Deutsche Energy Terminal
| Deutsche Energy Terminal GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 16. Januar 2023 |
| Sitz | Düsseldorf, Deutschland |
| Leitung | Peter Röttgen (Geschäftsführer) |
| Umsatz | 193,9 Mio. € (2024)[1] |
| Branche | Energiewirtschaft |
| Website | energy-terminal.de |

Die Deutsche Energy Terminal (DET) ist ein bundeseigenes Unternehmen für den Betrieb von Flüssigerdgasterminals (LNG-Terminals) in Deutschland. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Düsseldorf. Die Beteiligungsführung liegt beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE).
Die DET betreibt im Auftrag des Bundes schwimmende LNG-Terminals (FSRU: Floating Storage and Regasification Unit, siehe Flüssigerdgasterminal) in Brunsbüttel und Wilhelmshaven. Ein weiteres FSRU-Terminal in Stade befindet sich im Aufbau.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 27. Februar 2022, drei Tage nach Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine, kündigte Bundeskanzler Olaf Scholz in seiner Zeitenwende-Rede den schnellen Bau von LNG-Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel an.[2][3]
Als gesetzliche Grundlage dieser und weiterer Terminals beschloss der Bundestag am 19. Mai 2022 das LNG-Beschleunigungsgesetz.[4]
Zum Aufbau und Betrieb der schwimmenden LNG-Terminals gründete der Bund die Deutsche Energy Terminal GmbH (DET), die am 16. Januar 2023 ihren Geschäftsbetrieb aufnahm.[5]
Betriebliche Aufgaben und Finanzierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Deutsche Energy Terminal ist als bundeseigene Betreibergesellschaft für die staatlich angemieteten schwimmenden LNG-Importterminals (Floating Storage and Regasification Units, FSRU) verantwortlich.[5]
Sie hält die Charterverträge für die FSRUs und verantwortet den technischen und kommerziellen Betrieb der Terminals, einschließlich der Annahme von verflüssigtem Erdgas (LNG), dessen Regasifizierung an Bord der Schiffe und der Einspeisung in das Gasfernleitungsnetz. Außerdem koordiniert sie die Errichtung der landseitigen Anbindung, insbesondere der Liegeplätze.[6]
Die Regasifizierungsschiffe sind von der DET für fünf bis zehn Jahre gechartert.[7][8] Entsprechende Mittel sind im Bundeshaushalt hinterlegt. Nach Angaben der Bundesregierung können die FSRUs als LNG-Tanker eingesetzt werden oder für den Einsatz als FSRUs weiterverchartert werden, sollten sie in Deutschland nicht mehr gebraucht werden.[9]
Der DET fallen die Einnahmen aus der Vermarktung der Regasifizierungskapazitäten zu, die nach Abzug der Kosten zurück in den Bundeshaushalt fließen.[10][6]
2024 genehmigte die Europäische Kommission eine staatliche Förderung in Höhe von rund vier Milliarden Euro, um erwartete Verluste aus dem Betrieb der schwimmenden Terminals bis zum Ende ihrer Charterverträge auszugleichen.[11]
FSRU-Terminals
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wilhelmshaven
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wilhelmshaven 1
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das erste schwimmende LNG-Terminal Deutschlands ging am 15. Dezember 2022 mit der FSRU Höegh Esperanza in Betrieb.[12] Baubeginn für das Projekt war im Mai desselben Jahres.[13] Das Terminal wurde zunächst von Uniper im Auftrag der Bundesregierung realisiert. Mit Aufnahme des kommerziellen Betriebs ging die Betreiberschaft am 15. Januar 2023 auf die DET über.[14]
Wilhelmshaven 2
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 21. Februar 2023 beantragte die FSRU Wilhelmshaven GmbH, eine Kooperation des belgischen Unternehmens TES (Tree Energy Solutions) und Engie Deutschland den Bau des LNG-Terminals Wilhelmshaven 2.[15][16] Seit 2024 wurde das Projekt von der DET als zukünftigem Betreiber gemeinsam mit TES und Engie gesteuert. Das Regasifizierungsschiff Excelsior machte im April 2025 am neu errichteten Inselanleger fest und wurde am 26. Mai an das Gasleitungsnetz angeschlossen.[17]
Brunsbüttel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am LNG-Terminal Brunsbüttel im Elbehafen liegt seit Januar 2023 die Floating Storage and Regasification Unit (FSRU) Höegh Gannet. Das Projekt wurde seit Mai 2022 im Auftrag der Bundesregierung unter Federführung von RWE realisiert. Anfang 2023 erreichte die Höegh Gannet den Elbehafen und wurde wenige Wochen später in Betrieb genommen.[18] Die DET übernahm die errichtete LNG-Infrastruktur zum 1. Januar 2024.[19]
Stade
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am Standort Stade lag seit Frühjahr 2024 das Terminalschiff FSRU Energos Force vor Anker, konnte zunächst jedoch nicht für den Flüssigerdgasimport genutzt werden. Die Inbetriebnahme wurde mehrfach verschoben, weil die landseitige Terminalinfrastruktur nicht bereit war.[20] Nach Vertragsstreitigkeiten zwischen der DET und dem bisherigen Baupartner Hanseatic Energy Hub (HEH) einigten sich die Parteien im November 2025 darauf, dass die DET die Fertigstellung der Suprastruktur selbst übernimmt. Das Terminal solle frühestens im zweiten Quartal 2026 in Betrieb gehen.[21]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Jahres- und Tätigkeitsabschluss der Deutsche Energy Terminal GmbH zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024, eingesehen auf unternehmensregister.de am 10. März 2026
- ↑ Olaf Scholz eröffnet LNG-Terminal in Wilhelmshaven: »Das ist das neue Deutschlandtempo«. In: Der Spiegel. 17. Dezember 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 10. März 2026]).
- ↑ Regierungserklärung von Bundeskanzler Olaf Scholz am 27. Februar 2022. In: bundesregierung.de. 27. Februar 2022, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ LNG-Beschleunigungsgesetz. Deutscher Bundestag, 19. Mai 2022, abgerufen am 10. März 2026.
- 1 2 Deutsche Energy Terminal GmbH nimmt den Geschäftsbetrieb auf. Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, 16. Januar 2023, abgerufen am 10. März 2026.
- 1 2 Bundesgesellschaft übernimmt Betrieb der LNG-Terminals. Energie & Management, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Terminal Wilhelmshaven 2. Deutsche Energy Terminal, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Terminal Wilhelmshaven 1. Deutsche Energy Terminal, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Bundestagsdrucksache 20/6675. (PDF) Deutscher Bundestag, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Bericht des Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministeriums zu Planungen und Kapazitäten der schwimmenden und festen Flüssigerdgasterminals. (PDF) Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, 3. März 2023, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Deutschland darf Milliarden in LNG-Terminals stecken. Handelsblatt, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Germany's first LNG terminal starts supplying gas to grid. LNG Prime, 15. Dezember 2022, abgerufen am 10. März 2026 (englisch).
- ↑ Germany opens its first LNG terminal amid energy crisis. The Independent, abgerufen am 10. März 2026 (englisch).
- ↑ Schlussabnahme erfolgreich: LNG-Terminal in Wilhelmshaven geht in den Regelbetrieb. IWR, 15. Januar 2023, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Zulassungsverfahren FSRU Wilhelmshaven GmbH. In: uvp-verbund.de. 26. September 2024, abgerufen am 11. März 2026.
- ↑ Zweites LNG-Terminal in Wilhelmshaven: Robert Habeck und Konsortium TES unterzeichnen die Verträge. Nordwest-Zeitung, 1. September 2022, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Schiff für weiteres LNG-Terminal erreicht Wilhelmshaven. Die Zeit, 28. April 2025, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Schwimmendes LNG-Terminal erreicht Brunsbüttel und erhöht deutsche Importkapazitäten für Flüssiggas. gwf Gas + Energie, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Bund übernimmt LNG-Terminal Brunsbüttel. Energie & Management, 1. Januar 2024, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ Ein Jahr nach Schiffsankunft: Noch kein LNG-Import in Stade. Handelsblatt, abgerufen am 10. März 2026.
- ↑ DET takes over completion of the Stade LNG terminal. Energate Messenger, abgerufen am 10. März 2026 (englisch).
