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Dawson-Funktion

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(Weitergeleitet von Dawson-Integral)
Beide reellen Dawson-Funktionen zusammen

In der Mathematik ist die Dawson-Funktion (auch Dawsons Funktion oder Dawson-Integral) der Name folgender Funktionen

D+(x)=e−x2∫0xet2dt

für x∈ℂ und

D−(x)=ex2∫0xe−t2dt

für x∈ℂ.

Die Funktionen stehen in folgender Beziehung zueinander

D−(x)=−iD+(ix).

Für alle komplexen Werte sind D−,D+ die Lösungen der Differentialgleichungen

y′±2xy=1.

Es handelt sich bei D+,D− um die einseitige Sinustransformation resp. Sinus-Hyperbolicus-Transformation des gaußschen Fehlerintegrals und somit ist die Dawson-Funktion keine elementare Funktion.

Der britische Mathematiker Henry Gordon Dawson ist für diese Funktionen namensgebend.

Die Dawson-Funktion ist das Produkt aus e∓x2 und dem Integral über e±t21[0,x]dt.

Die Dawson-Plus-Funktion ist

D+(x):=e−x2∫0xet2dt,x∈ℂ.

Die Dawson-Minus-Funktion ist

D−(x):=ex2∫0xe−t2dt,x∈ℂ.

Elementare Eigenschaften

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Es gilt

D+(x)=e−x212πerfi⁡(x)

und

D−(x)=ex212πerf⁡(x)

wobei erf⁡(x) die komplexe Fehlerfunktion und erfi⁡(x) die imaginäre Fehlerfunktion

erfi⁡(x):=−ierf⁡(ix).

bezeichnet.

Mit der Substitution t=xy im Integral erhält man auch folgende Darstellung

D+(x)=e−x2∫01xex2y2dy.
D−(x)=ex2∫01xe−x2y2dy.

Kurvendiskussion

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Dawson-Plus-Funktion
Dawson-Minus-Funktion

Sowohl die Dawson-Plus-Funktion als auch die Dawson-Minus-Funktion zählen zu den sogenannten ganzen Funktionen und sind somit für alle komplexen Zahlen x∈ℂ definiert. Im Reellen hat die Dawson-Plus-Funktion einen zum Ursprung punktsymmetrischen Graphen. Die Extrempunkte ergeben sich aus der Gleichung 2xD+(x)=1. An der Stelle x=−0,924138873 (gerundet) liegt ein relatives Minimum vor, an der Stelle x=+0,924138873 (gerundet) ein relatives Maximum. Für positive Abszissenwerte ist die Dawson-Plus-Funktion positiv und rechtsgekrümmt und für negative Abszissenwerte ist sie negativ und linksgekrümmt. Die Dawson-Minus-Funktion ist eine bijektive Funktion, die für alle reellen Abszissenwerte eine positive Steigung aufweist. Diese Funktion ist für positive Abszissenwerte linksgekrümmt und für negative Abszissenwerte rechtsgekrümmt.

Differentialgleichungen

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Somit gelten diese Ableitungen und diese Differentialgleichungen:

ddxexp⁡(x2)D+(x)=exp⁡(x2)
ddxexp⁡(−x2)D−(x)=exp⁡(−x2)

Daraus folgen diese beiden Differentialgleichungen:

ddxD+(x)=1−2xD+(x)
ddxD−(x)=1+2xD−(x)

Beziehung zur Fehlerfunktion

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Dawson-Plus-Funktion

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Erf-Funktion und Erfc-Funktion

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Es gilt folgende Beziehung zur komplexen Fehlerfunktion erf⁡(x) und zur Faddeeva-Funktion w(x)

w(x)=e−x2erfc⁡(−ix)=e−x2+2iπD+(x)

wobei erfc die komplementäre Fehlerfunktion

erfc⁡(x):=1−erf⁡(x)=2π∫x∞e−t2dt

bezeichnet.[1]

Sinus-Transformation des Gaussschen Fehlerintegrals

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Als Sinus-Transformation des Gaussschen Fehlerintegrals hat die Dawson-Plus-Funktion folgende weitere Identität:

D+(x)=∫0∞exp⁡(−y2)sin⁡(2xy)dy

Dawson-Minus-Funktion

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Als Sinus-Hyperbolicus-Transformation des Gaußschen Fehlerintegrals hat die Dawson-Minus-Funktion diese weitere Identität:

D−(x)=∫0∞exp⁡(−y2)sinh⁡(2xy)dy

Reihenentwicklungen

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Die Maclaurinschen Reihen für die beiden Dawsonschen Funktionen lauten so:

D+(x)=∑n=1∞(−1)n+14nn!2(2n)!x2n−1
D−(x)=∑n=1∞4nn!2(2n)!x2n−1

Mit den Dawson-Funktionen kann das Gaußsche Glockenkurvenintegral bewiesen werden:

Für dieses Integral der Glockenkurve gilt mit der genannten Definition der Dawson-Minus-Funktion diese Formel:

∫0∞exp⁡(−x2)dx=limx→∞exp⁡(−x2)D−(x)

Diese Funktion hat die nun gezeigte Ableitung:

ddy[2exp⁡(−x2)exp⁡(−x2y2)D−(xy)]=2xexp⁡(−x2)exp⁡(−x2y2)=2xexp⁡[−x2(y2+1)]

Somit gilt folgende Integralidentität:

2exp⁡(−2x2)D−(x)=∫012xexp⁡[−x2(y2+1)]dy

Durch die Bildung der Ursprungsstammfunktion von der nun genannten Formel bezüglich x entsteht diese Formel:

exp⁡(−2x2)D−(x)2=∫011−exp⁡[−x2(y2+1)]y2+1dy

Durch Bildung des Grenzwertes entsteht dann die anschließende Gleichung:

limx→∞exp⁡(−2x2)D−(x)2=limx→∞∫011−exp⁡[−x2(y2+1)]y2+1dy=
=∫01limx→∞1−exp⁡[−x2(y2+1)]y2+1dy=∫011y2+1dy=π4

Daraus folgt dieses Endresultat:

∫0∞exp⁡(−x2)dx=12π
  • Temme, N. M. (2010), "Error Functions, Dawson's and Fresnel Integrals", in Olver, Frank W. J.; Lozier, Daniel M.; Boisvert, Ronald F.; Clark, Charles W. (eds.), NIST Handbook of Mathematical Functions, Cambridge University Press, ISBN 978-0-521-19225-5, MR 2723248
  • Dawson, H. G. (1897). "On the Numerical Value of ∫0hexp⁡(x2)dx. Proceedings of the London Mathematical Society. s1-29 (1): 519–522. doi:10.1112/plms/s1-29.1.519.
  • Mofreh R. Zaghloul and Ahmed N. Ali, "Algorithm 916: Computing the Faddeyeva and Voigt Functions," ACM Trans. Math. Soft. 38 (2), 15 (2011). arXiv:1106.0151.

Einzelnachweise

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  1. ↑ J. H. McCabe: A Continued Fraction Expansion, with a Truncation Error Estimate, for Dawson's Integral. In: American Mathematical Society (Hrsg.): Mathematics of Computation. Band 28, Nr. 127, 1974, S. 811–816.