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Digital Health

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Digital Health ist ein umfassender Begriff für die Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien im Zusammenhang mit der gesundheitlichen Versorgung. Auch wenn die Abgrenzung zum älteren Begriff E‑Health nicht immer eindeutig ist[1], wird Digital Health im Allgemeinen als breiter aufgefasst und umfasst neben E-Health neuere Anwendungsfelder wie Big Data, Genomik und Künstliche Intelligenz in der Medizin.[2]

Digital Health ist ein interdisziplinärer Bereich, an dem viele Akteure beteiligt sind, darunter Mitarbeiter in Krankenhäusern, Wissenschaftler und Forscher aus den Bereichen Gesundheits- und Ingenieurwesen, Sozialwissenschaften, öffentliche Fürsorge, Ökonomie und Management.[3]

Die angewandten Technologien umfassen sowohl Hardware- als auch Softwarelösungen und -dienste, einschließlich Telemedizin, webbasierten Diagnosen, E-Mail, Mobiltelefonie, SMS, tragbaren Geräten und Sensoren zur Fernüberwachung.[3][4] Im Allgemeinen beschäftigt sich Digital Health mit der Entwicklung vernetzter Gesundheitstechnologie, um den Einsatz von Computertechnologien, intelligenten Geräten, computergestützten Diagnosetechniken und Kommunikationsmedien zu verbessern und den Patienten und den Beschäftigten in Gesundheitsberufen beim Umgang mit Krankheiten und Gesundheitsrisiken zu helfen bzw. deren Gesundheit und Wohlbefinden zu unterstützen.[5][4]

Als Folge der digitalen Revolution gehören u. a. drahtlose Geräte, Sensortechnologien, Mikroprozessoren und integrierte Schaltkreise, das Internet, soziale Netzwerke, Mobilfunknetze und genetische Informationen zu den Schlüsselelementen von Digital Health.[5][4][6]

Bestandteile von Digital health.

Digital Health wird von verschiedenen Bereichen gebildet.[5][3] Dazu gehören die Bewertung und Überwachung von Gesundheitstechnologie zur Vorbeugung, Diagnose und Behandlung von Krankheiten, zur Überwachung von Patienten sowie zur Rehabilitation oder Langzeitpflege. Zu diesen Technologien gehören Hilfsmittel, Rehabilitationsrobotik für Menschen mit Behinderungen, um ihre Unabhängigkeit im Alltag zu unterstützen, sowie unauffällige Überwachungssensorik und tragbare Geräte. Mit Unterstützung von Entscheidungshilfen können Ärzte am Ort der Behandlung diagnostizieren sowie patientenbezogene Daten analysieren und interpretieren. Computersimulationen, Modellansätze und maschinelle Lernmethoden führen zu gesundheitsbezogenen Ergebnissen.

E-Health ermöglicht die Verbindung von Gesundheitsinformationen und -diensten zur Datenübertragung, -speicherung und -abfrage für klinische, pädagogische und administrative Zwecke.

mHealth ist die Unterstützung von Medizin und öffentlicher Gesundheit durch mobile Geräte. Anwendungen von Gesundheitstechnik umfassen Forschung, Entscheidungsfindung, Optimierung, Ergonomie, Quality Engineering sowie Informationstechnologie und Kommunikation. Die Prinzipien der Mensch-Computer-Interaktion basieren meist auf benutzerspezifischen, erlebnisorientierten oder aktivitätsgesteuerten Designs. Virtuelle Realität bzw. Rehabilitation mit Hilfe von Video- und anderen Spielen ermöglichen Ausbildung und Patientenaufklärung als soziales und interaktives Erlebnis. Sprech- und Hörsysteme, Spracherkennung und andere medizinische Geräte können das Sprechen und Hören unterstützen (z. B. Cochlea-Implantate). Telemedizin, Telecoaching und Telerehabilitation sind Formen der Patientenbetreuung aus der Entfernung.

Nutzung und Innovation

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Der Innovationsprozess für Digital Health wird in fünf Hauptprozesse eingeteilt, angefangen von der Ermittlung des Gesundheitsproblems über Forschung bis hin zu digitalen Lösungen, deren Bewertung und Einbindung in die klinische Praxis.[5][3] Die COVID-19-Pandemie hat die Entwicklung und Nutzung von Digital Health stark beschleunigt, dies beispielsweise in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Telemedizin und Gesundheitsmanagement.[7]

Veränderungspotenzial

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Wie bei der digitalen Transformation von anderen Industrien ist es noch nicht klar abzusehen, wie genau sich Gesundheitssysteme durch Digital Health nachhaltig wandeln werden.[8][9] Aus der Vielzahl von kleinen Veränderungen lassen sich jedoch drei größere Veränderungsfelder für das Gesamtsystem ableiten:[10]

  • Information & Prävention. Die Gesundheitskompetenz von Patienten wird grundsätzlich erhöht, indem sie beispielsweise durch die Nutzung von Anamnese-Apps ihren Gesundheitszustand selbst beurteilen.[11]
  • Kontaktpunkte und Patientenfluss. Ansätze wie Telemedizin ermöglicht andere Kontaktformen zwischen Patienten und Gesundheitsanbieter. Außerdem erlaubt das Teilen von elektronischen Daten (beispielsweise durch elektronische Gesundheitsakten) das Optimieren von Patientenpfade entlang der gesamten Health Value Chain.[12]
  • Diagnose und Therapie. Die Erstellung und Vermittlung der Gesundheitsprodukte und Dienstleistungen werden verändert, so beispielsweise in der radiologischen und geriatrischen Diagnostik mittels Algorithmen (künstliche Intelligenz)[13][14].

Universitäre Lehre

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In den Gesundheitswissenschaften

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Im Medizinstudium werden Aspekte von Digital Health als Teil des Kerncurriculums im Querschnittsbereich Epidemiologie, medizinische Biometrie und medizinische Informatik (Q1) unterrichtet.[15] Mehrere medizinische Fakultäten haben Digital Health seit den 2010er Jahren in ihre Wahlpflichtangebote integriert.[16][17] Dies umfasst einzelne Kurse[16] sowie eigenständige Wahlfächer über mehrere Studien­jahre.[18] In Public Health und Gesundheitsökonomie ist Digital Health bislang (Stand 2024) nur in einem kleinen Teil der Studiengänge curricular verankert.[19]

In technischen Studiengängen

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Für Studiengänge der Medizinischen Informatik machen Digital Health-Themen wie Medizindatenmanagement, Informationssysteme der Krankenversorgung, Telematik und Consumer Health Informatics wesentliche Teile des Curriculums aus (vgl. etwa den Kompetenzkatalog der GMDS[20]). In den Ingenieurwissenschaften hat Digital Health Berührungspunkte mit der biomedizinischen Technik. Daneben wird Digital Health inzwischen auch als eigenständiger, interdisziplinärer Masterstudiengang angeboten.[21]

Einzelnachweise

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Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Zeitschriften zu Digital health
  1. Hajo Zeeb, Iris Pigeot, Benjamin Schüz, Leibniz-WissenschaftsCampus Digital Public Health Bremen: Digital Public Health – ein Überblick. In: Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz. Band 63, Nr. 2, 1. Februar 2020, ISSN 1437-1588, S. 137–144, doi:10.1007/s00103-019-03078-7 (springer.com [abgerufen am 18. Dezember 2024]).
  2. World Health Organization: mHealth – Use of appropriate digital technologies for public health. Report by the Director-General. In: Seventy-First World Health Assembly, Provisional agenda item 12.4, Dokument A71/20. 26. März 2018 (who.int [PDF]).
  3. 1 2 3 4 R. Jay Widmer, Nerissa M. Collins, C. Scott Collins, Colin P. West, Lilach O. Lerman, Amir Lerman: Digital Health Interventions for the Prevention of Cardiovascular Disease: A Systematic Review and Meta-Analysis. In: Mayo Clinic Proceedings. Band 90, Nr. 4, April 2015, S. 469–80, doi:10.1016/j.mayocp.2014.12.026, PMID 25841251, PMC 4551455 (freier Volltext).
  4. 1 2 3 Digital health. In: Food and Drug Administration. US Department of Health and Human Services, 30. August 2016, archiviert vom Original am 12. November 2016 (englisch).
  5. 1 2 3 4 Sanjeev P. Bhavnani, Jagat Narula, Partho P. Sengupta: Mobile technology and the digitization of healthcare. In: European Heart Journal. Band 37, Nr. 18, 7. Mai 2016, S. 1428–38, doi:10.1093/eurheartj/ehv770, PMID 26873093 (Online).
  6. Eric J. Topol: The Creative Destruction of Medicine: How the Digital Revolution Will Create Better Health Care. Basic Books, 2012, ISBN 978-0-465-02550-3 (Google Books).
  7. Mit Digital Health aus der Krise. In: Cash Online. 27. Mai 2020, abgerufen am 23. Juni 2021.
  8. Jeffrey David Iqbal, Rasita Vinay: Are we ready for Artificial Intelligence in Medicine? In: Swiss Medical Weekly. Nr. 19, 19. Mai 2022, doi:10.4414/smw.2022.w30179 (Online [abgerufen am 26. August 2022]).
  9. Alfred Angerer, Robin Schmidt, Clemens Moll, Lynn Eva Strunk, Urs Brügger: Digital Health : die Zukunft des Schweizer Gesundheitswesens. ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, 2017, ISBN 978-3-03870-010-4, doi:10.21256/zhaw-3455 (Online [abgerufen am 19. Mai 2020]).
  10. Alfred Angerer, Christian Russ, Sabine Ultsch: Digital Health - Revolution oder Evolution? Strategische Optionen im Gesundheitswesen. Oktober 2019, doi:10.21256/zhaw-18267 (Online [abgerufen am 19. Mai 2020]).
  11. Deutsche Welle (www.dw.com): Anamnese per App | DW | 12.06.2019. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 19. Mai 2020 (deutsch). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
  12. Nick Bertram, Franziska Püschner, Ana Sofia Oliveira Gonçalves, Sebastian Binder, Volker Eric Amelung: Einführung einer elektronischen Patientenakte in Deutschland vor dem Hintergrund der internationalen Erfahrungen. In: Krankenhaus-Report 2019: Das digitale Krankenhaus. Springer, Berlin, Heidelberg 2019, ISBN 978-3-662-58225-1, S. 3–16, doi:10.1007/978-3-662-58225-1_1 (Online [abgerufen am 19. Mai 2020]).
  13. Thomas Weikert: Künstliche Intelligenz in der Radiologie. In: Neue Zürcher Zeitung. (Online [abgerufen am 19. Mai 2020]).
  14. Deutscher Ärzteverlag GmbH, Redaktion Deutsches Ärzteblatt: Lindera Mobilitätstest: Künstliche Intelligenz berechnet das Sturzrisiko. 22. Juli 2019, abgerufen am 1. April 2022.
  15. § 27 Zulassung zum Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. In: Approbationsordnung für Ärzte. Abgerufen am 22. Mai 2026.
  16. 1 2 Sebastian Kuhn: Medizin im digitalen Zeitalter | Transformation durch Bildung. In: Deutsches Ärzteblatt. Jg. 115, Heft 14, 6. April 2018, S. A 633 - A 638 (aerzteblatt.de [PDF]).
  17. News: Hochschulen. In: Deutsches Ärzteblatt. Abgerufen am 22. Mai 2026.
  18. René Werner, Maike Henningsen, Rüdiger Schmitz, Andreas H Guse, Matthias Augustin, Tobias Gauer: Digital Health meets Hamburg integrated medical degree program iMED: concept and introduction of the new interdisciplinary 2nd track Digital Health. In: GMS Journal of Medical Education. Band 16, Nr. 37, 16. November 2020, S. Doc61 (publisso.de).
  19. Joanna Albrecht, Laura Maaß, Pinar Tokgöz, Robert Hrynyschyn, Kamil J. Wrona, Anna Lea Stark, Celina Dunsche, Florian Fischer, Annalena Schmidt, Henriette Schulz, Sarah Hidding, Christoph Dockweiler: Wie viel Digital Public Health steckt in Public-Health-Studiengängen? Eine systematische Modulhandbuchanalyse von Vollzeitstudiengängen an öffentlichen Hochschulen und Universitäten in Deutschland. In: Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz. Band 67, 4. März 2024, S. 339–350, doi:10.1007/s00103-024-03844-2 (springer.com [abgerufen am 24. Mai 2026]).
  20. Oliver J. Bott et al.: Der GMDS-Kompetenzkatalog für Bachelor-Studiengänge der (Bio-)Medizinischen Informatik und des Medizinischen Informationsmanagements. In: GMS Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Band 21, 2025, S. Doc04 (publisso.de [abgerufen am 24. Mai 2026]).
  21. Potsdam bietet Masterstudium „Digital Health" an. In: Medscape Deutschland. Abgerufen am 24. Mai 2026.