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Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit

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Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA
«Corporate Design Bund» – Logo der Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Französische Bezeichnung Direction du développement et de la coopération DDC
Italienische Bezeichnung Direzione dello sviluppo e della cooperazione DSC
Rätoromanische Bezeichnung Direcziun da svilup e da cooperaziun DSC
Englische Bezeichnung Swiss Agency for Development and Cooperation SDC
Hauptsitz Zollikofen, Eichenweg 5[1]
Direktorin Patricia Danzi[2]
Stellvertreter Dominik Stillhart[3]
Mitarbeiterzahl ca. 600 Vollzeitstellen (ohne lokale Mitarbeitende) (2026)[4][5]
Aufsicht Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
Untergeordnete Bereiche
  • Thematische Zusammenarbeit
  • Humanitäre Hilfe und Schweizerisches Korps für humanitäre Hilfe (SKH)
  • Grundlagen und Qualität
  • Finanzberatung
  • Kommunikationsmanagement und International Cooperation Forum
  • Sekretariat Beratende Kommission für Internationale Zusammenarbeit
  • Multilaterales und Nichtregierungsorganisationen
  • Europa und Mittlerer Osten
  • Afrika
  • Asien und Amerikas
Webpräsenz eda.admin.ch

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA (französisch Direction du développement et de la coopération DDC, italienisch Direzione dello sviluppo e della cooperazione DSC, rätoromanisch Direcziun da svilup e da cooperaziun DSC, englisch Swiss Agency for Development and Cooperation SDC) ist zuständig für die Umsetzung der aussenpolitischen Strategie der Schweizerischen Eidgenossenschaft in den Bereichen humanitäre Hilfe, globale und regionale Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit. Sie ist eine von sechs Direktionen des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA, des schweizerischen Aussenministeriums, und das schweizerische Kompetenzzentrum für Entwicklungszusammenarbeit.

Gebäude der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) auf dem Campus Meielen in Zollikofen
  • 1942–1949 Delegierter des Bundesrates für internationale Hilfswerke (unter dem Eidgenössischen politischen Departement EPD)
  • 1950–1961 Abteilung für internationale Organisationen (unter dem EPD)
  • 1961–1978 Delegierter für technische Zusammenarbeit (unter dem EPD)
  • 1979[6]–1994 Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe (unter dem EDA)
  • 1995 Direktion für Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und technische Zusammenarbeit mit Zentral- und Osteuropa (unter dem EDA)[7]
  • ab 1996[8] – Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (unter dem EDA)

Die DEZA geht zurück auf den 1960 vom Bundesrat gegründeten «Dienst für technische Hilfe», der 1961 in «Dienst für technische Zusammenarbeit» (DftZ) unter der Leitung des Diplomaten Hans Keller umbenannt wurde. 1976 schloss sich der DftZ mit der «Sektion für Katastrophenhilfe und internationale Hilfswerke» unter dem neuen Namen «Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe» (DEH) zusammen. 1995 wurde das «Büro für die Zusammenarbeit mit Osteuropa» (BZO) des EDA in die DEH integriert und das Amt in «Direktion für Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und technische Zusammenarbeit mit Zentral- und Osteuropa» (DEHZO) umbenannt. Im Jahr darauf erfolgte schliesslich die Umbenennung in den heutigen Namen «Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit» (DEZA).[9]

Im Januar 2016 wurde bekannt, dass es im Rahmen eines Hilfsprojekts in Nepal zu Korruption kam. Die Zusammenarbeit mit dem lokalen Partner wurde gekündigt, jedoch noch bis Juli 2016 fortgesetzt. Dies führte zu Kritik an der DEZA, es wurde eine sofortige Beendigung der Zusammenarbeit mit lokalen Mitarbeitern gefordert.[10]

Ende 2023 lief der Mietvertrag für die Büroräumlichkeiten in Ausserholligen (mit einem Quadratmeterpreis von 426 Franken = 9,6 Millionen Franken Miete pro Jahr) aus, das DEZA zog in einen bundeseigenen Neubau in Zollikofen.[11][12][13] Nachmieter in Ausserholligen wurde die BLS AG.[14][13]

Die DEZA unterstützt einige Opfer von Krisen und Konflikten und leistet mit dem Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe SKH Not- und Wiederaufbauhilfe nach Naturkatastrophen und Gewaltkonflikten. In Regionen, die unter grosser Armut oder Konflikten leiden, unterstützt die DEZA die ländliche Entwicklung, Staats- und Verwaltungsreformen oder Programme und Projekte, die den Zugang der Bevölkerung zu Bildung und Gesundheit verbessern oder Beschäftigung und Einkommen erhöhen. In der Ostzusammenarbeit begleitet sie gemäss Mandat von Bundesrat und Parlament politische und wirtschaftliche Reformen. Multilateral engagiert sich die DEZA in internationalen Organisationen und unterstützt im Rahmen der globalen Programme gezielt Innovationen und Projekte in den Bereichen Klimawandel, Wasser, Ernährungssicherheit, Migration und Gesundheit. Seit 2019 gerät die DEZA zunehmend in die Kritik der Öffentlichkeit, da ihre neue Ausrichtung eine vermehrte Zusammenarbeit mit internationalen Multis vorsieht und die Privatisierung von öffentlichen Gütern wie Wasser in Entwicklungsländern anstreben will.[15]

Entwicklungszusammenarbeit

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Die Entwicklungszusammenarbeit – in Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO – konzentriert sich auf 17 Schwerpunktländer und acht Sonderprogramme in Afrika, Asien und Lateinamerika. Bhutan, Indien, Pakistan, Peru und Nordkorea sind seit 2012 keine Schwerpunktländer bzw. Sonderprogramme mehr. Gegenwärtig sind zirka 750 Projekte in Arbeit. Bei multilateralen Angelegenheiten arbeitet die DEZA vor allem mit den Vereinten Nationen, der Weltbank und regionalen Entwicklungsbanken zusammen.

Ziel der Entwicklungszusammenarbeit ist das Engagement gegen Armut mittels Hilfe zur Selbsthilfe. So werden wirtschaftliche und staatliche Eigenständigkeit, Verbesserung der Produktionsbedingungen, Bewältigung von Umweltproblemen, besserer Zugang zu Bildung, gesundheitliche Grundversorgung sowie die Kultur gefördert. Diese Kulturförderung umfasste auch Unterstützungen von Schweizer Kulturfestivals, welche ausländische Kulturschaffende einluden. Diese Unterstützung wurde 2025 gekürzt und läuft nach 2028 aus.[16]

Humanitäre Hilfe

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Ziel der humanitären Hilfe ist es, in akuten Situationen, zum Beispiel hervorgerufen durch eine Umweltkatastrophe, Leben zu retten und Not zu lindern. Zu diesem Zweck wird das Schweizerische Korps für humanitäre Hilfe (SKH; vergleichbar mit dem deutschen Technischen Hilfswerk) eingesetzt sowie humanitäre Partnerorganisationen materiell sowie finanziell unterstützt. Die humanitäre Hilfe wird vor allem in den Bereichen Prävention, Not- und Überlebenshilfe, Wiederaufbau sowie Anwaltschaft geleistet. Im Jahre 2005 wurde die humanitäre Hilfe in zehn Regionen, unter anderem in den südostasiatischen Tsunamigebieten sowie in Pakistan nach der Erdbebenkatastrophe, erbracht.

Zusammenarbeit mit Osteuropa

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In der Zusammenarbeit mit Osteuropa und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS; Ostzusammenarbeit) liegt das Augenmerk besonders auf der Entwicklung einer pluralistischen Demokratie und einer sozialen Marktwirtschaft. Zentrale Punkte sind die nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen sowie Reformen im Gesundheits- und Sozialbereich. Die geographischen Schwerpunkte sind Südosteuropa (rund 70 Prozent der Mittel) sowie die GUS (30 Prozent der Mittel). Derzeit sind 200 Projekte in 14 Ländern in Arbeit. Die Projekte werden in enger Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO umgesetzt.

Direktoren der DEZA

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Einzelnachweise

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  1. ↑ Eidgenössischer Staatskalender. Abgerufen am 9. September 2026.
  2. ↑ Eidgenössischer Staatskalender. Abgerufen am 9. September 2026.
  3. ↑ Eidgenössischer Staatskalender. Abgerufen am 9. September 2026.
  4. ↑ Die Deza gehört mit über 600 Vollzeitstellen zu den personalintensivsten Bereichen des EDA – die lokalen Mitarbeitenden im Ausland sind dabei nicht einberechnet. Cassis vergleicht die Deza bei seinem Amtsantritt wegen ihrer Grösse mit der Armee. In: Quelle: Tobias Gafafer: Bischkek statt Bern – Cassis baut bei Entwicklungshilfe 30 Stellen ab und stärkt Schweizer Botschaften. NZZ, 25.08.2021, S. 7. Abgerufen am 19. Mai 2026.
  5. ↑ „Der Karriere «Internationale Zusammenarbeit» gehören rund 300 versetzbare Mitarbeitende in Bern und in den rund 70 Partnerländern an. Zur DEZA gehört auch das Schweizerische Korps für humanitäre Hilfe (SKH), das circa 550 Mitglieder zählt.“ Quelle: Karriere Internationale Zusammenarbeit. In: DEZA. 26. März 2026, abgerufen am 9. September 2026.
  6. ↑ Die Angaben bis und mit 1979 entstammen der Behördenkartei. In: Schweizerisches Bundesarchiv. Abgerufen am 8. September 2026.
  7. ↑ Verordnung vom 28. November 1994 über die Aufhebung und Umbenennung von Bundesämtern, in Kraft getreten am 1. Januar 1995; AS 1995 978.
  8. ↑ Verordnung vom 24. April 1996 über die Umbenennung der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und technische Zusammenarbeit mit Zentral- und Osteuropa, in Kraft getreten am 1. Januar 1996; AS 1996 1486
  9. ↑ Geschichte der DEZA In: Website des EDA.
  10. ↑ Korruption bei Schweizer Hilfsprojekt in Nepal. In: 20 Minuten. 1. Februar 2016.
  11. ↑ Sven Altermatt: Schweiz - Kaskade von Fehlentscheiden: Der Bund bezahlt für ein Bürogebäude in Bern Millionen zu viel – seit Jahren. In: aargauerzeitung.ch. 6. März 2020, abgerufen am 13. Februar 2023.
  12. ↑ Zu teure Mieten: Bund verschleuderte 20 Jahre Steuergelder. In: blick.ch. 6. März 2020, abgerufen am 13. Februar 2023.
  13. 1 2 Regina Schneeberger: Wegzug aus Bern: Wie die Agglomeration zum Beamtenhotspot wird. In: derbund.ch. 15. Mai 2023, abgerufen am 15. Mai 2023.
  14. ↑ Bahnverkehrsunternehmen. BLS konzentriert ihre Bürostandorte am Berner Europaplatz. In: bluewin.ch. 13. Februar 2023, abgerufen am 13. Februar 2023.
  15. ↑ Lukas Lippert: Deza: Unterschriftensammlung gegen Christian Frutiger. In: beobachter.ch. 24. Oktober 2019, abgerufen am 26. Oktober 2019.
  16. ↑ Der Bund streicht ab 2029 Förderung wichtiger Kultur-Player
  17. ↑ Vor 1976 existierte die DEH/DEZA noch nicht. Vorausgegangen war die Stelle des Delegierten für technische Zusammenarbeit.
  18. ↑ Vor 1976 existierte die DEH/DEZA noch nicht. Der Delegierte des Bundesrates leitete den Dienst für technische Zusammenarbeit (DftZ), wie die Vorgängerin der DEH/DEZA damals hiess.
  19. ↑ Ab 1976 leitete ein Vorsteher die neu geschaffene Direktion für Entwicklung und humanitäre Hilfe (DEH).
  20. ↑ Ab 1996 leitete ein Vorsteher die umbenannte Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA).

Koordinaten: 46° 59′ 53,8″ N, 7° 27′ 45,5″ O; CH1903: 601825 / 205248