neuer Dokufilm von Gerhard Max Matheis: „GILBERT le Saltimbanque – Ein Gespräch unter Gauklern“. In: Magischer Zirkel von Deutschland. 17. Juli 2021, abgerufen am 25. August 2026.
  5. ↑ Gilbert le Saltimbanque – Ein Gespräch unter Gauklern. In: Filmhaus Köln. Abgerufen am 25. August 2026.